Oldtimertreffen

Chrom, Leder und Benzingeruch

An die 60 alte schicke Autos sind zu einem Treffen in Osterholz-Scharmbeck gekommen. Die Besucher erfreuen sich am Anblick von Chrom, poliertem Blech und alter Technik.
08.09.2019, 18:51
Lesedauer: 3 Min
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Von Friedrich-Wilhelm Armbrust
Chrom, Leder und Benzingeruch

Auch ein Rolls Royce konnte vor dem Küchenstudio bestaunt werden.

Fotos: Fritz Armbrust

Osterholz-Scharmbeck. Carmen Schlensker hatte einen Traum. Sie habe schon immer einmal in einem Oldtimer mitfahren wollen, sagte die Schwanewederin. Dieser Traum erfüllte sich am Sonnabend. Da konnte sie an einer Tour in einem Oldtimer, einem weißen Jaguar E, durch den Landkreis bis hin nach Hagen mitfahren. Gewonnen hat die Freundin alter Autos diese Fahrt bei einem Gewinnspiel des Möbelhauses Meyerhoff.

Das Möbelhaus hatte gemeinsam mit den Oldtimerfreunden Osterholz-Scharmbeck und umzu das erste „Meyerhoff Classic“ auf dem Parkplatz vor der Küchenwelt auf die Beine gestellt. Dazu gehörte das öffentlich ausgeschriebene Gewinnspiel, durch das zehn Interessierte eine Fahrt in einem Oldtimer ergattern konnten. „Diese alten Autos haben Charakter. Sie erzählen eine Geschichte“, sagte Schlensker. Von den Details wie zum Beispiel dem Chrom sei sie angetan. „Da hat sich der Designer noch was bei gedacht“, lautete ihre Einschätzung.

60 Fahrzeuge waren vor der Küchenwelt geparkt. Gerd Ohmstedt von den Oldtimerfreunden freute sich über den Zuspruch. „Da ist noch Potenzial nach oben. Wir üben noch“, meinte er. Über die Resonanz der „Meyerhoff Classic“ zeigte sich auch Ute Lipp von der Marketingabteilung des Möbelhauses angetan. „Wir waren in wenigen Tagen ausgebucht.“ Sie geht davon aus, dass es nach diesem Versuchsballon in den kommenden Jahren zu einer Neuauflage kommt.

Ohmstedt zufolge muss ein Oldtimer mindestens 30 Jahre alt sein. Ein weiteres Kriterium sei ein „möglichst originaler Zustand“. Rostlauben hätten keine Chance. Das trifft auf das Schmuckstück von Helmut Schulze zu. Er kam mit seinem rot lackierten Mercedes Baujahr 1937 aus Heilshorn zu den Classics. Der 81-jährige ehemalige Dreher und Schlosser ist stolz auf sein Gefährt. Er habe das Auto gleich nach der Wende 1989 aus dem Sperrgebiet der ehemaligen DDR geholt. „Der war damals in einer Scheune versteckt und schwarz lackiert.“ Zehn Jahre habe das Renovieren gedauert, erinnert sich Schulze. „Ich habe den total zerlegt.“ Auf höchstens 110 Kilometer in der Stunde komme das 39 PS starke Fahrzeug. Aber mit dieser Geschwindigkeit zu fahren, sei einfach zu laut.

Werner Jantzen aus Blumenthal machte als Besucher Halt vor einem Ford Prefect Baujahr 1949. Er sei einfach an alten Autos interessiert, sagt Jantzen, speziell an Fords. In den 70er Jahren habe er Ford Consul gefahren - sowohl als Limousine wie auch als Coupe. „Ich finde das Aussehen ganz toll.“ Auch der Blumenthaler hat noch einen Traum, nämlich wieder so ein Fahrzeug zu besitzen. Besitzer des Ford Prefect ist Werner Schäfer aus Bremen. „Der ist ein Exportmodell. Den habe ich als Schrott in Dänemark gekauft. Die Karosse war wie Blätterteig.“ Sechs Jahre habe es gedauert, um das Auto wieder auf Vordermann zu bringen, sagte der Bremer. Jetzt ist es ein Blickfang.

Es lohnte sich, einen Blick unter die Motorhauben zu werfen. Ob beim Mercedes von Schulze, beim Ford Prefect von Schäfer oder selbst beim Citroen DS 21 Pallas, Baujahr 1968: das Innenleben macht einen eher schlichten Eindruck. Es bildet einen Kontrast zu der meist schicken Karosserie und zu der Innenausstattung der Fahrzeuge. Hilfreich waren dazu Datenblätter mit Informationen zu Baujahr, PS-Zahl und mehr.

Gerd Ohmstedt gehört auch einem US-Car-Stammtisch an. Denn er nennt ein Ford Mustang Cabrio und eine Corvette C 2 Sting Ray sein eigen. „Die riechen noch nach Benzin. Aber da muss permanent etwas dran getan werden“, berichtete er. Als Spediteur komme er an seine Grenzen. „Aber ich habe Freunde, die mir helfen. Wir unterstützen uns gegenseitig.“ Zum Ende der Ausstellung sagte der 53-Jährige: „Das war alles in allem eine gelungene Veranstaltung. Das hat Meyerhoff gut organisiert.“ Es habe allen Spaß gemacht, Besuchern wie Oldtimerfreunden. Eingestellt waren die Veranstalter auch auf jüngere Besucher. Für sie waren Kletterparcours mit Rutsche und eine Dartscheibe aufgebaut. Erwachsene konnten Kaffee-Köstlichkeiten vom Coffee-Bike genießen. In nächster Zeit will das Möbelhaus die Veranstaltung auswerten.

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