Pennigbütteler sammeln für Festplatz Gemeinsam für letzten Stein im Mosaik

In Gedanken haben sie dort schon so manche gesellige Stunde verbracht. Pennigbütteler Vereine hätten für ihren Ort gern einen Festplatz. Aber das Ziel ist noch nicht erreicht.
29.06.2019, 22:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Ulrike Schumacher

Pennigbüttel. Der Ort ist ein idyllisches Fleckchen Erde. Wer durch Pennigbüttel geht, erblickt viel Grün zwischen den Höfen und Häusern. Der Ort hat eine Menge zu bieten für ein beschauliches und angenehmes Leben. Die Pennigbütteler pflegen außerdem ein reges Vereinsleben und sind gern gesellig. Deshalb überrascht es ein wenig, dass dem Ort für festliche Zusammenkünfte ein Platz fehlt. Das könnte sich aber bald ändern.

Vier Vereine setzen sich dafür ein, dass in Pennigbüttel solch ein Festplatz geschaffen wird. Die Initiative Pro Pennigbüttel, der Verein SV Komet, der Reit- und Fahrverein und das Erntefestkomitee des Ortes haben dafür schon einiges auf die Beine gestellt. Und sie sind auf ihrem Weg, das dafür nötige Geld zu erhalten, schon einen großen Schritt vorangekommen. Um den Dorfplatz realisieren zu können, fehlen noch 15 000 Euro. „Daran soll es nicht scheitern“, sagt Reinhard Müller, Kassenwart beim Förderverein Pro Pennigbüttel. Zusammenkommen soll diese noch fehlende Summe durch Spenden. Die Initiatoren hoffen, dass auch die örtlichen Betriebe dem Projekt zum Erfolg verhelfen. Deshalb hatten sie jüngst zu einem Info-Nachmittag ins Vereinsheim des SV Komet eingeladen.

150 Firmen aus Pennigbüttel und Umgebung wurden angeschrieben. Nur zwölf sagten ab, was Ortsvorsteherin Martina de Wolff und Reinhard Müller zuversichtlich stimmte. Doch tatsächlich kamen nur knapp 20 Gäste. Nun werde man, das kündigten de Wolff und Müller zum Ausklang der Veranstaltung an, direkt Kontakt zu den Betrieben aufnehmen. Reinhard Müller: „Wir geben nicht auf. Es wäre doch peinlich, wenn der Festplatz an fehlenden 15 000 Euro scheitern sollte.“ Dann berichtet er, wie das Festplatz-Projekt in Gang kam – nämlich mit der 800-Jahr-Feier 2016.

Damals wurde ein großes Fest auf die Beine gestellt, was bei den Pennigbüttelern so gut ankam, dass die Organisatoren am Ende ein Plus von 12 000 Euro in der Kasse hatten. Das warf die Frage auf, was der Ort mit dem Geld anfangen solle. Die Antwort lautete: „Wir bauen ein Denkmal, das an die 800-Jahr-Feier erinnert.“ Gesagt, aber nicht getan. Denn schon stand die nächste Frage im Raum: „Wohin mit dem Denkmal?“ In anderen Orten stehen sie in der Regel auf dem Dorfplatz. „Aber wir haben ja keinen“, erinnert sich Reinhard Müller an das anfänglich ernüchternde Resümee. Damals sei der Gedanke gereift, dass das so nicht bleiben müsse. Wo solch ein Festplatz entstehen könnte, war ebenfalls schnell beantwortet: „Wo sich sowieso schon das Leben abspielt“, hieß es. Am Sportplatz, auf der Fläche zwischen Reithalle und Vereinsheim.

