Zeltstadt in Osterholz-Scharmbeck Garlstedt erwartet Ankunft von 2000 US-Soldaten

Burger, Feldbetten, Dollar: In der Garlstedter Kaserne laufen letzte Vorbereitungen für 2000 US-Soldaten, die dort im Februar gastieren. Sie nehmen an der Großübung „US Defender Europe 2020“ teil.
23.01.2020, 14:29
Lesedauer: 6 Min
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Auf dem Gelände der Bundeswehr-Logistikschule im niedersächsischen Garlstedt laufen die letzten Vorbereitungen für die Ankunft von rund 2000 US-Soldaten. Sie sollen dort im Rahmen der Großübung „US Defender Europe 2020“ ab etwa Mitte Februar für rund eine Woche untergebracht werden. „Was wir hier zur Verfügung stellen, übertrifft bei weitem die Erwartungen der Amerikaner“, versicherte der Kommandeur der Logistikschule, General André Denk, am Donnerstag.

In den vergangenen neun Wochen hatten Spezialpioniere aus Husum auf einer zwei Fußballfelder großen Fläche eine Zeltstadt mit mehr als 20 Großzelten errichtet. In jedem Zelt sollen 80 Soldatinnen und Soldaten Platz finden. Für Verpflegung sei gesorgt, an einer Grillhütte könnten die Gäste zudem auch Burger mit Dollar bezahlen. Und: Es gibt für jeden eine Steckdose, um das Handy aufzuladen.

Die größte Truppenverlegung der USA nach Europa seit 25 Jahren läuft zu einem großen Teil über Deutschland. Damit ist auch der Standort Garlstedt Teil der logistischen Operation. An der Militärübung nehmen insgesamt 37.000 Soldaten aus 19 Nationen teil, rund 20.000 Soldaten werden aus den USA nach Europa verlegt.

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Die Logistikschule liegt auf dem Gelände der Lucius-D.-Clay-Kaserne. Dort sollen diejenigen US-Einheiten untergebracht und versorgt werden, die am Hamburger Flughafen ab Mitte Februar eintreffen und dann von Bremerhaven aus schweres Gerät wie Panzer und Radfahrzeuge nach Osteuropa bringen.

Für die Pioniere sei der Aufbau die perfekte Übung gewesen, sagte Denk. Ein Zeltstadt in dieser Dimension aufzubauen, sei nicht alltäglich. Nach bisheriger Planung soll das erste Flugzeug mit US-Soldaten am 15. Februar in Hamburg eintreffen. Je nach Wetterlage auf dem Atlantik könnten sie dann ab dem 20. Februar nach Bremerhaven gebracht werden, um von dort das per Schiff antransportierte Gerät über Straßen und Schienen nach Osten zu bringen.

Für die USA und die Nato ist die Übung ein Mittel, um ihre Abschreckungsfähigkeit zu demonstrieren. Kritiker sehen darin eine Provokation. „Ich schließe auch Demonstrationen, Straßen- oder Schienenblockaden nicht aus“, sagte Denk. „Wir sehen dem aber gelassen entgegen, denn das gehört zur Demokratie.“ Die Konvois und Transporte sollen vor allem nachts fahren. „Wenn alles planmäßig läuft, wird der Bürger gar nichts davon merken.“

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