Ein Projekt für die Dorfgemeinschaft Streng geheimer Auftrag

Die Landjugend im Landkreis bereitet sich auf die 72-Stunden-Aktion kommende Woche vor. Das nächste große Event in Pennigbüttel steigt aber schon am Sonnabend, 18. Mai.
17.05.2019, 15:50
Lesedauer: 3 Min
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Von Olga Gala und Gabriela Keller

Pennigbüttel. Die Holzhütte auf der Wiese misst wenige Quadratmeter, auf der überdachten Terrasse stehen Bänke. In nur 72 Stunden hat die Landjugend Pennigbüttel das Häuschen vor vier Jahren gebaut. „Hier war vorher ein Sandwall“, sagt der erste Vorsitzende Patrick Vollmerding. In knapp einer Woche steht die nächste 72-Stunden-Aktion der niedersächsischen Landjugend an. 111 Ortsgruppen machen mit und wollen ein Projekt für die Dorfgemeinschaft umsetzen. Am Donnerstag, 23. Mai, 18 Uhr, überbringt ein Agent des Dachverbands den jungen Leuten ihre Aufgabe. Bis Sonntag, 26. Mai, 18 Uhr haben sie Zeit, diese zu lösen.

Die Landjugend Pennigbüttel ist gut vorbereitet. 53 Mitglieder hat die organisierte Jugend vor Ort. Die meisten werden mitmachen, sagt Vollmerding. Außerdem rechnen sie mit Unterstützung aus dem Dorf. Das sei auch 2015 schon so gewesen, erinnert sich der zweite Vorsitzende Danny Schachtschneider. „Für uns war es cool, dass wir so ein kleines Häuschen bauen konnten“, sagt der 25-Jährige. Die ortsansässige Zimmerei hatte die Planung mit einem 3 D-Modell der Hütte unterstützt. Von anderen Unternehmen bekam die Landjugend Bau-Materialien und Verpflegung. Auch die Freiwillige Feuerwehr packte mit an und stellte Wasser zur Verfügung. Auf der Wiese gibt es nämlich weder einen Wasser- noch einen Stromanschluss.

Vor vier Jahren hatte die Landjugend Pennigbüttel noch nicht so viele Mitglieder, gemeinsam mit den anderen Dorfbewohnern hätten aber 80 bis 100 Freiwillige an den drei Tagen mit angepackt, schätzt Schachtschneider. „Wir haben ab sechs Uhr morgens bis nachts um halb eins rangeklotzt“, sagt er. Die Arbeit hatte sich gelohnt – bereits drei Stunden vor der Frist stand die Hütte. Auch dieses Jahr wollen sie zügig fertig werden. „Wir freuen uns auf den Sonntag, wenn die Arbeit geschafft ist“, sagt Vollmerding. Auf die Aufgabe gespannt sind sie natürlich auch. Viele wünschen sich etwas Handwerkliches und freuen sich auf die Arbeit zusammen. „Das Motivierende ist die Gemeinschaft. Jeder unterstützt jeden“, sagt Schachtmeister. Ehrgeiz sei natürlich auch da.

„Wir sind breit aufgestellt“, sagt der Tischler. Die Landwirte mit den Treckern etwa können das Material transportieren, etwas aufschieben. Die Freiwillige Feuerwehr hat auch schon ihre Hilfe zugesagt. Das Versorgungsteam steht ebenfalls. „Wir haben uns in der Zeit fast nur vom Grillen ernährt“, erinnert sich Schachtschneider an die Aktion aus dem Jahr 2015. Obwohl die Hütte beim vergangenen Mal schneller fertig war als gedacht, wollen sie dieses Mal mit etwas mehr Systematik an die Aufgabe rangehen. „Es lief schon etwas chaotisch“, meint Schachtmeister. Damals gab es die Landjugend Pennigbüttel auch erst sei einigen Monaten. „Wir sind so ins kalte Wasser gesprungen“, sagt der 25-Jährige.

Die Landjugend hofft für die 72-Stunden-Aktion auch auf Spenden. „Eine Plusnummer wird das für uns auf keinen Fall“, sagt Schachtschneider. Das sei aber auch nicht wichtig. Schließlich gehe es darum, gemeinsam etwas für das Dorf zu schaffen. Um Geld einzunehmen, sei die Landjugendparty an diesem Sonnabend die bessere Variante. Neben den Mitgliedsbeiträgen sei diese die Hauptfinanzierungsquelle der Landjugend, sagt Schachtschneider.

Seit drei Jahren steigt die Party im Hof hinter dem Sportplatz des SV Komet. Jedes Jahr kommen mehr Besucher. Das Erfolgsrezept laut Schachtschneider: „Die Leute auf dem Land fahren auf geile Zeltfeten ab.“ Die Organisation, Bar-Schichten und viele andere Aufgaben rund um die Party übernehmen sie selbst. So auch den Zeltaufbau am Donnerstagabend.

Neben der Landjugend Pennigbüttel nehmen die Landjugend St. Jürgen, die Landjugend Worpswede-Worphausen und die Landjugend Schwanewede an der 72-Stunden-Aktion teil. Die Schwaneweder etwa haben bereits viel Erfahrung. 2003 bauten sie Indianer-Zelte auf dem Spielplatz an der Dreienkamp-Schule. Vier Jahre später legten die Mitglieder am Wanderweg zwischen Loge und Stillhorn einen Pfad der Sinne an, der heute noch besteht. 2011 gestalteten sie am Bernhard-Meyer-Weg einen Spielplatz für Jung und Alt. 2015 zimmerten sie eine Wetterschutzhütte zwischen Hinnebeck und Aschwarden.

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