So lief die Planung an – und brachte erst mal Ernüchterung. 200 000 Euro sollte es kosten, einen Festplatz zu errichten. Vielleicht, so erste Bedenken, ist das für einen 2000 Einwohner zählenden Ort eine Nummer zu groß. Doch Reinhard Müller – „von Berufs wegen schon mit großen Zahlen vertraut" – blieb dran an der Idee und hoffte darauf, dass es für das Projekt Förderung gibt. Aussicht darauf signalisierte dann tatsächlich das Amt für regionale Landesentwicklung. Es hieß, schildert der Kassenwart des Fördervereins, dass „60 Prozent der Gesamtsumme als öffentliche Mittel vorstellbar seien“. Der Festplatz erschien nun nicht mehr als unrealistisch, zumal die Stadt ebenfalls 20 000 Euro zugesagt hatte. Aus formalen Gründen müsse die Stadt sogar noch 5000 Euro drauflegen, sagte Reinhard Müller. Blieben noch 55 000 Euro übrig. Nun lautete die Devise: „Das kriegen wir in Eigenleistung hin.“

Inzwischen ist auch diese noch offene Summe geschrumpft. 15 000 Euro haben die Hauptsponsoren – die Volksbank Osterholz Bremervörde, die Sparkasse Rotenburg Osterholz, die Abfallservice Osterholz GmbH (Aso) und die Osterholzer Stadtwerke – zugesagt. „Auch die Firma Stehnke stellt Mitarbeiter und Gerät für den Bau des Festplatzes zur Verfügung“, freut sich Müller. Weitere Spenden kamen hinzu. Nicht zuletzt durch einen beeindruckenden Wettbewerb im Tortenbacken. „Inzwischen fehlen uns noch 15 000 Euro, um den Antrag auf Landesfördermittel stellen zu können“, sagt Martina de Wolff. Bis zum 15. September muss der Antrag beim Amt für regionale Landesentwicklung gestellt werden. „Die meisten geben auf dem Weg dahin auf“, weiß Reinhard Müller. „Das wollen wir nicht.“ Auch Angelika Saade, Geschäftsführerin des Osterholzer Zeitungsverlages, vertraut als Schirmherrin des Projektes „auf die funktionierende Gemeinschaft der Pennigbütteler mit ihrem selbstlosen Engagement für das Dorf“.

So hoffen die Initiatoren auf weitere Spenden. Bei der Volksbank und der Sparkasse wurden Spendenkonten eingerichtet. Und weitere Aktionen sollen folgen. An diesem Sonntag, 30. Juni, steht ab 11 Uhr in Neuenfelde Nummer 3 Moor-Kino auf dem Programm. Zu sehen ist die Teufelsmoor-Saga nach dem Roman von Elke Loewe. Gezeigt werden bis zum Abend sechs Folgen von jeweils 55 Minuten Länge. „Jede Folge kann unabhängig von den anderen Folgen geschaut werden.“ Für Herzhaftes vom Grill sowie Kaffee, Torte und Kuchen ist gesorgt. Der Eintritt ist frei.

Weintrinker können sich auf den Weinsommer am Sonnabend, 31. August, auf dem Pferdehof Steuer, Im Hof 6, freuen. Er bietet ab 18 Uhr neben der Verkostung verschiedener Rot-, Weiß- und Roséweine auch Prosecco, Flammkuchen, Käse und andere Köstlichkeiten an. Eintrittskarten gibt es für zehn Euro inklusive einem Glas Wein oder Prosecco bei Blumen-Rathaus oder online unter www.pennigbüttel.de. Auf dieser Internetseite gibt es auch nähere Informationen zum Festplatz-Projekt. „Der Erlös beider Veranstaltungen kommt dem Projekt zugute“, sagt Martina de Wolff.

Sie und Reinhard Müller nennen bei der Infoveranstaltung etliche Argumente, die für die Errichtung eines Dorfplatzes sprechen. „Weil wir uns mit diesem Gemeinschaftsprojekt ein Stück Heimat erhalten“, lautet der wichtigste Grund. Ein Modell zeigt, wie dieser Platz aussehen könnte. Dort steht auch ein Wegweiser, auf dem Firmen, die einen größeren Betrag spenden, ein eigenes Schild erhalten. Der Anfang des Dorfplatzes ist im Übrigen bereits gemacht: Eine massive Rundbank steht dort schon.

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