Schießen

Benno Böhm ist der DM schon ganz nahe

Benno Böhm vom SV Buschhausen ist der große Dominator seiner Altersklasse und schrammt nur um wenige Ringe an der Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft vorbei.
01.07.2020, 10:27
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Von Karsten Hollmann
Benno Böhm ist der DM schon ganz nahe

Im Hinblick auf die im November geplanten Kreismeisterschaften hält es Benno Böhm für sinnvoll, nach den Sommerferien wieder mit intensiverem Training zu beginnen.

Christian Kosak

Buschhausen. Der große Dominator der Altersklasse der Herren I im Luftpistolen (LP)-Freihand-Bereich im Bezirk Osterholz, Benno Böhm vom SV Buschhausen, bekommt immer mal wieder Anfragen von anderen Klubs. Als der 39-Jährige sich dann endlich dazu durchgerungen hatte, zumindest die Rundenwettkämpfe mit der Sportpistole für den SV Schwanewede zu absolvieren, machte ihm die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Sämtliche Meisterschaften und Liga-Wettbewerbe bis zum Sommer wurden schließlich ersatzlos gestrichen.

Schwanewedes Ehepaar Alexander Wulf und Marina Wingert hatte händeringend einen guten dritten Schützen gesucht und diesen nun mit Böhm endlich gefunden. Benno Böhm ging es in Buschhausen ganz ähnlich. Dem Sportleiter des Klubs mangelte es stets an einem guten, aber auch bereitwilligen Aktiven neben sich selbst und Matthias Dobschinski. Leistungsmäßig hätte Buschhausens Tim Käseberg-Böschen hier hervorragend reingepasst. Doch dieser tritt mit der Sportpistole ausschließlich für den höherklassigen SV Bassum an. Dafür zählt Käseberg-Böschen zur LP-Formation der Buschhauser in der Bezirksklasse und kann dort Benno Böhm durchaus das Wasser reichen. „Die Konkurrenz im eigenen Verein durch Tim hat auch mir sehr gut getan. Dadurch wurde ich dazu angestachelt, mich auch noch einmal zu verbessern. Konkurrenz belebt eben das Geschäft“, versichert der Maurer.

Im Alter von zwölf Jahren war Benno Böhm dem SV Buschhausen beigetreten. Seine Eltern Uwe und Meta Böhm hatten ihren Sohn an den Schießsport herangeführt. Jugendleiter Tedd Lührsen, der heute sein Teamkollege im LP-Team ist, bildete Böhm sowohl mit dem Luftgewehr (LG) als auch später mit der Luftpistole aus. Mit 14 Jahren entdeckte Benno Böhm die LP für sich. Und auch wenn dieser auch immer noch zum LG-Freihand-Liga-Team des Klubs gehört und dort ordentliche Leistungen zwischen 350 und 360 Ringen abliefert, stellt das Pistolenschießen seine Paradedisziplin dar. In einem LP-Wettkampf glückten Benno Böhm hier auch einmal 376 Ringe. „Im Training schaffe ich aber sogar noch ein paar Ringe mehr. Doch ein Wettkampf ist dann immer noch mal etwas anderes“, stellt der verheiratete Schütze fest. Seine Frau Jana Böhm könne zwar nicht viel mit dem Schießsport anfangen, begleite ihn aber doch zu manchem Wettkampf. „Darüber bin ich auch sehr froh“, betont der 39-Jährige.

Bei den Landesverbandsmeisterschaften im vergangenen Jahr feierte der mehrfache Bezirksmeister seinen bislang größten Erfolg: Als Vierter qualifizierte er sich in seiner Altersklasse sogar für das Finale, in dem er zwar noch auf Position fünf zurückfiel, aber dennoch eine überzeugende Vorstellung ablieferte. „Bei solchen Wettkämpfen spielt auch immer eine gewisse Nervosität bei mir eine Rolle“, räumt er ein.

Dennoch habe er die Erfahrung, sich mal mit nationalen Topschützen wie dem Nordbremer Denis Rother vom Erstligisten SV Bassum oder anderen Bundesliga-Schützen vom SV Schirumer Leegmoor zu messen, sehr genossen. „So etwas bringt mich weiter“, ist Benno Böhm überzeugt. Am Ende hätten ihm auch nur drei oder vier Ringe für die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften gefehlt. „Ich würde es gerne einmal nach München zur DM schaffen. Das wäre schon ein Erlebnis“, so Böhm.

Mit der LP muss Benno Böhm selbst vielfache DM-Teilnehmer aus anderen Altersklassen wie Cliff Wedemeyer vom SV Hüttenbusch nicht fürchten. „Mit der Luftpistole kann ich Cliff schlagen“, versichert Böhm. Mit der Sportpistole verhalte es sich da aber schon etwas anders. „Das ist Cliffs Paradedisziplin. Da muss er schon einen ganz schlechten Tag erwischen, damit ich ihn bezwingen kann“, sagt Benno Böhm. Die corona-bedingte Zwangspause kam ihm gar nicht mal so ungelegen. Schließlich besucht er gerade die Meisterschule, für die er neben dem Beruf so Einiges tun muss. „Das war schon im vergangenen Herbst ganz schön anstrengend für mich, Beruf, Meisterschule und mein Hobby unter einen Hut zu bekommen“, gibt der angehende Maurermeister zu bedenken. Voraussichtlich bis Mai 2022 muss er allerdings noch mit der Mehrfachbelastung zurechtkommen. Auch an dem Haus, das er sich in Ohlenstedt mit seiner Frau gekauft habe, sei immer etwas zu machen.

Durch die ganzen abgesagten Meisterschaften und Wettkämpfe sei es aber gerade ohnehin nicht so einfach, sich selbst zum Schießen zu motivieren, so Böhm. „Derzeit ist die Motivation im Keller“, versichert der Sportler. Noch wisse auch niemand so recht, wann und wie es weitergehen wird. „Momentan steht es im Raum, kleinere inoffizielle Wettkämpfe auszutragen, wenn es die weiteren Lockerungen zulassen“, berichtet Benno Böhm. Er gehe aber fest davon aus, dass zumindest die Kreismeisterschaften im November über die Bühne gehen werden. „Deshalb wäre es wohl auch sinnvoll, nach den Sommerferien wieder mit intensiverem Training zu beginnen“, schaut Böhm schon einmal voraus. Er hofft, dass ihm dann der wegen neuer Auflagen im Hinblick auf die Lüftungsanlage auf dem Stand in Buschhausen geplante Umbau auf der Anlage nicht in die Quere kommt.

Benno Böhm verweigert sich auch nicht den Traditionsveranstaltungen im Verein, wie dem Schützenfest. „Als Sportleiter sollte ich mich da auch sehen lassen. Ich kann nicht nur als Sportschütze in Erscheinung treten“, sagt Böhm. In sportlicher Hinsicht wünscht er sich in Zukunft wieder ein eigenes Buschhauser Sportpistolen-Team. Der Neuzugang und Jäger Malte Brandt soll als fehlender dritter Schütze aufgebaut werden. „Wenn wir dann auch noch einen Vierten als Ersatzschützen dazubekämen, stünde einer Rückkehr zu den Rundenwettkämpfen nichts mehr im Wege“, erklärt Benno Böhm. Ansonsten dürfen sich Alexander Wulf und Marina Wingert wieder auf ihn in Schwanewede freuen. Dort hat sich Routinier Albert Pointinger als dritter Mann zurückgezogen.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+