Süße Ostergrüße

Mit Schokohasen ein bisschen Freude bereiten

„Wir halten zusammen“ lautet eine Initiative in Osterholz-Scharmbeck. Die Gruppe hat zu Ostern über 1000 Schokohasen verschenkt. Denn niemand soll das Gefühl haben, in diesen Tagen allein zu sein.
14.04.2020, 16:14
Lesedauer: 2 Min
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Mit Schokohasen ein bisschen Freude bereiten
Von Brigitte Lange
Mit Schokohasen ein bisschen Freude bereiten

Einen Korb voller süßer Osterüberraschungen: Mit Rad und Bollerwagen haben zu Ostern Mitglieder der Initiative "Wir halten zusammen" kleine Geschenke als Zeichen dafür, dass niemand allein ist, verteilt.

Krafft-Schöning

Osterholz-Scharmbeck. Der Osterhase hat sich in diesem Jahr die Unterstützung einiger hilfsbereiter Menschen gesichert: Die Mitglieder der Initiative „Wir halten zusammen“ haben in seinem Namen am K-Sonnabend und Ostersonntag 1200 Schokohasen und 150 Tüten mit Schokoleckereien vor Haustüren in Osterholzer-Scharmbeck gestellt. Nicht immer sei ihnen das unbemerkt geglückt, erzählt Beate Krafft-Schöning, Koordinatorin des Teams. So habe beispielsweise eine alte Dame eine junge Helferin dabei ertappt, wie sie einen Schokohasen bei ihr ablegte. Sie sei zunächst erschrocken gewesen. Aber nachdem ihr die Aktion erklärt und der Hase überreicht worden war, sei sie so gerührt gewesen, dass sie meinte, der süße Gruß sei das eine, „aber, dass Sie hier sind, ist fast noch schöner.“

Der Konzern Mondelez, dem die Marke Milka gehört, spendet jedes Jahr seinen Überschuss an Schokohasen. Als die Kreisstädter davon erfuhren, fragten sie an, ob sie für ihre Aktion „Wir halten zusammen“ bedacht werden könnten. Sie konnten. „Vier Paletten haben wir erhalten“, erzählt Krafft-Schöning. Als sie sahen, welch ein Berg an Schokohasen das war, hätten sie große Augen gemacht. Bis vergangenen Mittwoch fuhren sie alle möglichen größeren Einrichtungen wie das Kreiskrankenhaus, das SOS-Kinderdorf, den Krisenstab sowie Alten- und Pflegeheime an. Telefonisch hatten sie sich zuvor angekündigt. Auf die Weise hätten sie gleich viele der Hasen verschenkt. Am Osterwochenende starteten dann zwei junge Frauen aus dem Team mit Bollerwagen und Fahrrad, um die restlichen süßen Grüße unbemerkt zu verteilen.

„Es geht uns um das Zeichen, um die Geste, wir möchten das Gefühl transportieren, dass wir in diesen Zeiten zusammenhalten und niemand allein gelassen wird.“ Deshalb hätten sie ihre Initiative gestartet, hätten alle Menschen dazu aufgerufen, ihren Nachbarn oder lieben Menschen und denen, die allein seien, eine kleine Aufmerksamkeit vor die Tür zu stellen. „Es soll ja nichts Teures sein“, versichert sie. Mit der Schokohasen-Aktion hat das Team nun seine eigene Idee aufgegriffen. Karten verrieten den Beschenkten, von wem Meister Lampe kam.

Die neun Mitglieder der Initiative hoffen, dass ihre „Wir halten zusammen“-Idee weitere Nachahmer finden wird. Außerdem hat das ehrenamtliche Team die „Du-bist-nicht-allein-Hotline“ gegründet. Von 9 bis 20 Uhr sind unter der Rufnummer 01 62 / 5 38 26 05 Mitglieder der Gruppe zu erreichen, die den Anrufern zuhören und ihnen das Gefühl vermitteln, nicht allein zu sein. Krafft-Schöning: „Wir agieren völlig frei von irgendeiner Partei oder Kirche, sind mehrsprachig und stehen Menschen aller Kulturkreise offen.“ Natürlich hätten sich alle Mitglieder der Hotline zur Verschwiegenheit verpflichtet.

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