Fußball Bezirksliga

Ein Tag für die Geschichtsbücher

Der TSV Ottersberg steigt genau ein Jahr nach dem Abstieg aus der Landesliga wieder auf. Perfekt machten die Wümmekicker die Meisterschaft mit einem 3:1-Sieg beim VSK Osterholz-Scharmbeck.
26.05.2019, 20:36
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Ein Tag für die Geschichtsbücher
Von Patrick Hilmes
Ein Tag für die Geschichtsbücher

Natürlich wurde nach Schlusspfiff in Osterholz reichlich die Meisterschaft vom TSV Ottersberg bejubelt.

Patrick Hilmes

Osterholz-Scharmbeck. Dichte Rauchschwaden in Grün und Weiß ziehen durch das Stadion am Klosterholz in Osterholz-Scharmbeck. Zu sehen gibt es nicht viel, lediglich schemenhaft sind Gestalten zu erkennen, die sich im Pulk drehen und drehen und drehen. Viel mehr sieht man nicht. Zu hören ist dieser Pulk hingegen deutlich. In einer Tour brüllt er: „Landesliga, Landesliga, hey, hey!“ Aus dieser Jubeltraube löst sich ein vom Sekt klitschnasser Jan Fitschen, tritt aus dem Rauch und prustet erst mal ordentlich durch. „So etwas vergisst man nicht so schnell“, strahlte der Coach des TSV Ottersberg. Was „so etwas“ ist, das drückte am besten Keeper Felix-Rolf Mindermann aus: „Meister sind wir, Meister!“

Richtig: Die Wümmekicker haben sich den Titel in der Fußball-Bezirksliga Lüneburg geschnappt. Gekrönt haben sie ihre starke Saison mit einem 3:1 (1:0)-Sieg beim VSK Osterholz-Scharmbeck. Mit der Meisterschaft einher geht auch die sofortige Rückkehr in die Landesliga. Und damit ist die Geschichte perfekt. Denn der 26. Mai 2018 war ein ganz bitterer für die Grün-Weißen. Eine 1:5-Heimpleite gegen den SV Teutonia Uelzen hatte damals den Abstieg in die Bezirksliga zur Konsequenz. Nun, auf den Tag genau ein Jahr später, darf der TSV Ottersberg den Wiederaufstieg bejubeln.

Apropos Jubel: Dieser kannte zunächst natürlich keine Grenzen, auch für Jan Fitschen nicht. Doch nach seinen Drehungen mit dem Pulk war für ihn die Zeit gekommen, einen kleinen Rückblick zu werfen: „Man darf eines nicht vergessen, wir standen am 14. Spieltag zehn Punkte hinter Hambergen. Was die Jungs dann gemacht haben, davor ziehe ich den Hut. Mich freut es für den ganzen Verein, weil dort so viele sympathische Menschen am Werk sind. Ich bin einfach nur happy. Ich glaube, wir haben das stärkste Kollektiv der Saison gehabt.“

Und dieses Kollektiv bewies auch beim VSK seine Stärke. Doch zunächst bot der heimische Kontrahent ordentlich Paroli. Nach der ersten Chance durch den VSK war dann aber der TSV am Zug. Jannik Tölle fand im Sechzehner Jan Schröder, der die Ottersberger zum ersten Mal an diesem Tag jubeln ließ – 0:1 (25.). Damit war die Gegenwehr der Gastgeber noch längst nicht gebrochen. Hingegen musste Mindermann in Minute 28 bei einem Schuss von Eugen Zilke sein ganzes Können präsentieren. Er lenkte den Ball gegen die Latte.

Das Nachsehen hatte Mindermann dann 40 Sekunden nach Wiederanpfiff. Die Viererkette vor ihm schaute bewundernd zu, wie Mohamed Taha aus 16 Metern das 1:1 erzielte. Dies war der Weckruf für die Gäste, die phasenweise nachgelassen hatten. Fortan ließen sie aber nichts mehr zu und der VSK sah sich beinahe im Minutentakt den Angriffswellen der Grün-Weißen ausgesetzt. Immer wieder lief das Spiel über David Airich, der folgerichtig aus das erlösende 1:2 markierte (69.). Nun waren die Gastgeber quasi tot, Ottersberg hingegen drängte auf die Entscheidung. Die führte Kapitän Dominick Rosenbrock herbei, in dem er einen Pass abfing, in den Sechzehner marschierte und trocken zum 3:1 abschloss (75.). Damit war die Partie endgültig entschieden und in Minute 90 streifte die TSV-Bank bereits ihre grünen Meister-Shirts über. „Der Schlusspfiff war aber dennoch sehr erlösend“, gestand ein bereits wenige Minuten nach Abpfiff heiserer Dominik Rosenbrock.

Das dürfte sich am Sonntagabend nicht verbessert haben. Denn nach dem Jubel stand die Siegesfeier in Ottersberg an. Und für die gab der Coach eine Vorgabe, als er noch im Pulk stand: „Ich erwarte, auch wenn ihr sonst nicht auf mich hört, dass das Vereinsheim heute abgebaut wird.“ Die Zustimmung der Spieler war ein lautstarke. Somit geht dieser Tag in die Geschichtsbücher des TSV Ottersberg ein – vielleicht mit einer Abrissparty.

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