Nachbarn verärgert Kettensägen-Lärm schreckt Heilshorner auf

Anwohner des Schnepfenweg in Heilshorn ärgern sich, dass auf einem Nachbargrundstück mehrere Bäume gefällt wurden. Nun prüfen Mitarbeiter der Kreisverwaltung, ob alles rechtens war.
24.01.2020, 17:27
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Valek

Heilshorn. Die Anwohner des Schnepfenwegs in Heilshorn liegen mit einem Landwirt im Clinch. Dieser hatte am Sonnabend, 18. Januar, mehrere Bäume auf einem benachbarten Grundstück gefällt. Während Anwohner ihm Naturfrevel unterstellten, war er sich keiner Schuld bewusst. Der Landkreis hat sich in den Streit um die Rechtmäßigkeit der Fällungen eingeschaltet.

Nun wird geklärt, ob es sich im konkreten Fall um eine forstwirtschaftlich genutzte Fläche handelt. Auf dieser sind Holzerntearbeiten nämlich erlaubt. Bei dem betroffenen Wäldchen handelt es sich offenbar um eine Ausgleichsfläche, die in den 1990er-Jahren aufgrund der benachbarten Bebauung dort eingerichtet wurde.

Das Rattern der Kettensäge hatte die Bewohner des Schnepfenwegs am Frühstückstisch aufgeschreckt. Der Besitzer eines benachbarten Waldstücks war mit Traktor, Anhänger und Hilfskräften angerückt, um Holz zu schlagen. Als die ersten Bäume fielen, fragten die Anwohner bei ihm nach. Der Landwirt war sich keines Fehlers bewusst, wie Anwohnerin Cornelia Plötz im Gespräch mit der Redaktion erläutert.

Als die Fällaktion fortgesetzt wurde, informierten die Heilshorner ihren Ortsvorsteher. Als Holger Heier am Schnepfenweg eintraf und zwischen Anwohnern und Landwirt vermittelte, entspannte sich die Lage. Heier bat darum, die Arbeiten ruhen zu lassen, bis Klarheit über den Geländestatus herrsche. „Es gab anfangs schon etwas Aufregung“, erläutert Heier im Gespräch mit dem OSTERHOLZER KREISBLATT. „Später waren alle einsichtig.“ Holger Heier mahnt im Zusammenhang mit den Baumfällarbeiten ein besonnenes Verhalten an. Es sei gut möglich, dass der Mann nichts Unrechtes getan habe, sagt er.

Im konkreten Fall gehe es um bis zu zehn Bäume, die gefällt wurden, erinnert sich Anwohnerin Ulrike Füßer. Zusammen mit ihren Nachbarn sei sie bestürzt darüber. Vor allem, weil es sich meist um gesunde Eichen handele, die fallen mussten. Damit würde unter anderem der Lebensraum für Eulen, Fledermäuse und Ameisen zerstört.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt hatten sich am Montag vor Ort umgesehen und den Fall an die dafür zuständige Kreisbehörde abgegeben. Am Dienstag machten sich Landkreis-Mitarbeiter am Schnepfenweg ein Bild von Lage. Auch ein Vertreter des Nabu schaute vorbei.

“Der Landkreis prüft derzeit in seiner Funktion als Waldbehörde, ob es sich um einen Wald im Sinne des Waldrechts handelt“, teilt Landkreis-Sprecher Malte Wintjen auf Nachfrage der Redaktion mit. Wenn es sich um einen Wald handele, könnten Baumfällarbeiten als „ordnungsgemäße Waldbewirtschaftung“ erlaubt sein, heißt es seitens der Verwaltung. „Die Prüfung ist derzeit noch nicht abgeschlossen.“

Die Anwohner des Schnepfenwegs würden die Fakten anerkennen, wie Ulrike Füßer und Cornelia Plötz betonen. Trotzdem ärgere sie die gesamte Situation. Niemand habe sie in Kenntnis gesetzt, so ihr Vorwurf. Auch das vor Ort geäußerte Argument des Landwirts, dass die Fällungen aus Sicherheitsgründen erfolgen müssten, wollen sie nicht gelten lassen. „Wir müssen sensibel werden, was mit der Natur passiert“, sagt Cornelia Plötz.

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