Fußball-Bezirksliga 3

Lila-weiße Defensivkünstler

Auch nach fünf Spielen hat der SV Komet Pennigbüttel noch kein einziges Gegentor kassiert – einmalig in dieser Saison der Fußball-Bezirksliga 3. Dahinter steckt kein Geheimnis, aber mehrere Gründe.
06.09.2018, 16:40
Lesedauer: 3 Min
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Von Jan-Henrik Gantzkow
Lila-weiße Defensivkünstler

Gelungener Rollentausch vom Stürmer zum Verteidiger: Pennigbüttels Amed Fadika (rechts/hier in einem Spiel gegen Stinstedt).

Hasselberg

Pennigbüttel. Wenn man der Fußball-Weisheit glaubt, dass effektive Sturmreihen zwar Spiele gewinnen, Meisterschaften aber durch die Abwehr entschieden werden, dann dürfte der Titel in der Bezirksliga 3 in diesem Jahr nur über den SV Komet Pennigbüttel gehen. Auch nach fünf Spielen hat die Mannschaft von Marco Meyer noch kein einziges Gegentor kassiert und präsentiert sich einmal mehr als kaum zu knackendes Bollwerk. Kapitän Rafael Monsees, der als Rechtsverteidiger dazu beiträgt, bleibt dennoch auf dem Boden: „Wenn diese Phrase stimmt, dann sollte es für uns ganz gut aussehen. Allerdings haben wir im letzten Jahr gezeigt, dass es nicht immer so kommt“, stellt Monsees lachend fest.

Denn auch in der vergangenen Spielzeit stellten die „Kometen“ die beste Abwehr der Liga und kassierten ganze 26 Gegentore. Am Ende reichte es aber nur zum sechsten Tabellenrang. Auch deshalb verordnete SV-Trainer Meyer seiner Truppe vor der Saison eine offensivere Ausrichtung. Dass die Abwehr trotzdem so stabil steht, überrascht selbst den Übungsleiter ein wenig. „Sicher werden wir wegen der riskanteren Spielweise auch mal unnötige Tore kassieren. Der Prozess ist längst noch nicht abgeschlossen, aber die Jungs machen das schon sehr gut. Sie haben es einfach verinnerlicht, dass eigene Tor zu sichern“, lobt Meyer.

Auch Schlussmann Philip Böttjer ist mit dem Auftakt naturgemäß hochzufrieden: „Als Torwart will man natürlich immer zu null spielen und wünscht sich so einen Start. Das haben wir uns aber gemeinsam verdient“, zeigt sich die Nummer eins der „Kometen“ als Teamplayer. Und gerade dieser Zusammenhalt ist mit Blick auf die defensive Dominanz ein ganz entscheidender Faktor. „Natürlich haben wir eine super Viererkette, aber die ganze Mannschaft verteidigt im Kollektiv. Das geht schon vorne los“, erklärt Böttjer. In das gleiche Horn stößt Rafael Monsees: „Wir haben im Defensivbereich und gerade im Tor schon gute Einzelspieler, ein großer Vorteil ist aber vor allem, dass sich viele dieser Akteure schon jahrelang kennen und zusammenspielen. Da herrscht blindes Vertrauen“, weiß der lauffreudige Spielführer. Neben Böttjer und Monsees sind es so vor allem der zuverlässige Kevin Rapp oder der bärenstarke Innenverteidiger Stefan Hobbie, die seit Jahren gegnerische Stürmer zur Verzweiflung treiben.

Selbst der Weggang eines Führungsspielers und Abwehrrecken wie Jens Wöltjen, der die Konkurrenz vor der Saison zumindest auf einen Einbruch der lila-weißen Abwehrwand hoffen ließ, kann so kompensiert werden. Etwa durch René Thiel, die routinierte Allzweckwaffe der „Kometen“, oder durch Amed „Fadi“ Fadika, der innerhalb von nur zwei Jahren vom Stürmer zum zentralen Verteidiger umgeschult wurde. „Er macht seine Sache richtig gut und geht in der neuen Aufgabe total auf. Man merkt ihm den Willen an, das ist wirklich klasse“, lobt Cheftrainer Meyer seinen neuen Defensivakteur. Und auch Rafael Monsees ist voll des Lobes für den ungewohnten Nebenmann: „Natürlich ist das noch neu und in der Kommunikation gibt es Luft nach oben, Fadi bringt aber eine große Zweikampf- und Kopfballstärke mit. Das klappt wirklich gut.“

Bei aller Qualität und bei allem Selbstverständnis bleiben sie in Pennigbüttel aber demütig. „Es ist noch viel zu früh, um jetzt zu sagen, wohin die Reise geht. Das waren bei allem Respekt auch noch nicht die die ganz großen Namen der Liga, und wir hatten das nötige Glück. Schon mit dem Spiel gegen Etelsen wartet jetzt ein echter Prüfstein. Darauf freuen wir uns aber auch“, blickt Marco Meyer auf das Duell mit dem Tabellenführer voraus, der in fünf Spielen schon 25 Mal traf. Auch Philip Böttjer freut sich schon auf die Aufgabe und hofft seine Serie ohne Gegentor weiter auszubauen – den Bundesligarekord von Timo Hildebrand (884 Minuten) hat er dabei aber nicht im Kopf. „Im Endeffekt gewinne ich lieber 2:1, als dass ich 0:0 spiele. Von daher würde ich auch ein Gegentor gegen die vier verpassten Punkte eintauschen“, grinst der Leistungsträger. Doch je länger die Null steht, desto wahrscheinlicher wird auch, dass sich die Weisheit von der meisterlichen Defensive einmal mehr bewahrheiten könnte. So wie 2016, als Pennigbüttel in die Landesliga aufstieg – mit der besten Abwehr der Liga, versteht sich.

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