Sommeratelier auf Gut Sandbeck Die Mutter in Öl

Viel Raum - sowohl für die Teilnehmer als auch für die Fantasie: Das Sommeratelier des Osterholzer Kunstvereins in der Scheune von Gut Sandbeck erfreut sich wachsender Beliebtheit.
28.07.2021, 19:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Christa Neckermann

Osterholz-Scharmbeck. Eva Betz deutet auf ein Bild, das vor ihr auf dem Boden steht: „Hier male ich eine Fotografie ab, die meine Mutter zeigt.“ „Die Ölfarbe muss erst trocknen, bevor ich damit weitermachen kann.“ Inzwischen trägt Betz sorgsam zartrosa Pinselstriche auf eine zweite Leinwand auf – ein Landschaftsbild mit dem rosenfarbenen Licht der untergehenden Sonne. „Ich weiß nicht, ob ich das alles bis Sonntag fertig bekomme – aber falls nicht, stelle ich meine Bilder eben so auf, wie sie dann sind!“

Die Stimmung in der Scheune von Gut Sandbeck, in der in diesem Sommer zum fünften Mal das Sommeratelier des Kunstvereins mit 13 teilnehmenden Künstlern stattfindet, ist entspannt. Entspannt, was das Ergebnis angeht. „Hier steht niemand unter Druck, alle dürfen und sollen sich ausprobieren“, sagt Waldemar Gra?ewicz, der von Anfang an das Sommeratelier des Kunstvereins betreut. Es sei ein freies Atelier, einige der Teilnehmer malten bereits wie Profis, bei anderen stehe noch das Freizeitvergnügen an erster Stelle, so Gra?ewicz. Daher gebe er auch keine Anweisungen oder Vorgaben, sondern steuere nur dann seine Meinung bei, wenn er darum gebeten werde. „Die Vielfalt ist es, die mich hier anspricht.“ Jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin habe ihre eigene Technik, ihre eigenen Ideen. „Manchmal rät uns Waldemar, dass das Werk eigentlich fertig wäre“, sagt Elisabeth May. Vor ihr steht eine Leinwand mit roten Linien und Punkten, die entweder an elektrische Leitertafeln erinnern oder an den Plan einer U-Bahn einer mittelgroßen Stadt.

Marion Herrmann ist zum ersten Mal beim Sommeratelier dabei. Sie arbeitet hier erstmals mit Acrylfarben und fühlt sich, umgeben von Gleichgesinnten, sehr wohl. „Es ist ja ein Ausprobieren. Hier habe ich immer jemanden, den ich fragen kann, weil er oder sie schon länger mit dem Medium Acrylfarbe arbeitet als ich“, sagt sie zufrieden. Heute male sie an einem Selbstporträt, das sie von einer Fotografie abmalt. „Ich bin selbst sehr auf das Ergebnis gespannt“, sagt Herrmann lachend.

In der großen Scheune arbeitet Werner Gräbel an Aquarellen. Gerade demonstriert er Katrin Schütte, der Vorsitzenden des Kunstvereins, und Waldemar Gra?ewicz eine neue Technik. „Ich befeuchte das Aquarell ganz leicht und wische dann mit einem Papiertaschentuch  über das Bild – dadurch entstehen diese Steifen, die wie ein Windhauch wirken.“ Gräbel bannt am liebsten Landschaften auf das Papier, über seinen feinen Aquarellen scheint dabei immer ein leichter, feiner Schleier zu liegen.

Katja Lindemann hat sich eine Zeichnung ihrer Enkelin vorgenommen. Die damals Dreijährige hat ein Männlein mit blau-gelbem Kleid gemalt, das Lindemann nun mit Hilfe eines Plotters um einige Größen vergrößert hat. „Ich mache gern etwas aus den Arbeiten meiner Enkelkinder“, sagt Lindemann. „Sie sind noch so herrlich unverdorben!“

„Wir hatten sehr viele Anmeldungen zu unserem Sommeratelier“, freut sich Katrin Schütte. Viele hätten geradezu darauf gewartet, wieder an solchen Veranstaltungen teilzunehmen. „Dem großen Andrang haben wir insofern Rechnung getragen, als wir eine zweite Sommeratelier-Woche im August anbieten werden“, so Schütte. Zwei Bremerinnen, die sich dafür angemeldet hätten, seien schon vorbeigekommen, um sich hier umzusehen. „Wir haben hier die Möglichkeit, dass die Teilnehmer viel Platz haben. Das ist an vielen möglichen Orten in Bremen nicht der Fall“, erläutert Schütte.

Die Ausstellung der Arbeiten des Sommerateliers des Kunstvereins wird am Sonntag, 1. August, um 16 Uhr eröffnet. Danach ist die Ausstellung an den Wochenenden bis 14. August jeweils sonnabends von 15 bis 18 und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung zum Besuch  in der Sandbeckstraße 13 ist nicht erforderlich, jedoch sind die geltenden Corona-Regeln zu beachten.

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Die Ausstellung der Arbeiten des Sommerateliers des Kunstvereins wird am Sonntag, 1. August, um 16 Uhr eröffnet. Danach ist die Ausstellung an den Wochenenden bis 14. August jeweils sonnabends von 15 bis 18 und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung zum Besuch  in der Sandbeckstraße 13 ist nicht erforderlich, jedoch sind die geltenden Corona-Regeln zu beachten.

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