Berufsbildende Schulen

Lernen für das Leben in einer digitalen Welt

In der Berufswelt gehören Computer und Co. längst zum Alltag. Damit die Schüler diese später auch beherrschen, wird bei den BBS inzwischen im Unterricht auch mit Tablets gearbeitet.
18.01.2019, 16:36
Lesedauer: 3 Min
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Von Friedrich-Wilhelm Armbrust
Lernen für das Leben in einer digitalen Welt

Für sie ist es eine Selbstverständlichkeit, im Schulunterricht mit Tablets zu arbeiten: (von links) René Marc Meier, Sönke Ahlers, Paulina Lütjen und Lena Hildebrandt.

Friedrich-Wilhelm Armbrust

Landkreis Osterholz. Für den 18-jährigen Sönke Ahlers und die 17-jährige Lena Hildebrandt ist es eine Selbstverständlichkeit, im Unterricht ein Tablet zu benutzen. Beide besuchen die Berufsbildenden Schulen (BBS) und gehören dem zwölften Jahrgang an. Die Bedienung ähnle dem des Handys, sagt die 17-Jährige: „Ich finde das ganz gut, dass wir hier mit einem Tablet arbeiten. Da hat man im Berufsleben auch viel mit zu tun.“ Als besonderen Vorteil sieht sie: „Arbeitsblätter kann man verlieren, Texte auf dem Tablet nicht.“ Nur das Markieren von Worten, Sätzen und Absätzen sei auf Arbeitsblättern besser.

Vor anderthalb Jahren haben die BBS es verpflichtend eingeführt, ab dem elften Jahrgang ein Tablet im Unterricht einzusetzen. „Das ging nicht von heute auf morgen“, erinnert sich Sönke Ahlers. „Aber wir sind ja damit aufgewachsen. Das begann bei mir schon in der fünften Klasse.“ Zum Einsatz käme das Tablet bei Präsentationen und Recherchen, sagt er. Für ihn zählt zu den Vorteilen des Tablets: „Man braucht nicht mehr so viele Bücher und Hefte mit sich herumzuschleppen.“

Schulleiter Wilhelm Windmann befürwortet die Tablet-Nutzung: „Wir leben in einer digitalen Welt. Für uns als Schule ist es wichtig, dass Jugendliche kompetent mit Medien umgehen können.“ Dazu müssten sie sich auch mit deren Risiken und Gefahren auseinandersetzten, meint der Pädagoge. Präsentationen zu zeigen, Interviews zu machen und Apps anwenden zu können, all das gehöre zum „Handwerk“, so Windmann. Er geht davon aus, dass Schüler mit Tablets „besser, schneller und effektiver lernen“ können.

Tina Brünjes ist Abteilungsleiterin des Beruflichen Gymnasiums und der Fachoberschulen an den BBS. Auch sie begrüßt es, im Unterricht mit Tablets zu arbeiten. „Die Schüler brauchen nicht mehr so viele Arbeitsblätter. Außerdem gibt es Tools und tolle Apps für den Bildungsbereich.“ Als Beispiel nennen die BBS-Schüler Sönke Ahlers und Lena Hildebrandt ein elektronisches Wörterbuch, das auch mit einer Aussprachefunktion versehen ist.

„Unser Berufliches Gymnasium ist eine Schulform, die sich eng an den Erfordernissen der Arbeitswelt orientiert“, sagt die Abteilungsleiterin. Mit der Einführung der Tablets seien die Schulprofile weiterentwickelt worden. Zum Schulprofil gehöre etwa, dass das Berufliche Gymnasium in vier unterschiedlichen Zweigen ausbildet, erklärt sie. So gibt es das Berufliche Gymnasium mit dem Zweig Wirtschaft und den Schwerpunkt Sportökonomie. In verschiedenen Fächern werden wirtschaftliche, gesundheitliche und soziale Aspekte des Sports aufgegriffen. Der Anteil des Sports ist hier höher.

Daneben ist im Zweig Wirtschaft der Schwerpunkt Europe und Business angesiedelt. In den Fächern wird die Idee von Europa aufgegriffen. Im Fach Volkswirtschaftslehre findet der Unterricht zweisprachig, Deutsch und Englisch, statt. Als zweite Fremdsprache kommt Französisch hinzu.

Beim Beruflichen Gymnasium Gesundheit und Soziales liegt das Gewicht auf der Sozialpädagogik. Dort werden psychologische und pädagogische Themen erarbeitet. Persönliche Erfahrungen können in den Unterricht einfließen. Mit diesem Abitur in der Tasche kann die sonst vierjährige Ausbildung zum Erzieher in zwei Jahren absolviert werden.

Im Beruflichen Gymnasium Technik steht die Mechatronik im Mittelpunkt. In den Fächern dreht es sich um Grundlagen zu elektro- und informationstechnischen sowie mechanischen Themen. In den BBS-Werkstätten können sich Schülern zusätzlich handwerklich fit machen und sich auf eine Ausbildung, Duales Studium oder Studium vorbereiten.

Dabei verweist der Bereichsleiter des 13. Jahrgangs, Rainer Müller, auf das Feedback einer ehemaligen BBS-Schülerin. Ina Westermann besuchte die BBS von 2006 bis 2009. Sie ist jetzt Assistentin der Geschäftsführung bei Faun. Ihr zufolge hat der deutlich erkennbare Praxisbezug zu einer höheren Lernmotivation geführt. Man habe als Schüler sofort erkennen können, dass die vermittelten Inhalte wichtig für das spätere Leben seien. Außerdem lobt sie den „persönlichen Einsatz“ mancher Lehrkräfte. „Alle Abitur-Abschlüsse des Beruflichen Gymnasiums befähigen zur Allgemeinen Hochschulreife“, sagt Schulleiter Windmann. „Das ist kein Abitur zweiter Klasse. Es ermöglicht alle Studiengänge.“


Die BBS laden zu einem Informationsabend über das Berufliche Gymnasium und die Fachoberschulen für Dienstag, 5. Februar, ab 18 Uhr in das Forum der Schule, Am Osterholze 2, in der Kreisstadt ein.

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