Langer Mathe-Abend im Gymnasium Einen Abend lang freiwillig Knobeln und Rechnen

Beim langen Mathe-Abend zählt jede Minute: Mit dem Ehrgeiz, die Schnellsten zu sein, machen sich die Osterholzer Gymnasiasten ans Werk. Welche Zahl fehlt in der Würfelschlnage und wo startet welcher Pilot?
15.11.2021, 17:29
Lesedauer: 3 Min
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Von Christa Neckermann

Osterholz-Scharmbeck. „Vielleicht ist die Schwierigkeit, dass man denkt, es sei so leicht?“ Mina legt den Kopf schief und starrt auf den Aufgabenzettel. Die Aufgabe, die die Sechstklässlerin vom Team „FC Mathe-Fan“ (steht für die Initialen Felix, Clemens, Mina und Fenja) mit ihren Teamgefährten zu lösen versucht, scheint in der Tat ganz simpel zu sein: „Wie viele Würfel werden mindestens benötigt, um die Enden der Würfelschlange miteinander zu verbinden?“ Das Bild, das zu der Aufgabe gehört, zeigt eine M. C. Escher-gleiche, verschlungene Aneinanderreihung von Würfeln, in der sich eine Lücke befindet, die geschlossen werden soll. Die vier überlegen, probieren und verwerfen. Schließlich einigen sie sich auf eine Antwort. Doch, ob die stimmt?

„Eigentlich ist Mathe nicht wirklich mein Lieblingsfach“, bekennt Mina. Trotzdem nehme sie regelmäßig an den Känguru-Wettbewerben teil „weil es Spaß macht!“

Mehr Interesse als gedacht

„Wir waren überrascht, wie viele Schülerinnen und Schüler sich angemeldet haben“, sagt Katharina Kurze, die am Gymnasium Osterholz-Scharmbeck Mathematik und Latein unterrichtet. Im Rahmen der MINT-Woche am Gymnasium (MINT für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) veranstaltete die Schule erstmals einen langen Mathe-Abend für die Unterstufe. „Wenn sich 30 Schülerinnen und Schüler melden, ist das schon ein gutes Ergebnis, dachte ich“, erklärt Kurze, doch zur Überraschung der Organisatoren meldeten sich gleich 72 Jugendliche an.

Aus dem 5. Jahrgang nahmen 28 Schülerinnen und Schüler teil, im 6. Jahrgang waren es ebenfalls 28 Kinder, und im 7. Jahrgang immerhin auch noch 17.

Wettbewerb soll Lust auf mehr Mathe machen

Die Aufgaben für die drei Klassenstufen haben die Mathematik-Lehrkräfte Katharina Kurze, Gerrit Hegeler und Referendarin Christina Speidel extra für diesen Mathe-Abend vorbereitet. „Zum Teil haben wir Reserve-Aufgaben des „Känguru der Mathematik“ für die Kinder verwendet und verändert“, erläuterte Kurze. Mit dem Känguru-Wettbewerb, der einmal im Jahr an vielen Schulen stattfindet, soll Lust auf Mathematik gemacht und die mathematische Bildung an den Schulen unterstützt werden.

In drei Runden werden jeweils 10 Aufgaben bearbeitet. Welche Gruppe mindestens sieben richtige Aufgaben vorweisen kann, darf in die nächste Runde einsteigen. Sieger ist, wer am Ende die meisten Runden, und/oder die meisten richtigen Antworten vorweisen kann.

Strategie ist auch gefragt

Dabei ist nicht nur Köpfchen, sondern auch Strategie gefragt. Bei der dritten Aufgabe der ersten Runde geht es darum, Zahlen zwischen 1 und 11 in ein Raster einzutragen, in dem bereits eine Zahl vorgegeben ist. Gefragt ist nach der Zahl, die in einem bestimmten Feld stehen muss. Alle vier sind am Knobeln und Rechnen, der Radiergummi, an den nur Clemens gedacht zu haben scheint, macht Überstunden. Endlich findet sich die Lösung. Doch die vier haben recht lange für diese Aufgabe gebraucht. „Wir teilen und auf“, meint Fenja. „Ihr beide macht die nächste Aufgabe, und Clemens und ich die übernächste“. Durch diese Strategie hoffen die vier, schneller voranzukommen. Doch die nächste Aufgabe möchte Mina erst einmal überspringen. „Von dem Prinzip bei Fahrrädern mit Kettenschaltung habe ich keine Ahnung!“

Wer startet an welchem Flughafen?

Dafür finden die vier schnell heraus, welche Piloten von welchen Startflughäfen abheben, indem sie bekannte Informationen in ein Raster einfügen und dann im Ausschlussverfahren die Lösungen ermitteln. Gegen 20 Uhr rauchen die Köpfe und die kleinen, grauen Zellen benötigen Energienachschub. Dafür hat die Schulleitung mit Säften und Erfrischungsgetränken vorgesorgt, außerdem hat Schulleiterin Karin Bunsas jede Menge Pizza geordert, die nun im Foyer ihre appetitanregenden Düfte verströmen. „Pizza-Pause!“, verkündet Christina Speidel.

Spiele und Bücher für die Sieger

Als Belohnung für den Mathe-Eifer hatte der Schulverein Preise ausgelobt: Spiele und Bücher zu mathematischen Themen für die Siegergruppen und ein kleines Knobelspiel für alle übrigen Teilnehmer. In Jahrgang 5 hat das Team "Einweg-Maske", Fynn, Luis, Linus, Philipp, Thies und Tom, den ersten Platz erreicht. Sie waren schon um 21 Uhr mit den Aufgaben aller drei Runden fertig. Das Siegerteam des 7. Jahrgangs folgte 20 Minuten später. Hier gewann „Team 2“ mit Mio, Nicolai, Finn und Bjarke. Um 21.35 Uhr schloss auch das erste Sechstklässler-Team die dritte Runde ab. "Die XXL-Pizzen" mit Kalle, Anton, Timo, Tom, Leland und Haakon waren erfolgreich.

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