Apotheken-Aktion für KREISBLATT-Abonnenten „Wir wollen ein Zeichen setzen“

Die städtischen Apotheken spenden 5000 FFP2-Schutzmasken für KREISBLATT-Abonnenten. Ein kleiner Beitrag zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und auch eine Werbung fürs Masken-Tragen.
06.02.2021, 05:50
Lesedauer: 4 Min
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Von Christian Valek, Peter von Döllen und Michael Schön

Osterholz-Scharmbeck. Beilagen und Werbung, das kennt man als tägliche Beigabe zur lokalen Tageszeitung. Mit der Ausgabe des OSTERHOLZER KREISBLATT am Sonnabend allerdings wollen Apotheker aus der Kreisstadt und unsere Zeitung außer Neuigkeiten und Nachrichten auch einen kleinen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge frei Haus liefern. Die Alte Apotheke, die Avie-Apotheke OHZ, die Apotheke am Bahnhof, die Linda-Apotheke Max & Moritz sowie die Koppel-Apotheke haben zusammen 5000 FFP2-Schutzmasken gespendet, die nun auf diesem Wege an KREISBLATT-Abonnenten im Stadtgebiet von Osterholz-Scharmbeck verteilt werden.

Apotheker und Osterholzer Zeitungsverlag wollen mit der Gemeinschaftsaktion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt werben, der in diesen Krisenzeiten ebenso unverzichtbar wie an manchen Stellen auch bedroht ist. „Wir wollen ein Zeichen setzen. Wir als Einzelhändler sind vor Ort und für die Menschen da“, so Stephan Globisch von der Apotheke am Bahnhof. In der Corona-Krise werde erst so richtig sichtbar, welchen Wert Solidarität habe, wie notwendig nachbarschaftliche Hilfe und privates Engagement seien. Der Staat könne nicht alles regeln.

Globisch hat noch deutlich in Erinnerung, wie Bürger – auch hochbetagte und vorerkrankte – vor der Apotheke Schlange standen, nachdem Jens Spahn die Verteilung von FFP2-Masken angekündigt hatte. „Das war hinsichtlich Zeit und Kapazität eine Herausforderung. Wir mussten da etwas aus dem Boden stampfen und waren erstmal blank. Zum Glück hat es sich dann schnell beruhigt.“ Er habe dann auch nicht gezögert, als er von Burghard Nohns um Teilnahme an der neuerlichen Masken-Verteilaktion gebeten wurde – diesmal nicht staatlich, sondern stadtweit privat.

Nohns, der seit 2006 die Alte Apotheke an der Marktstraße führt und seit 2013 die Avie-Apotheke am Hördorfer Weg, hat die Zusammenarbeit der Osterholz-Scharmbecker Apotheken in den vergangenen Tagen gerne koordiniert, „da die Masken ja ein Thema sind, das uns akut sehr beschäftigt“. Er bezieht sich damit auf die aktuellen Schlagzeilen um Schutzmasken, die – staatlich subventioniert – von den Apotheken an Grundsicherungsempfänger ausgegeben werden sollen.

Die Spende an die Abonnenten soll zugleich eine Werbebotschaft sein: Mit Masken-Tragen schützt man sich und andere. „Zum Glück ist es um die Verfügbarkeit inzwischen besser bestellt“, so Nohns, an den Mangel während der ersten Jahreshälfte 2020 erinnernd. Die Apotheken, betont er, könnten nicht immer auf den Staat warten, sondern müssten vieles vorentscheiden, auch finanziell in Vorlage gehen. Das geht für ihn in Ordnung – zumal dann, wenn er in Betracht zieht, wie manche gesellschaftliche Gruppen oder Branchen leiden. „Wir sind in der Pandemie ganz unterschiedlich betroffen.“

