Fußball-Kreisliga Osterholz Nikolai Süß vom VSK Osterholz-Scharmbeck: Hinten hält er, vorne trifft er

Eine Position ist Nikolai Süß nicht genug. Der 18-Jährige ist beim der U19 des VSK Osterholz-Scharmbeck Torwart und bei der Zweiten Herren Feldspieler - und beweist dort seinen Torinstinkt.
15.01.2021, 14:06
Lesedauer: 3 Min
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Von Reiner Tienken

Osterholz-Scharmbeck. Nikolai Süß ist auf den Geschmack gekommen. Der 18-jährige Fußballer füllte beim VSK Osterholz-Scharmbeck in der Herbstserie 2020 eine Doppelrolle mit Bravour aus – die eines Schlussmannes und eines Torjägers. Nikolai Süß gilt als sicherer Torhüter der U19-Junioren sowie als abschlussstarker Feldspieler des zweiten Herrenteams beim Kreisstadtverein.

„Ich habe früher unter Trainer Michael Jänichen als Stürmer angefangen. Es ging dann immer weiter eine Position zurück für mich“, sagt der Freizeitkicker über seine verschiedenen Aufgaben auf dem Rasen. Die Datenbank spuckt für den Schüler in der unterbrochenen Saison drei Partien in der U19-Landesliga Lüneburg sowie sechs Begegnungen in der Herren-Kreisliga Osterholz aus (737 Minuten).

Der VSK-Akteur fühlt sich auf der Schlüsselposition zwischen den Pfosten wohl. Die gehobenen Ansprüche, die inzwischen von einem Torhüter verlangt werden, stellen den Kreisstädter vor keine großen Probleme. „Ich halte die spielerischen Elemente und das offensive Torwartspiel für meine Stärken“, erklärt der Werder-Fan. Ex-Profi Tim Wiese zählt zu den Lieblingsspielern des Stammkeepers des VSK Osterholz-Scharmbeck.

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Die Einsätze in der U19-Landesliga bereiteten dem Kreisstädter in der Herbstserie jedenfalls wenig Probleme. „Die Klasse war nicht die Herausforderung. Es gab für uns nur zwei Mannschaften, die halbwegs mithalten konnten. Langweilig ist mir trotzdem nicht geworden. Es gab immer mal Rückpässe“, führt Nikolai Süß aus. Im Herrenbereich war der Hobby-Kicker hingegen mitunter im gegnerischen Strafraum anzutreffen. „Meistens bin ich auf der Achter-Position im Mittelfeld eingesetzt worden. Auch mal im Tor. Meine Lieblingsposition im Feld ist auf dem linken Flügel. Da war ich aber nicht so erfolgreich“, gibt Nikolai Süß zu verstehen. Umso erfolgreicher war der Aushilfsspieler im Herrenbereich dafür, wenn er als Feldspieler aus der zweiten Reihe auf das gegnerische Gehäuse zusteuerte. Fünf Treffer bei sechs Einsätzen, darunter eine Nominierung im Tor, deuten auf viel Kaltschnäuzigkeit hin. Mehrere Torerfolge sind dem VSK-Akteur nachhaltig im Gedächtnis haften geblieben. „Mein erstes Tor mit einem 20-Meter-Schuss in Seebergen fand ich ganz schön. Den Lupfer mit dem schwächeren Fuß in dem Spiel genauso“, erinnert sich Süß. Die Abschlussqualitäten des VSK-Spielers hatten sich im Herbst bereits herumgesprochen. „Ganz lustig war, dass einer meiner Mitschüler seine Mannschaft extra vor mir als Gegenspieler gewarnt hatte. Dabei stand ich dann aber gegen Wallhöfen im Tor“, berichtet Nikolai Süß. Beim inzwischen verzogenen Mitschüler und VSK-Gegner handelte es sich seinerzeit um Kevin Satzinger.

Der Killerinstinkt kommt für das Nachwuchstalent, das den ehemaligen Werder-Profi Max Kruse (FC Union Berlin) als seinen Lieblingsspieler im Feld bezeichnet, nicht von ganz ungefähr. „Ich habe schon bei der ersten Herren unter Trainer Thorsten Westphal mittrainiert und dort auch Torschussübungen mitgemacht. Da habe ich schon ganz gut abgeschnitten“, deutete Nikolai Süß an, dass auch Stürmerblut in seinen Adern fließt. Dem Torwart und Torjäger spielte bei seinen Berufungen die dünne Spielerdecke im Angriff der VSK-Reserve in die Karten. „Die zweite Herren hatte Stürmermangel. Da habe ich mich bereiterklärt, dort auszuhelfen. Das hat ja gut geklappt“, blickt der Emporkömmling auf ein trotz der Coronakrise gelungenes Halbjahr zurück.

Torwart und Linksaußen sind einem Sprichwort zufolge bekannt dafür, dass sie als Fußballer mitunter eine Macke haben. Für Nikolai Süß galt dies zumindest vorübergehend. „Es gab mal die Macke, vor dem Spiel ein Ben & Jerry‘s-Eis zu mir zu nehmen. Da spielte ich dann immer besonders gut. Dies habe ich mir inzwischen abgewöhnt. Sonst habe ich mit Ritualen nicht viel am Hut“, erklärt Süß. Während der Pandemie heißt es für den Noch-A-Jugendlichen, fit zu bleiben. „Ich gehe, wenn es trocken ist, joggen. Außerdem spiele ich mit meinem Bruder Maxim zusammen“, sagt die VSK-Stammkraft über die fußballlose Zeit. Der Ballfänger und Torschütze vom Dienst bevorzugt für die Zukunft doch eher die Position im Gehäuse.

„Die Rolle im Feld ist zwar ganz lustig, aber nichts auf Dauer für mich. Ich bin schon lieber im Tor“, entgegnet Nikolai Süß. Der Spieler, der seine Laufbahn 2009 beim VSK Osterholz-Scharmbeck begann, möchte auch im Herrenbereich über den NFV-Kreis Osterholz hinauskommen. „Mein Ziel ist mindestens die Bezirksliga“, soll es für den beidfüßig veranlagten Fußballer mehr sein als nur die Beletage auf Kreisebene. Mit seinem Talent als Schlussmann und Torjäger stehen da die Aussichten für Nikolai Süß gar nicht schlecht.

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