Dorfplatz in Pennigbüttel

„Eine reelle Chance“

Das Dorfplatz-Projekt in Pennigbüttel braucht Geld und Durchhaltevermögen. Das wurde bei einer Bürgerversammlung aus der Reihe „Pennigbüttel schnackt“ den Beteiligten klar. Die Pläne sind ambitioniert.
31.01.2019, 17:45
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Von Christian Valek
„Eine reelle Chance“

Pennigbüttel, Im Hof: Zwischen dem Domizil des Reitvereins und dem Vereinshaus des SV Komet Pennigbüttel soll ein neuer Dorfplatz entstehen.at.

Christian Valek

Osterholz-Scharmbeck. Der geplante Dorfplatz in Pennigbüttel braucht wohl Jahre, um realisiert zu werden. Das wurde anlässlich der jüngsten Ortsversammlung unter dem Titel „Pennigbüttel schnackt“ deutlich. Die Akteure des Vereins Pro Pennigbüttel nannten schonungslos die Fakten und blieben dennoch optimistisch, das 200 000-Euro-Projekt (wir berichteten) in den kommenden zwei Jahren umzusetzen. „Man muss nur am Ball bleiben“, ist Kassenwart Reinhard Müller überzeugt.

Müller ist optimistisch, was den Bau des Platzes angeht. Die Stadtverwaltung hatte den Finanzbedarf für das Dorfplatz-Projekt auf voraussichtlich 187 000 Euro taxiert (wir berichteten).

Den Zeitrahmen für das Projekt sieht Reinhard Müller bei etwa zwei Jahren. Die Aktiven von Pro Pennigbüttel setzen darauf, dass gut 100 000 Euro an Fördergeldern eingeworben werden können. Dazu könnten Eigenleistungen im Wert von gut 50 000 Euro einfließen. Beispielsweise könnten die erforderlichen Erdarbeiten auf dem 1600 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Vereinsheim und benachbartem Reitverein in Eigenregie erfolgen. Obendrein habe die Stadt dem Verein einen Betrag von 20 000 Euro für den Platz in Aussicht gestellt, wie Müller erläuterte. Und knapp 10 000 Euro sind in der Vereinskasse.

Mitarbeiter aus Verwaltung und vom Landesamt machten den Pennigbüttlern Mut, betonen Müller und de Wolff. In den vergangenen Monaten habe es Gespräche mit Stadt- und Kreisverwaltung gegeben. Ebenso sei man mit Volksbank und Sparkasse im Gespräch. Auch ein Mitarbeiter des Landesamtes für regionale Entwicklung habe sich vor Ort schon mal umgeschaut – und die Pennigbütteler ermutigt. Er sah schon jetzt viele Punkte für eine Förderung erfüllt, wie Müller und de Wolff betonten. Ein Antrag auf Förderung soll nun bis zum 15. September eingereicht werden.

Anregungen gefragt

„Wenn man alles hin und her rechnet, haben wir eine reelle Chance“, ist Kassenwart Reinhard Müller überzeugt. Das Finanzielle sei nur ein Punkt, um das Vorhaben umzusetzen, machte er klar. Entscheidend sei, dass die etwa 2000 Bürger im Ort auch dahinter stünden. Deshalb soll eine Skizze des Dorfplatzes für sechs Wochen in der Bäckerei Behrens ausliegen. Die Bewohner des Ortes seien aufgefordert, ihre Anmerkungen zum Vorhaben mitzuteilen, wie Müller erläutert. „Wir brauchen Eure Meinung.“ Noch fehlt das Geld, um den Dorfplatz zu realisieren. Aber Ideen haben die Pennigbütteler genug. Das zeigte sich unter anderem bei der Namensgebung für den Platz. Die Verantwortlichen von Pro Pennigbüttel hatten eine Anfrage an das Büro von Schlagersängerin Helene Fischer geschickt. Sie hätte dem neuen Platz ihren Namen geben können, aber die Künstlerin gab den Pennigbüttelern einen Korb, erläuterte Ortsvorsteherin Martina de Wolff.

Die Vorsitzende von Pro Pennigbüttel hatte für gut 30 Zuhörer im Vereinsheim des SV „Komet“ weitere Neuigkeiten parat: der stattliche Baum vor dem Vereinsheim hat einen Pilz. „Eine sofortige Fällung ist aber nicht angeraten“, betont Frank Wiesner vom Bauamt der Stadt auf Nachfrage der Redaktion. Zunächst warte man auf die schriftliche Expertise des Fachmanns, betonte der Leiter des Fachbereichs. Erst dann würden weitere Schritte abgesprochen. Für die Gestaltung des zukünftigen Dorfplatzes ist die Nachricht dennoch von Belang. Denn eigentlich sollte mit den Spendeneinnahmen aus der vergangenen Weihnachtsaktion „Lebendiger Adventskalender“ eine Rundbank am Baum finanziert werden. Im vergangenen Jahr kamen insgesamt 1700 Euro zusammen, wie Wolff erläuterte. Nun werde die Rundbank aus zwei Elementen gefertigt und zunächst an anderer Stelle aufgestellt. Später soll sie dann den neuen Dorfplatz bereichern, so die Idee.

Neue Fahrbahn

Unabhängig vom Dorfplatz-Projekt steht die von der Stadt angekündigte Sanierung der Straße im Hof an. Ein Termin steht noch nicht fest. Die Maßnahme soll aber im Frühjahr über die Bühne gehen. Geplant ist, dass die Straße im Bereich zwischen Kindergarten und Vereinsheim eine neue Fahrbahn erhält. Es geht um etwa 150 Meter. Der obere Belag wird abgefräst, um Platz für die neue, vier Zentimeter dicke Decke zu schaffen. Eine gepflasterte Seitenrinne soll fortan das Oberflächenwasser ableiten. Die Kosten dürften bei 40 000 Euro liegen. Bei dieser Gelegenheit sollen schon mal Anschlüsse für den Dorfplatz gelegt werden. Der Straßenbau aber stehe in keinem direkten Zusammenhang zum Bau des Platzes. Es sind zwei Projekte, wie Kassenwart Reinhard Müller erläuterte.

Und auch über mögliche Sponsoren und eine Gegenleistung für zugedachte Spenden hat sich der Verein Gedanken gemacht. Verschiedene Ideen liegen auf dem Tisch. Eine davon ist, am Platz einen Wegweiser aufzustellen, der mit Richtungsschildern der Sponsoren ausgestattet ist. Um Spenden zu generieren, sind mehrere Aktionen geplant. So soll es unter anderem ein Moor-Kino-Event geben, wie Martina de Wolff erläuterte. Auch ein Torten-Back-Wettbewerb inklusive Verkostung soll stattfinden.

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