Open-Air Konzert in Osterholz-Scharmbeck PUR begeisterte beim Auftritt auf dem Stadthallengelände Jung und Alt

Am Samstag feierten 7000 Besucher das Open-Air Konzert der Band PUR in Osterholz-Scharmbeck. Die für Sänger Hartmut Engeler „dienstälteste Schülerband“ erweckte beim Publikum die ganz großen Gefühle.
11.08.2019, 20:36
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Christa Neckermann

Oh, wie ist das schön, oh, wie ist das schön! So was hat man lange nicht geseh‘n, so schön, so schön!“ Das Publikum auf dem Stadthallengelände intonierte den eigentlich aus der Fußball- oder Karnevalszeit bekannten Song am Ende eines großartigen Pur-Konzertes. 7000 zahlende Gäste und noch etliche mehr, die sich außerhalb des Stadthallenbereiches entlang der Bremer Straße verteilt hatten, feierten laut Sänger Hartmut Engler „Deutschlands dienstälteste Schülerband“, nach gut zwei Stunden ungebremsten Musikvergnügens.

Die Band, seit Mitte der 1970er-Jahre unterwegs, benannte sich ab 1985 in Pur um, nachdem sie unter einem früheren Namen Gefahr lief, mit einer österreichischen Band verwechselt zu werden, wie Bandmitbegründer Ingo Reindl einmal in einem Interview erzählte. Unter dem Namen Pur sind die Musiker nun schon seit Jahrzehnten erfolgreich und sorgen für volle bis übervolle Konzertlocations.

Lesen Sie auch

In Osterholz-Scharmbeck war die Band auf ihrer „Zwischen den Welten“-Tournee gekommen. Ausgestattet mit hoch professioneller Technik boten sie ihrem aus ganz Norddeutschland angereisten Publikum genau die Unterhaltung, die es erwartet hatte. Ein gelungener Mix aus neuen Titeln und den zum Ende der Veranstaltung hin gespielten Lieblingsliedern der Fans riss die Fans immer mehr mit. Wie sehr das Publikum aus überzeugten „Puristen“ bestand, konnte Hartmut Engler immer dann feststellen, wenn er mitten in einer Liedzeile innehielt und das Publikum, ohne einen Takt oder ein Wort auszulassen, einstimmig weitersang.

Geschichten aus dem Leben

24 Pur-Songs hatte die Band für diesen Abend auf ihrer Setlist. Von „Zwischen den Welten“ über „Abenteuerland“ bis hin zum Klassiker von 1990, „Lena“, spannte sich der Bogen. Und Hartmut Engler kommentierte von der Bühne, von der aus er einen hervorragenden Überblick über seine Fans hatte: „Wie großartig ist das denn! Menschen, die Party machen und trotzdem zuhören!“

Ein Fan, der sich besonders gut auskennt, verriet seiner Nachbarin, dass Pur so etwas wie „Betroffenen-Rock“ zelebriert: „Wenn Hartmut Engler sich verliebt, gibt es ein Album. Wenn er sich trennt, gibt es wieder ein Album, und wenn irgendetwas anderes Berichtenswertes in seinem Leben stattfindet, wird bestimmt irgendwann ein Pur-Album daraus!“ Das ist sicherlich auch das Geheimnis dieser Band. Schon ganz zu Anfang ihrer Karriere hatte sie sich dazu entschlossen, nur deutsche Texte zu machen. Auch das verriet Ingo Reindl einst in einem Interview.

Dass sie dabei Lebenssituationen, die ihrem Publikum auch täglich begegneten, in gefühlvolle Lieder umwandelten, sicherte ihnen die Aufmerksamkeit und langjährige Treue ihrer Fans. So wie beispielsweise das Lied „Wenn sie diesen Tango hört“, das Hartmut Engler als Lieblingslied seiner inzwischen verstorbenen Mutter ankündigte. Der Text beschreibt die Situation einer Witwe der Nachkriegsjahre, die die Lust am Tango trotz aller Erlebnisse nicht verloren hat und sich, wenn sie allein Tango tanzt, an die glücklichen Stunden mit ihrem verstorbenen Liebsten erinnert.

Kuscheln zur Musik

Bei Pur fühlten sich auch die Männer verstanden und konnten durch die Liedertexte der Band verbuddelten Gefühlen Ausdruck geben. Zum Beispiel mit dem Text von „Weißt du nicht“. Wie beliebt dieses Lied bei den Fans ist, war beim Konzert nicht zu übersehen. Als es gespielt wurde, rückte so manches Pärchen in vorgerücktem Alter zusammen und kuschelte zur Musik: „Weißt du denn nicht, dass ich dich liebe? Ich hab's lange nicht gesagt. Weißt du nicht, dass ich frier', wenn du mich nicht wärmst? Wenn die Schatten mir das Licht entzieh‘n. Wenn die Wölfe in die Wildnis flieh'n. Weißt du nicht? Dass ich dich liebe…“ Den jung gebliebenen Mädels hingegen wurde bei „Prinzessin“ weich in den Knien. „Wenn der Morgen still und heimlich in das Zimmer kriecht, und ich beim ersten Augenaufschlag deine Nähe rieche, wenn das Tageslicht allmählich jeden Traum vertreibt, und der Kopf kreist um Fantasie und Wirklichkeit, dann schau‘ ich dir Prinzessin beim Schlafen zu. Du bist so wunderschön“.

Doch selbst der schönste Abend hat irgendwann ein Ende und langsam galt es, Abschied zu nehmen. Aber es wäre nicht Pur gewesen, wenn Leadsänger Hartmut Engler, Frank Dapper am Schlagzeug, Martin Ansel und Rudi Buttas an den Gitarren, Joe Crawford am Bass, Matthias Ulmer an den Keyboards und Cherry Gehring an den zweiten Keyboards nicht auch dafür einen tröstlich-inspirierenden Song im Repertoire gehabt hätten.

Mit „Ein graues Haar“, mit dem die Band glatt ein ganzes Menschenleben Revue passieren ließ, verabschiedeten sich die Musiker von ihren Fans: „Ein graues Haar – wieder geht ein Jahr. Alles Gute, Danke, klar. Immer noch ein Grund zu feiern.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+