Tortenschlacht für den guten Zweck

Pennigbüttel kriegt's gebacken

Bauernhöfe, Harry-Potter-Insignien, Fußballschuhe, Blumensträuße und viele kreative Einfälle mehr: Die Jury kam beim ersten Pennigbütteler Tortenback-Wettbewerb ins Staunen und Loben.
30.04.2019, 13:05
Lesedauer: 3 Min
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Von Christa Neckermann
Pennigbüttel kriegt's gebacken

Die Sieger-Torte: Mit 190 Schlemmer-Punkten machte die Kreation „Kleiner Bauernhof“ Jennifer Felgner zur Tortenkönigin.

Christian Kosak

Osterholz-Scharmbeck. Bäckermeister Timo Behrens und seine Konditorin Lili Kopec staunten nicht schlecht, als sie den Tortenaufmarsch im Vereinsheim in Pennigbüttel beobachteten. „Das sind ja ganz unglaubliche Arbeiten! Da steckt jede Menge Arbeit drin, schau' dir das bloß mal an!“ Und tatsächlich, das, was sich da auf dem Präsentiertisch zeigte, konnte sich mehr als sehen lassen: mehrstöckige Torten mit aufwändiger Fondant- und Marzipanverzierung, Sahnetupfen, Zuckerblüten, glasierten Früchten und Raffaello-Kugeln, die aus ihrer Verpackung zu purzeln schienen. 32 Teilnehmer und Teilnehmerinnen zwischen zwölf und über 70 Jahren hatten ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und zeigten beim ersten Tortenback-Wettbewerb in Pennigbüttel, was sie so alles gebacken kriegen.

Die Sieger-Torte: Mit 190 Schlemmer-Punkten machte die Kreation „Kleiner Bauernhof“ Jennifer Felgner zur Tortenkönigin.

Die Sieger-Torte: Mit 190 Schlemmer-Punkten machte die Kreation „Kleiner Bauernhof“ Jennifer Felgner zur Tortenkönigin.

Foto: Christian Kosak

„Backen wir’s an“ lautete das Motto. „Wir wollten mit dem Tortenwettbewerb den Grundstein für weitere Aktionen in Pennigbüttel legen. Der Vorplatz des Vereinsheims des Pennigbütteler Sportvereins „Komet“ soll umgestaltet werden, wir brauchen unter anderem mehr Parkplätze. Das Ganze soll etwa 200 000 Euro kosten, 60 Prozent davon wird durch Fördergelder aufgebracht, 20 000 Euro hat die Stadt Osterholz-Scharmbeck zugesagt und 55 000 Euro sollen in Eigenleistung aufgebracht werden“, erläuterte Ortsvorsteherin Martina de Wolff.

Die Harry-Potter-Torte brachte Kerrin Sohr Platz drei ein.

Die Harry-Potter-Torte brachte Kerrin Sohr Platz drei ein.

Foto: Christian Kosak

Ruck-zuck waren die Karten für das große Tortenverkosten (nachdem die Jury ihre Wertungsstücke erhalten hatte) ausverkauft, über 100 Besucher drängelten sich an den Tischen im Vereinsheim. Dann hatte die Jury Gelegenheit, die Werke der Fondantakrobaten und Marzipankünstler ausgiebig zu begutachten. Nach der Inaugenscheinnahme folgte die geschmackliche Bewertung, wobei sich das Team um Bäckermeister Timo Behrens und Konditorin Lilli Kopec, Peter Schnaars, Ilse Havemeyer und Katrin Blank, an exakt festgelegte Kriterien hieln: Aussehen, Geschmack, Schwierigkeitsgrad und Ausführung. Dafür konnten zwischen einem und zehn Punkte vergeben werden, zudem waren Sonderpunkte möglich. Der Auswertungsbogen war bewusst minimalistisch gehalten, nur die Nummer und die Bezeichnung der Torte war darauf vermerkt. Schon allein beim Lesen der Wertungsliste lief einem das Wasser im Mund zusammen: Kokostorte, Eisige Donauwelle (mit Iglu und Pinguinen), Summerfeeling, Marrys Himbeertraum, Mojito-Torte, Whiskey-Torte, Mozart-Torte (mit Pistaziensahne) und Millionen leckere Kalorien mehr.

Für den Fußballplatz wohl nicht mehr geeignet: der angeschnittene Kickerschuh.

Für den Fußballplatz wohl nicht mehr geeignet: der angeschnittene Kickerschuh.

Foto: Christian Kosak

Martina de Wolff war besonders von drei Torten beeindruckt, die sich Pennigbüttel zum Thema genommen hatten: die Himbeer-Zitronen-Torte, die den Platz vor dem Vereinsheim darstellte und mit funktionierenden Straßenlaternen in Form von LED-Birnchen bestückt war, die Whiskey-Torte, die ebenfalls den Platz vor dem Vereinsheim als Kulisse thematisiert hatte, und die Torte „Kleiner Bauernhof“, der, wie es das Marzipan-Ortsschild bewies, aus Pennigbüttel kam. „Ich bin total gerührt“, versicherte de Wolff mit einem Tränchen im Auge.

Während sich die Jury durch die Torten schlemmte und Punkte vergab, übernahm Helene Plietsch das Kommando im Vereinsheim. Der Frohsinns-Garant aus Hamburg war extra angereist, um den auf das Ergebnis der Jury Wartenden noch ein wenig mehr die Zeit zu versüßen. Auch die Musikgruppe Moor Cherries wusste die Dauer des Wartens und die Spannung gefühlt zu verkürzen.

Blüten und Rosetten waren ein wichtiges Thema beim Tortenback-Wettbewerb.

Blüten und Rosetten waren ein wichtiges Thema beim Tortenback-Wettbewerb.

Foto: Christian Kosak

Mit 190 Schlemmer-Punkten wurde dann Jennifer Felgner mit ihrer Torten-Kreation „Kleiner Bauernhof“ zur Tortenkönigin ernannt. Mit nur drei Punkten Rückstand folgte ihr Sabine Engler mit der „Fantasie-Torte“, und auf dem dritten Platz landeten Kerrin Sohr mit der „Harry Potter-Torte“ und Christin Neubert mit ihrer Himbeer-Zitronen-Kreation, beide erhielten 179 Punkte.

Am Ende des kalorienreichen Nachmittages konnte sich das Organisationsteam über 1200 Euro freuen, die an diesem Nachmittag für den Umbau des Platzes vor dem Vereinsheim zusammengekommen waren. „Das spornt uns an, wir machen auf jeden Fall weiter“, versprach Martina de Wolff.

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