Open-Air-Konzert Melancholie unter freiem Himmel

Die Kultband Element Of Crime tritt beim dritten Open-Air-Festival an der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck auf. Das Konzert findet am 1. September statt. Bei den Veranstaltern wächst die Vorfreude.
17.08.2018, 10:20
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Pfeiff

Landkreis Osterholz. In den vergangenen 15 Jahren hat sich der gebürtige Bremer Sven Regener vor allem als Autor von Bestsellern wie „Herr Lehmann“, „Neue Vahr Süd“ und zuletzt „Wiener Straße“ einen Namen gemacht. Dass sein Herz mindestens ebenso stark – und auch schon wesentlich länger – für die Musik schlägt, beweist Regener in schöner Regelmäßigkeit als Frontmann seiner bereits 1985 gegründeten Band Element Of Crime.

Diese plant für den frühen Oktober nicht nur die Veröffentlichung eines neuen Studioalbums mit dem Titel „Schafe, Monster und Mäuse“, sondern ebenso eine begleitende Konzertreise, welche Element of Crime – zumindest laut bisher veröffentlichtem Planungsstand – nur in handverlesene Spielstätten führen wird. Dazu zählt auch das Open Air an der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck, dessen dritte Auflage sowohl aus Sicht des Stadtmarketings als auch der Kooperationspartner von Koopmann Concerts bereits als Fortführung einer Tradition gilt.

„Natürlich hofft man als Veranstalter, derartige Veranstaltungsorte langfristig nutzen zu können, und wir haben bereits zahlreiche Ideen für die kommenden Jahre“, erklärt Oliver Mücke, seines Zeichens Co-Geschäftsführer der Konzertagentur. Hinsichtlich des nun bereits zweifach bewährten Open-Air-Geländes direkt neben der Stadthalle gerät Mücke regelrecht ins Schwärmen: „Eine für Konzertveranstaltungen dieser Größenordnung nutzbare Fläche gibt es in Bremen überhaupt nicht mehr. Wenn wir dort Open-Air-Konzerte planen wollen, muss es sich schon um Großveranstaltungen mit mindestens 20 000 zahlenden Gästen handeln, bevor sich das Ganze für alle Beteiligten überhaupt lohnt – von den immer zahlreicheren und immer strengeren Veranstaltungsauflagen ganz zu schweigen.“

Probleme dieser Art habe man an der Stadthalle OHZ überhaupt nicht. Es sei im Gegenteil „eine überaus luxuriöse Situation“, quasi die ganze Stadthalle als Backstage-Bereich nutzen zu können. Auch der Standort sei ideal, so Mücke: Vom Bremer Hauptbahnhof braucht man gerade einmal 13 Minuten zum Konzertgelände. „Das ist näher als das Pier 2.“ Zudem genießen die Konzertveranstalter die volle Rückendeckung durch die Stadtverwaltung: „Ich habe die Idee eines Open-Air-Konzerts an der Stadthalle von Anfang an unterstützt“, sagt Bürgermeister Torsten Rohde. „Mittlerweile wissen ja einige, dass ich auch selbst ein großer Musikfan bin und hoffe, dass diese junge Tradition noch lange Jahre Bestand haben wird.“

Zwar dürften Regener und seine Bandkollegen eine etwas andere Zielgruppe ansprechen als Johannes Oerding und Fury In The Slaughterhouse, die in den Vorjahren für musikalische Freiluftspektakel neben der Stadthalle sorgten. Dennoch rechnen Veranstalter und Organisatoren mit etwa 3000 Besuchern. Selbst bei 5000 Gästen wäre auf dem Gelände noch hinreichend Platz vorhanden: „Wir haben erstmal nur eine kleine Nutzungsgenehmigung beantragt, die uns die Durchführung von Veranstaltungen mit maximal 5000 Besuchern erlaubt“, sagt Stadthallenprokurist Matthias Renken.

Er schätzt aber, dass das Areal noch Platz für mindestens 2000 weitere Konzertbesucher bieten würde. Die im Vorprogramm agierenden Formationen Swutscher und Isolation Berlin hat sich die Band selbst ausgesucht: „Im Regelfall werden Support-Bands durch Plattenfirmen ausgewählt oder kaufen sich auf die Tourneen ein. Das läuft bei Element of Crime anders: Die sprechen selbst Einladungen zur Tourneebegleitung aus und verbringen auf Tour viel gemeinsame Zeit mit ihren Mitreisenden“, weiß Oliver Mücke.

So rechnen die Organisatoren für den 1. September einmal mehr mit einem prall gefüllten Platz neben der Stadthalle, zumal die vorherigen Freiluftkonzerte Osterholz-Scharmbeck auch überregional als Spielstätte etabliert hätten und die Tourneekonzerte von Element Of Crime stets von durchschnittlich 5000 bis 6000 Fans besucht würden. Selbst angesichts der aktuell recht unvorhersehbaren Wetterlage herrscht Entspannung: „Bei Element Of Crime wäre es auch nicht so schlimm, wenn kein strahlender Sonnenschein herrscht“, befindet Oliver Mücke sowohl bezüglich der häufig von Melancholie geprägten deutschsprachigen Klänge des Quartetts als auch im Hinblick auf den Nachnamen des Frontmanns.

Eintrittskarten für das Open-Air-Konzert am Sonnabend, 1. September, an der Stadthalle mit Element Of Crime sowie den Vorbands Swutscher und Isolation Berlin gibt es bei der WÜMME-ZEITUNG, Hauptstraße 87 in Lilienthal, Telefon 04298/ 2704 6510, und bei nordwestticket.de. Einlass ist ab 18 Uhr, ab 18.30 Uhr eröffnen Swutscher musikalisch den Abend. Veranstaltungsbesucher werden darum gebeten, nach Möglichkeit die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen: „Irgendwann sind die entsprechenden Kapazitäten auf dem Publica-Gelände erschöpft“, weiß Renken.

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