Basketball-Bezirksoberliga

Aufstieg für den BC VSK Osterholz-Scharmbeck „noch kein Thema“

„Wir könnten schon den Antrag stellen, in die Oberliga aufgenommen zu werden. Aber mit diesem Thema haben wir uns noch nicht beschäftigt“, erklärt Nils Kruse, Trainer der VSK-Basketballerinnen im Interview.
19.03.2020, 12:22
Lesedauer: 3 Min
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Von Karsten Hollmann
Aufstieg für den BC VSK Osterholz-Scharmbeck „noch kein Thema“

Antrag stellen, ja oder nein? Noch sind Trainer Nils Kruse und die Basketballerinnen des BC VSK Osterholz-Scharmbeck zu keinem Entschluss gekommen.

Brockmann

Herr Kruse, wie erleben Sie gerade die unruhige Zeit im Bann der Corona-Pandemie?

Nils Kruse: Der Coronavirus ist mit einigen Krisensitzungen allgegenwärtig. Als bei mir in der Firma bekannt wurde, dass die Schwester einer Auszubildenden sich den Virus einfangen haben soll, ist dies wie ein Lauffeuer durch die gesamte Belegschaft gegangen. Der Verdacht hat sich aber nicht bestätigt. Ich habe aber von einer anderen Firma in der Nähe des Bremer Flughafens gehört, die nach der Infizierung eines Lagerarbeiters alle 500 Mitarbeiter nach Hause geschickt hat.

Wie fällt Ihr Fazit für die Basketball-Saison aus?

Wir hatten uns als Ziel gesetzt, oben mitzuspielen und möglichst zu den zwei besten Teams der Liga zu zählen. Deshalb ist der Gewinn der Vizemeisterschaft vollkommen in Ordnung. Wir hatten mit Basketball Lesum Vegesack nur eine Mannschaft, die uns nicht nur ebenbürtig, sondern sogar leicht überlegen war. In der Mannschaft läuft aber zum Beispiel auch eine Spielerin auf, die bis vor kurzem noch in der 2. Bundesliga im Einsatz war. Ohne unsere Personalprobleme hätte das Rückspiel aber auch anders ausgehen können. Gegen alle anderen Teams waren wir überlegen.

Hatten Sie die Bezirksoberliga vor der Saison stärker eingeschätzt?

Ja, ich hätte schon gedacht, dass die Liga ein wenig stärker ist, auch wenn ich vorher nicht alle Mannschaften kannte. Es gibt eben einen richtig großen Leistungsunterschied zwischen der Bezirksoberliga und der nächsthöheren Klasse, der Oberliga. Nun geht Lesum Vegesack auch noch hoch, während es auf der anderen Seite keine Absteiger aus der Oberliga gibt.

Machen Sie Ihr weiteres Engagement von einem Aufstieg in die Oberliga abhängig?

Nein. Mir ist es viel wichtiger, dass die Mannschaft gut zusammenspielt, in welcher Liga auch immer. Mir macht die Arbeit mit dem Team unheimlich viel Spaß. Es herrscht auch privat ein starker Zusammenhalt. Die Chemie zwischen mir und der Mannschaft stimmt. Deshalb sieht es derzeit auch so aus, dass ich Trainer beim VSK bleibe.

Hätte Ihr Team denn auch die Chance, in die Oberliga aufzusteigen?

Wir könnten schon den Antrag stellen, in die Oberliga aufgenommen zu werden. Aber mit diesem Thema haben wir uns noch nicht beschäftigt. Es gab aber schließlich Gründe, weshalb wir vor dieser Saison freiwillig aus der Oberliga in die Bezirksoberliga heruntergegangen sind. Die Beweggründe sind nun im Prinzip die gleichen. Die Spielerinnen sind zudem noch ein Jahr älter. Wir müssen uns überlegen, ob wir Fahrten nach Hannover und Osnabrück auf uns nehmen wollen.

Wie hoch schätzen Sie die Chancen ein, mit dem VSK in der nächsten Saison in der Oberliga mitzuwirken?

Wir müssen das Thema demnächst mal besprechen. Mein Bauchgefühl sagt mir aber, dass wir in der Bezirksoberliga weitermachen. Ich werde aber noch mit ein bis zwei möglichen Neuzugängen sprechen. Das wären echte Verstärkungen, die auch Einfluss auf unsere Entscheidung haben könnten.

Haben Sie Ihren Einstand in das Basketball-Trainergeschäft bereits bereut?

Nein, das habe ich nicht. Ich habe lange für Lesum Vegesack bis hoch zur 2. Regionalliga gespielt und dabei viele Erfahrungen in diesem Sport gesammelt. Ich weiß, worum es sich beim Basketball dreht und möchte dies auch gerne vermitteln. Alena Böttjer wollte sich nach dem Weggang des früheren Trainers Cihat Sentürk und nach einem Jahr als Spielertrainerin wieder mehr auf ihre Rolle auf dem Feld konzentrieren. Deshalb war die Mannschaft an mich mit dem Wunsch herangetreten, das Team als Trainer zu übernehmen.

Sind Sie denn selbst auch noch aktiv?

Nein, ich habe mein letztes Spiel vor sechs Jahren absolviert. Ich bin dann Vater geworden und hatte auch beruflich viel um die Ohren. Der Sport musste weichen. Jetzt bin ich nur noch Fan und bin sehr gut über das Geschehen in der Basketball-Bundesliga und in der NBA informiert. Aufgrund privater Kontakte hatte ich vor drei Jahren auch angefangen, mir Spiele der VSK-Teams anzuschauen.

Hat Sie in dieser Saison vielleicht eine Spielerin besonders überzeugt?

Ich möchte grundsätzlich keine einzelnen Spielerinnen hervorheben. Aber es ist schon beeindruckend, wie Alena Böttjer sich nach ihrem Kreuzbandriss wieder auf ein solches Top-Niveau herangearbeitet hat. Ihre Schwester Janina Böttjer ist als Kapitänin die Topscorerin mit einem Schnitt von 15 Punkten pro Spiel. Aber die ganze Mannschaft ist im Laufe der Saison besser geworden und besitzt nun ein anderes Spielverständnis.

Glauben Sie an eine Fortsetzung der Saison?

Nein. Ich gehe davon aus, dass die Saison beendet ist. Derzeit kann niemand sagen, ob in sechs oder acht Wochen wieder gespielt werden kann. Wir haben aber nichts dagegen, wenn das ausbleibende Spiel in Lamstedt noch nachgeholt wird. Wir würden die Saison nach der Niederlage gegen Lesum Vegesack gerne mit einem Sieg beenden.

Das Gespräch führte Karsten Hollmann.

Info

Zur Person

Nils Kruse (38)

ist Trainer der Basketballerinnen des BC VSK Osterholz-Scharmbeck, die trotz einer noch ausstehenden Partie bereits als Vizemeister der Bezirksoberliga feststehen. Der Fachkaufmann für Einkauf und Logistik arbeitet als Betriebsleiter in einer Spedition und lebt in Bremen-Schönebeck.

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