Entscheidung im Vorlesewettbewerb Sieg mit dem „Tintenherz“

Sie brachten Scary Harry, Erebos und Elfenritter mit in die Buchhandlung: Die Schulsieger im Stadt- und Kreisentscheid lasen um die Wette und um die Fahrkarte zum Bezirksentscheid.
01.03.2019, 15:25
Lesedauer: 2 Min
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Von Christa Neckermann

Osterholz-Scharmbeck. Rabiya liest gern. Bewaffnet mit dem Büchereiausweis durchstreift sie die Reihen in der Bibliothek auf der Suche nach „Gänsehaut“-Gruselbüchern. Sie liebt die spannenden und witzigen Geschichten, die sie sich auch selbst gern vorliest.

Vorgelesen hat sie auch beim Klassenentscheid der sechsten Klassen der Waldschule in Schwanewede – und ging als Schulsiegerin hervor. Jetzt durfte sie gemeinsam mit acht weiteren Schulsiegern im Vorlesewettbewerb beim Stadt-/Kreisentscheid der Vorleser in der Buchhandlung „schatulle“ in Osterholz-Scharmbeck antreten.

Das Team der Buchhandlung hatte wieder viel Mühe darauf verwendet, den jungen Lesekünstlern, ihren Angehörigen und auch den Lehrern eine angenehme Atmosphäre zu bereiten. Zunächst lasen die Sechstklässler aus Büchern, die sie selbst ausgesucht hatten. Rabiyas Buch war der Scary Harry-Band 7 von Sonja Kaiblinger mit dem vielversprechenden Titel „Knochengrüße aus Russland“. Auch die anderen Vorleser hatten spannende Fantasie-Werke mitgebracht. Vom „Geheimnis von Summerstone“ erzählte Lena Röhrich von der IGS Buschhausen, Laurenz Taggruber vom Gymnasium Osterholz-Scharmbeck hatte sich für „Erebos“ entschieden. Torben Kinsberger von der Haupt- und Realschule Ritterhude begleitete „Elfenritter“ auf ihren Abenteuern, und Fiona Flender vom Gymnasium Ritterhude war mit „Sophie auf den Dächern“.

Mirja Hoedt aus der Gesamtschule am Wällenberg berichtete über „Mein Lotta-Leben“, Clara Schmidt aus der Waldschule Schwanewede hatte sich ein „Tintenherz“ mitgebracht. Etwas ekelig wurde es bei Ellenor Schau vom Gymnasium Lilienthal, die „Rotzschleimtorte für alle“ in die Buchhandlung mitbrachte, während Matthis Schuhmann von der IGS Lilienthal in Grasberg mit den „Känguru Apokryphen“ überraschte.

Der Vorlesewettbewerb startete im vergangenen Oktober an den Schulen und läuft danach über mehrere regionale und überregionale Etappen bis zum Landesentscheid und darauffolgenden Bundesfinale im Juni. Teilnehmen konnten alle Schüler im sechsten Schuljahr. Die besten Vorleser wurden zunächst in den Klassen ermittelt, anschließend wurde ein Schulsieger gekürt. Steht das Gewinnerkind fest, meldet sich die Schule online beim Börsenverein für den Regionalentscheid an.

Mit circa 600 000 Teilnehmern jährlich ist der 1959 ins Leben gerufene Vorlesewettbewerb der älteste und größte Schülerwettbewerb Deutschlands. Er wird von der Börsenverein des Deutschen Buchhandels-Stiftung veranstaltet und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Ziele des Vorlesewettbewerbs sind, die Begeisterung für Bücher in die Öffentlichkeit zu tragen, Freude am Lesen zu wecken sowie die Lesekompetenz von Kindern zu stärken. Der Wettbewerb wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Wer von der Jury am höchsten bewertet wird, kommt eine Runde weiter.

In der „schatulle“ hatten es die drei Juroren – Heinz Höllings, Lesepate an der Grundschule Buschhausen, Vorleser und Blogger Andreas Kück sowie und Iris Belz, Leiterin der Stadtbibliothek Osterholz-Scharmbeck – schwer, den besten oder die beste Vorleserin zu finden. Nach dem ersten selbstgewählten Text mussten die Schülerinnen und Schüler ihr Vorlesekönnen an einem fremden Text unter Beweis stellen. Dafür hatten Sabine und Ute Gartmann von der Buchhandlung ein Buch von Susan Fletcher ausgewählt: „Die Reise des weißen Bären“. Erst danach war sich die Jury sicher, dass Clara Schmidt am besten vorgelesen hatte. Clara nimmt nun am Bezirksentscheid teil, der nächste Schritt wäre dann der Landesentscheid, bevor im Juni im Bundesentscheid der beste Vorleser Deutschlands gekürt wird.

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