„Unsere Vereine“: MTV Lübberstedt

Kultfigur Johann Brodtmann: Mit dem Traktor in die Fremde

In unserer Vereinsserie blicken wir diesmal auf den MTV Lübberstedt. Die Kultfigur des Klubs hat schon einiges erlebt.
27.12.2020, 11:37
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Von Karsten Hollmann
Kultfigur Johann Brodtmann: Mit dem Traktor in die Fremde

Johann Brodtmann.

CARMEN JASPERSEN

Bereits seit 73 Jahren ist Johann Brodtmann Mitglied beim MTV Lübberstedt. „Er hat unseren Verein wesentlich mitgeprägt und ist unser Urgestein“, sagt der MTV-Vorsitzende Manfred Berner. Johann Brodtmann begann im Jahre 1947 mit dem Kinderturnen im Verein. Sein Vater Georg Brodtmann war bereits vor dem Zweiten Weltkrieg Turnwart im Klub. Dieser verlor im Krieg seine Stellung als Vorturner, weil er nicht Mitglied der Nationalsozialistischen Partei (NSDAP) war.

Johann Brodtmann gehörte in Lübberstedt in den 1950er Jahren zu den ersten Handball-Spielern im Verein. Aber auch in der Leichtathletik-Abteilung des Vereins war Brodtmann ein Ass. Gleich mehrfach holte er im Leichtathletik-Dreikampf den Kreismeistertitel. Im 100-Meter-Sprint verzeichnete der 86-Jährige eine Bestzeit von 11,6 Sekunden. Er sprang zudem bis zu 6,20 Meter weit und beförderte das Sportgerät beim Kugelstoßen auf über elf Meter. So ganz nebenbei spielte Johann Brodtmann auch noch Fußball beim FC Hambergen. Seine Heimat blieb aber der MTV Lübberstedt.

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Dort ist er immer noch bei den Fahrradtouren der Herren-Gymnasten aktiv. „Ich begebe mich auch noch jeden Tag auf mein Trimm-Fahrrad und mache draußen Kniebeugen“, verrät der rüstige Rentner. Der frühere Schneider sei aber nicht mehr so beweglich wie früher. Als es die Halle am Lübberstedter Sportplatz noch nicht gab, trafen sich die Turner im Winter im Saal der örtlichen Gaststätte, um ihrem Sport nachzugehen. „Von meinen langjährigen Weggefährten lebt keiner mehr“, lässt Johann Brodtmann wissen.

Im Feldhandball trafen die Lübberstedter um Johann Brodtmann in den 1950er Jahren unter anderem auch auf den TV Geestenseth mit Nationalspieler Harry Eichler. „Ein Bauer hat uns mit seinem Traktor auf einem Anhänger zu den Auswärtsspielen gebracht“, teilt der zweifache Familienvater mit. Die Deutsche Feldhandball-Nationalmannschaft sei seinerzeit praktisch unschlagbar gewesen.

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