Fußball-Bezirksliga 3 Jähes Ende des Höhenflugs

Eine 1:5-Schlappe beim heimstarken TSV Etelsen hat den VSK Osterholz-Scharmbeck auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Mit den ganz Großen der Liga kann die Truppe von Trainer Schilling nicht mithalten.
11.11.2018, 19:45
Lesedauer: 2 Min
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Von Nico Brunetti

Osterholz-Scharmbeck. Allgemein ist eine Festung eine starke Verteidigungsanlage, die hauptsächlich dem eigenen Schutz dienen soll. Gleichzeitig kann eine Festung auch der Ausgangspunkt für eine Offensive sein. Im Sport wird der Begriff Festung gerne für eine Heimstätte benutzt, an der sich der Gastgeber besonders wohlfühlt und kaum Punkte hergibt. Die Fußball-Bezirksliga Lüneburg 3 hat zwei Festungen: Die Sportanlage von Spitzenreiter FC Hambergen mit makelloser Bilanz und das Schlosspark-Stadion: Hier sind die Fußballer vom TSV Etelsen noch ohne einen einzigen Punktverlust. An dieser Tatsache hat sich auch nach dem Spitzenspiel gegen den VSK Osterholz-Scharmbeck nichts geändert.

Im siebten Heimspiel der Saison war es mal wieder eine Machtdemonstration, die das Team von Trainer Gerd Buttgereit auf den Platz zauberte – 5:1 und eine weitere Annäherung auf den nun nur noch zwei Punkte entfernten Liga-Primus Hambergen. Das Schlosspark-Stadion treibt das Team offenbar zur Bestleistung. „Das hängt mit dem Ambiente, dem Flair zusammen. Es beflügelt die Mannschaft, vor so einem Publikum zu spielen“, sagte Etelsens Trainer Gerd Buttgereit. Diese Begeisterung überträgt sich regelmäßig auf die Art und Weise, wie der TSV als Gastgeber agiert.

„Wir haben hier einen richtig guten Platz, die Stimmung ist gut – das pusht einen. Zu Hause sind wir eine Macht, hier müssen wir Pressing spielen“, meinte Etelsens Nico Kiesewetter. Das bekam nun auch der VSK zu spüren. Im Spitzenspiel rollte der Angriffszug von Etelsen sofort. In der Konsequenz führte das zu einem Traumstart. Ein herausragendes Zuspiel von Ex-VSK-Akteur René Hinrichs veredelte Jan-Luca Lange, der sich optimal in den Angriff einschaltete und cool blieb (7.). VSK-Keeper Pelle Buschmann tat dem druckvoll agierenden Gastgeber dann den Gefallen, einen schwerwiegenden Fehlpass in die Füße von Kiesewetter zu spielen. Der umtriebige Angreifer wusste das zu nutzen, bediente den freistehenden Bastian Reiners: 2:0 nach elf Minuten.

Den Kreisstädtern gelang es dann aber, sich von dem Druck zu befreien. Dank eines Fehlers von TSV-Torwart Cedric Dreyer verkürzte Steffen Brünjes dann auch zum 1:2 (23.). In Minute 36 konnte Dreyer seinen Bock aber wieder geradebiegen, indem er per starker Fußabwehr gegen Juri Kiekhöfer den Ausgleich verhinderte (36.). Es war die schwächste Etelser Phase. „Da war so ein kleines Loch da“, gestand Kiesewetter.

Doch in der zweiten Halbzeit machte der TSV schnell klar, dass die Punkte an diesem Tag am Schlosspark bleiben würden. Wieder einmal kam das Buttgereit-Team glänzend aus der Kabine und führte durch die Tore von Luca-Simon Homann (46.), Lasse Müffelmann (53.) und Reiners (60.) dann auch innerhalb einer Viertelstunde die endgültige Entscheidung bei. „Da hatten wir einen Totalausfall und gar keinen Zugriff“, ärgerte sich VSK-Trainer Oliver Schilling, der die vermeidbaren Fehler kritisierte, mit denen sein Team sich das Leben enorm erschwerte.

„Nach der Partie muss ich sagen, dass wir individuell mit solch einer Mannschaft wie Etelsen noch nicht mithalten können. Sie haben eine enorme Qualität, spielen es dominant, und bei uns gibt es noch großes Entwicklungspotenzial. Wir haben zu viele katastrophale Fehler gemacht, das ist ein Lernprozess. Beim nächsten Spiel machen wir es hoffentlich wieder besser“, analysierte Schilling.

Etelsens Trainer Gerd Buttgereit indes freute sich ungemein. „Das war ein geiler Sieg, nach dem man nicht mit Lob sparen darf“, sagte er. Natürlich habe einen Tag zuvor das 2:2-Unentschieden von Hambergen in Oyten für eine weitere Extra-Motivation gesorgt. Den einzigen Wermutstropfen stellten die verletzungsbedingten Auswechslungen von Lange und Reiners dar. Bei beiden sah es nach Spielschluss aber nicht mehr so schlecht aus, sodass nicht zwingend von einem Ausfall ausgegangen werden muss.

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