Die Apotheken, die bei der Pandemie-Bekämpfung eine Schlüsselrolle einnehmen, wenn sie Risikopatienten und Hochbetagte mit Rat und Tat unterstützen, stellen sich auf die neuen Herausforderungen ein, indem sie beispielsweise ihren Botendienst verstärken. Bei der Alten Apotheke und der Avie-Apotheke haben die vier Fahrerinnen ihre Stundenzahl um annähernd ein Drittel erhöht – eine Folge der gestiegenen Nachfrage. Die hat für Nohns ihre Ursache auch darin, „dass wir schneller sind als der Versandhandel“. Seine Apotheken beliefern das gesamte Stadtgebiet und auch die zu Osterholz-Scharmbeck gehörenden Ortschaften. Die Avie-Apotheke versorgt darüber hinaus Kunden in Alt-Ritterhude. Bestellt wird nach wie vor in Old-School-Formaten: per Telefon oder per Fax, aber auch über E-Mail oder verschiedene Apps. „Wir sind gerade dabei, unseren Online-Shop auf den Weg zu bringen.“ Norbert Lanwehr, Inhaber der Max-und-Moritz-Apotheke am Marktplatz, hat im vergangenen Jahr spürbaren Nachfrageschub beim Bestellservice festgestellt. Den Lieferdienst biete man schon viele Jahre an, sagt Lanwehr im Gespräch mit der Redaktion. Die Nachfrage habe aber mit der Pandemie nochmal zugenommen. Möglicherweise liege das auch an der Apotheken-App, über die Kunden beim Vorbestellen der Medikamente auch gleich die Lieferung anfordern könnten. „Sie machen einfach ein Foto von der Verpackung, und wir chatten dann mit den Kunden“, erläutert er. „Manche jedoch wollen das Medikament lieber aus der Apotheke herausholen.“

Barbara Blum von der Koppel-Apotheke an der Koppelstraße hat festgestellt, dass sich das Einzugsgebiet in den vergangenen Jahren erweitert hat. Der hauseigene Botendienst liefere die Ware mittlerweile bis nach Vollersode, Ohlenstedt und sogar Lilienthal. Vor allem auch bei schlechtem Wetter werde der Service verstärkt angenommen. Wer Medikamente bestellt habe, erhalte mit der Lieferung auf Wunsch auch benötigte Schutzmasken an die Haustür gebracht. In der Pandemie habe man aber zudem verstärkt auf den Gesundheitsschutz der Boten geachtet. Für Lieferungen zu Quarantäne-Patienten würden besondere Vorkehrungen getroffen. Dazu zähle ein vorab geführtes Telefongespräch mit den Betroffenen, wie Barbara Blum betont. Dabei werde dann auch geklärt, wie bezahlt werde.

Stephan Globisch hat die Apotheke am Bahnhof erst im Sommer des vergangenen Jahres übernommen und damit auch den Lieferdienst, der von der Koppel-Apotheke mitgenutzt wird. Beide Apotheken wurden zuvor von Uwe Hansmann aus Lilienthal betrieben. „Das liegt bei uns in wenigen, aber bewährten Händen“, betont Globisch. „Da weiß man nachmittags, was vormittags gelaufen ist. Das ist ja nicht bei jedem Dienstleister der Fall.“

Der Apotheker kann auch bestätigen, dass die Zahl der Botendienste während der Corona-Krise zugenommen hat („Im Winter sowieso“) und dass der Radius größer geworden ist. Von der Bahnhofstraße aus wird auch Kundschaft in Hambergen, Ritterhude und Wallhöfen beliefert. Manchmal bringt der Apotheker sogar persönlich eine Arznei an die Frau oder den Mann - wenn der Adressat nicht weit weg von Globischs Heimweg nach Gnarrenburg wohnt. Die Wege, sagt er, nehme er gerne in Kauf. „Ich bin ja froh, wenn bei uns bestellt wird und nicht irgendwo im Netz. Das ist ja auch Steuergeld, das hier vor Ort verloren ist, wenn online gekauft wird.“

Der Lieferservice wird in Hambergen ebenfalls deutlich häufiger beansprucht, erklärt Jan Gensigk, Inhaber der Hamberger Apotheke und der Geest-Apotheke in Wallhöfen. Beide haben einen eigenen Fahrer und bringen ihren Kunden schon lange Medikamente an die Haustür. „Auf dem Land geht es nicht anders“, sagt der Apotheker. Oft holen die Apothekenmitarbeiter auch erst Rezepte bei den Ärzten ab. Gensigks Eindruck: Die Kunden wollen die Zahl der Kontakte verringern. Wegen des Wetters seien die beiden Fahrer derzeit extrem ausgelastet. „Aber wir bekommen das alles hin“, versichert Gensigk.

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