Nordwestdeutscher Volleyball-Verband Was kommt ab Januar?

Die Fortsetzung des Volleyball-Spielbetriebs wird noch eine Weile auf sich warten lassen müssen, zumindest einen Monat länger als in den allermeisten übrigen Sportarten. Und was passiert nach dem Dezember?
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Tobias Dohr und Dennis Schott

Karlshöfen/Gnarrenburg. Bevor die Volleyball-Saison richtig losgehen konnte, ist sie auch schon vorbei. Oder besser gesagt: unterbrochen. Gerade einmal zwei Spiele konnten die Oberliga-Damen der SG Karlshöfen/Gnarrenburg bestreiten, ehe das Amateursportverbot ausgesprochen wurde. Die Fortsetzung des Volleyball-Spielbetriebs wird dabei noch eine Weile auf sich warten lassen müssen, zumindest einen Monat länger als in den allermeisten übrigen Sportarten. Denn der Nordwestdeutsche Volleyball-Verband (NWVV) verlängerte die Unterbrechung des Spielbetriebs freiwillig bis zum Ende des Jahres. Im Dezember soll der Verbandsspielausschuss mehrere Varianten für eine Rückkehr in den Spielbetrieb im neuen Jahr erarbeiten.

Der NWVV nimmt damit schon ein zweites Mal eine Vorreiterrolle ein. Schon im März hatte der Verband seinen Spielbetrieb unterbrochen, als die Fußballer und Handballer noch hofften, die Saison irgendwie zu Ende spielen zu können. Schon damals, sagt Karlshöfens Damen-Trainer Alexander Maaser, seien Szenarien entwickelt worden, wie es im Fall eines zweiten Lockdowns weitergehen könnte. „Der normale Ligastart hat nun schon mal nicht geklappt“, meint SG-Coach Maaser. Durch den Wegfall des Dezembers beraube man sich selbst der Möglichkeit, noch möglichst viele Spiele absolvieren zu können – natürlich vorausgesetzt, dass dann schon wieder gespielt werden dürfte. Aber ob es so kommen wird? Eher nicht.

„Deswegen ist das mit der Pause schon in Ordnung“, spricht Maaser von einer angemessenen Entscheidung. Immerhin könnte die SG Karlshöfen/Gnarrenburg ab Dezember wieder trainieren, wenn schon keine Spiele ausgetragen werden dürfen. Aber auch das hängt vom aktuellen Infektionsgeschehen ab. In den kommenden vier Wochen jedenfalls geht gar nichts mehr. „Die Gemeinde hat die Halle für die nächsten vier Wochen gesperrt“, so Maaser.

Lesen Sie auch

Schade sei das, findet Alexander Maaser. Aber dass so konsequent gehandelt werden musste, war für ihn absehbar gewesen. Der Oberligist hatte schon seinen Heimspieltag verschoben, nachdem die Infektionszahlen in der Gemeinde stark gestiegen waren. Alexander Maaser findet auch, dass die Hygienekonzepte in den Vereinen „gut funktioniert“ hätten. Nur ist das allgemeine Ausmaß so groß, dass auch der Amateursport betroffen ist. „Aber wenn man sich mal die Karte anschaut, dann gibt es nur rote und dunkelrote Gebiete. Man musste schon was tun“, findet Maaser.

Die Frage, wie die Saison fortgesetzt werden kann, bleibt jedoch. Nur in Form einer einfachen Hinrunde? Oder Rückrunde? Für Maaser denkbare Varianten. „Ich denke nicht, dass man alle Spiele ab Januar noch unterkriegen kann“, sagt er. Sich auf weniger Spiele zu beschränken, würde den Termindruck wesentlich entzerren. Fest steht für Maaser aber auch: Eine Saison ohne eine Regelung wäre ärgerlich. „Irgendeine Form der Wertung muss es geben. Das wünschen sich auch die Mädels.“

Für Recep Divanoglu stellt aber genau diese Wertung ein Problem dar: „Es wird schwer, da etwas wirklich Gerechtes zu finden“, sagt der Trainer von Herren-Verbandsligist VSK Osterholz-Scharmbeck. Sein Team spielt in dieser Saison in einer 7er-Liga, hat bislang erst zwei Punktspiele absolviert – beides Auswärtsspiele. „Natürlich wird man es schaffen, zumindest die Hinrunde zu spielen. Aber dann wird es Teams geben, die vier Auswärtsspiele hatten und nur einen Heimspieltag. Das kann schon ein entscheidender Faktor sein“, so Divanoglu.

Am Ende müsse man sich wohl erneut die Frage stellen, ob eine Wertung in dieser Saison überhaupt Sinn macht. Vor allem, wenn es so kommt, wie der VSK-Coach befürchtet: „Ich kann mir ehrlich gesagt momentan nicht vorstellen, dass die Lage im Januar großartig anders sein wird“, erwartet Divanoglu auch über den Dezember hinaus eine große Unsicherheit in Sachen Spielbetrieb. Verständnis für die Maßnahmen des Verbandes hat er in jedem Fall trotzdem: „Auch wenn es sehr schade und ärgerlich ist: Es ist und bleibt ein reines Hobby bei uns, da gibt es sicher viele andere Dinge, die wichtiger sind.“

Lesen Sie auch

Divanoglu und seine routinierten VSK-Volleyballer, die meisten davon bekanntermaßen ja längst jenseits der 40 Jahre, haben es in der Vergangenheit gelernt, das Beste aus der Situation zu machen. Und da gehört der Humor zweifelsohne dazu: „Ich werde jetzt jedem einzelnen Spieler einen individuellen Trainingsplan erstellen und kann dann nur an die Vernunft appellieren, dass die Jungs sich auch daran hatten werden“, sagt der VSK-Coach zum Abschluss lachend.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+