SV Komet Pennigbüttel

Lila-weiße Rückkehrerflut

Bei Fußball-Bezirksligist SV Komet Pennigbüttel haben sie geschafft, wovon viele andere Klubs momentan nur träumen: Zur neuen Spielzeit kommen hochkarätige Neuzugänge und Rückkehrer zum Kader dazu.
02.05.2021, 17:22
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Lila-weiße Rückkehrerflut
Von Tobias Dohr
Lila-weiße Rückkehrerflut

Wechselt vom TSV Etelsen zum SV Komet Pennigbüttel: René Hinrichs.

Björn Hake

Ole Pasbrig im Tor, Kevin Rapp und Luca Boschen als Außenverteidiger, Jonas Krebs und René Hinrichs auf der Doppelsechs, Konstantinos Katsanos und Lars von Bree als Außenstürmer und vorne drin steht Denis Cordes. Das klingt nicht nur wie die Aufstellung eines durchaus ambitionierten Fußball-Bezirksligisten, das könnte in der Spielzeit 2021/2022 tatsächlich Realität werden. Denn der SV Komet Pennigbüttel freut sich über etliche Rückkehrer.

Zum einen sind da zahlreiche Akteure, die in der Corona-Pause ihre zum Teil langwierigen Blessuren auskurieren konnten. Hinzu kommen drei externe Neuzugänge, zwei davon sogar als Stammspieler aus der Landesliga Lüneburg, die allerdings ebenfalls bereits eine lila-weiße Vergangenheit haben: Ole Pasbrig, René Hinrichs und Konstantinos Katsanos werden zu den „Kometen“ zurückkehren. Aber der Reihe nach.

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Die Pennigbütteler mit ihrem Coach Malte Jaskosch hatten in der kurzen und nun abgebrochenen Saison durchaus einige Frustmomente durchleben müssen. Der ohnehin etwas zu schmale Kader wurde früh durch Verletzungen weiter ausgedünnt. So kam es immer wieder zu der Situation, dass angeschlagene Akteure auflaufen mussten, oder aber Spieler, die überhaupt nicht im Training standen, ins kalte Wasser geworfen wurden. „Es war toll, zu sehen, wie sich die Jungs damals zur Verfügung gestellt und gequält haben, aber auf der anderen Seite war auch klar, dass es so nicht weitergehen konnte“, erinnert sich Malte Jaskosch vor allem an das am Ende sogar noch mit 2:1 gewonnene Heimspiel gegen den TV Oyten.

Im Anschluss dieser Partie stand Jaskosch mit seinem 44 Jahre alten Co-Trainer René Thiel, der damals - natürlich - ebenfalls durchspielen musste, auf dem Platz und wusste: Hier muss etwas passieren. Die Corona bedingte Saisonunterbrechung kam da fast gelegen. „Am Ende war das wenigstens ein kleiner positiver Aspekt“, stellt auch Spartenvorstand Olaf Windhorst fest: „Durch die lange Pause konnten nun fast alle Akteure ihre Verletzungen auskurieren.“ Und davon gab es schließlich einige. Kevin Rapp konnte in Ruhe seinen Kreuzbandriss ausheilen lassen, Jonas Krebs hat mittlerweile seine Kniescheiben-Operation auskuriert, Lars von Bree eine hartnäckige Schambeinentzündung. Luca Boschen ist nach einer Fuß-Operation ebenfalls wieder belastbar. Marcel Murken war zwar nicht verletzt, konnte aufgrund seiner Meisterschule zwischenzeitlich aber überhaupt nicht mittrainieren. Auch damit ist es nun vorbei.

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Vor einigen Wochen hatten die Pennigbütteler zudem die Verpflichtung von Denis Cordes bekannt gegeben. An dem Goalgetter der SG Ohlenstedt/Garlstedt hatten auch andere Bezirks- und Kreisligisten Interesse gehabt (wie ausführlich berichtet). Und nun haben die Lila-Weißen noch drei weitere externe Neuzugänge für sich gewinnen können. Von Landesligist SV Blau-Weiß Bornreihe kommt (wie schon kurz berichtet) Ole Pasbrig zu den „Kometen“. Der 28 Jahre alte Keeper spielte bereits von 2017 bis 2019 in Pennigbüttel, hat dort einen Großteil seines Freundeskreises. Gleiches gilt für René Hinrichs, der vor allem mit Fabian Kauf bestens befreundet ist.

Der zentrale Mittelfeldakteur lief zwischen 2013 und 2016 insgesamt zwei Jahre für den SV Komet auf, damals übrigens auch unter Trainer Malte Jaskosch. Der Kontakt zu seinem Ex-Schützling, der seit 2017 für den TSV Etelsen spielte, sei nie abgerissen, versichert Jaskosch. Ebenso war es auch bei Konstantinos Katsanos, der in seinen drei Pennigbütteler Spielzeiten von 2016 bis 2019 bereits 80 Spiele und immerhin 24 Tore erzielte. Zuletzt kickte der mittlerweile 30-Jährige beim Bremer Klub SVGO Bremen in der Kreisliga A.

Durch Pasbrig, Hinrichs und Katsanos bekommt Malte Jaskosch nun geballte Erfahrung in seinen Kader. Doch nicht minder wichtig ist dem Coach auch noch dieser Name: Lars Harzmann. Der Nachwuchsakteur aus der Pennigbütteler A-Jugend bekommt ab Sommer seine Chance beim Aushängeschild des Vereins. „Das ist auch ein Zeichen unserer internen Durchlässigkeit. Man kann es bei den Lila-Weißen auch immer aus der eigenen Jugend in die erste Herren schaffen“, bekräftigt Spartenvorstand Olaf Windhorst.

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Bei all den Rückkehrern gibt es aber auch Akteure, die demnächst kürzertreten wollen oder müssen. Sönke Ahlers beispielsweise zieht es studienbedingt nach München. Julian Michaelis kann wegen seiner Meisterschule momentan nur noch donnerstags trainieren. Florian Lange ist nach Bremerhaven gezogen und hat sich deshalb komplett bei den „Kometen“ abgemeldet. Mit Stefan Hobbie und Philip Böttjer wollten zudem zwei Ur-Gesteine der Mannschaft kürzertreten. Doch zumindest Böttjer hat von seinem Vorhaben inzwischen Abstand genommen. „Er möchte nach diesen ganzen Corona-Pausen einfach noch mal ein ganzes Jahr mit der Mannschaft verbringen“, begründet Malte Jaskosch, der damit auf der Torhüterposition ein absolutes Luxusproblem hat.

Denn mit Philip Böttjer, Ole Pasbrig, Alexander Krenz und Marven Jaskosch stehen nun vier Torhüter im Kader der Ersten, drei davon mit ernsthaften Ambitionen ausgestattet, die Nummer eins sein zu wollen und zu können. Aber das ist ein anderes Thema, das gegenwärtig keinerlei Sorgenfalten auf die Stirn von Malte Jaskosch bringt. Viel zu lange war es schließlich genau andersherum, viel zu lange hat der Spielermangel die Pennigbütteler Aufstellung maßgeblich bestimmt. Mit diesen Zeiten könnte es demnächst aber endgültig vorbei sein.

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