72-Stunden-Aktion der Landjugend Pennigbüttel Mission erfüllt

72 Stunden bis zum Dorf-Grillplatz: Die Pennigbütteler Landjugend hat ihre Mission erfüllt und einen neuen Platz zum Feiern gebaut. Wir haben sie dabei mit der Kamera begleitet.
27.05.2019, 18:24
Lesedauer: 3 Min
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Von Maximilian von Lachner (Fotos) und Antje Borstelmann (Text)

Seit der „Verkündung“ ist noch keine halbe Stunde vergangen. Sieben oder acht Zweier-Gruppen sind schon eingeteilt und losgeschickt worden, um Geld zu besorgen. Sie werden in Pennigbüttel von Haustür zu Haustür gehen, um Bares oder Sachspenden für ihr Projekt einzuwerben.

Die ersten 300 Euro kommen vom Dorfgemeinschaftsverein, aber die werden sicher nicht reichen. Danny Schachtschneider und sein Vorstandsteam von der Pennigbütteler Landjugend brüten über einem Stück Papier mit einer grob aufgemalten Bleistiftskizze. „Kann mal jemand nachmessen?“ Nicht so einfach, aus einer Hütte eine mit doppelt so viel Platz zu machen, ohne die Grundfläche zu vergrößern. In die Höhe bauen? Fällt wohl aus. „Dann müssten wir das ganze Dach neu machen“, sagt Schachtschneider und schüttelt den Kopf. Und überhaupt: Wohin bloß künftig mit Rasenmäher und anderen Utensilien, die zuvor in der Hütte gelagert waren?

Die Mission hat es wirklich in sich. Nur 72 Stunden bleiben den Pennigbüttelern, um sie zu erfüllen. Karl Schönemeier, früher mal Ortsvorsteher in Pennigbüttel und auch schon vor vier Jahren bei der letzten 72-Stunden-Aktion der Niedersächsischen Landjugend als „Agent“ im Dienst, hat es erneut übernommen, den hiesigen Landjugendlichen ihre Aufgabe zu überbringen: „Baut eure Hütte so aus, dass eine Landjugend-Vollversammlung darin stattfinden kann. Die Grundfläche dürft ihr nicht verändern.“

Aufgeregtes Gemurmel unter den jungen Leuten, die sich noch eine Viertelstunde vorher ganz relaxt gegeben haben. Bei einer Flasche Bier haben sie sich mit T-Shirts, Sonnenbrillen, Zollstöcken, Papiertüten, Stiften, Aufklebern und mehr aus dem großen Karton eingedeckt, den die Niedersächsische Landjugend gefüllt hat.

Mit dem Hüttenumbau aber nicht genug. Schönemeier hat eine weitere Aufgabe in petto: die Errichtung eines für jedermann leicht zugänglichen Grillplatzes, natürlich überdacht. Wieder ein Raunen im Kreis der bestimmt 20 Helfer, die am Donnerstagabend hinterm Pennigbütteler Sportplatz zusammengekommen sind. Publikum hat sich auch schon eingefunden: Bekannte und Verwandte, Vertreter des Dorfgemeinschaftsvereins.

Allein ist die Landjugend nicht, auch wenn sie die Mission alleine wuppen muss. Viele helfen – mit Geld, mit Nudel- und Kartoffelsalat, mit Würstchen und Frikadellen, mit Getränken und Kühlschrank, mit Maschinen, Werkzeug, mit Zeit und Muskelkraft. Oder mit Materialspenden. „Alle hier im Dorf haben an einem Strang gezogen, alle waren ansprechbar und hilfsbereit, jeder Betrieb hat sich eingebracht“, wird Schachtschneider später Bilanz ziehen.

Zunächst aber gilt es einzuteilen, zu organisieren, zu planen, Ideen zu entwickeln. Die Landjugend ist gut vernetzt; schnell ist klar, wen man für was ansprechen kann. Das Vorbild für den großen Grill zum Beispiel, am Ende so etwas wie das „Sahnehäubchen“ auf der Anlage, haben die jungen Leute bei Google entdeckt, das Edelstahlkonstrukt dafür hat ein örtlicher Betrieb spontan nachgebaut.

Sonnabendnachmittag ist davon allerdings noch nichts zu sehen. Dafür ist die Hüttenerweiterung umso weiter gediehen. Wände sind gezogen worden, neue Fenster und Türen sind drin; draußen wird gestrichen, innen wird gedämmt. Künftig werden sich die Landjugendlichen dort auch im Winter aufhalten können – einer kleinen E-Heizung sei dank. Nebenan entsteht unterdessen der öffentliche Grillplatz. Einige sind beim Pflastern, andere stellen gerade die letzten Dachbalken auf. Gleich ist Richtfest.

Einen weiteren Nachteinsatz und knapp 24 Stunden später, zweieinhalb Stunden vor Ende der Frist, ist es vollbracht, haben es die 30 bis 35 jungen Leute, die jeden Tag auf der Baustelle waren, geschafft: Der Richtkranz hängt an der Frontseite einer geschätzt 25 Quadratmeter großen Grillhütte mit Fußboden, Seitenwänden, richtigem Eingangsbereich und vor allem mit Dach. Wetterunabhängig, schon mit Tisch und Bänken, samt Blumenbeet und Blumentöpfen, bereit für jede große Grillparty.

Danny Schachtschneider zeigt auf zwei große aufgestellte Abfallbehälter links und rechts. „Wir hoffen, dass jeder, der hier feiert, den Platz in Ordnung und sauber hält“, appelliert er an künftige Nutzer.

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