Fußball-Bezirksliga Lüneburg 3

SV Komet Pennigbüttel: Trainer Meyer tritt zurück

Mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison muss der SV Komet Pennigbüttel eine Hiobsbotschaft hinnehmen. Trainer Marco Meyer ist zurückgetreten.
03.06.2019, 19:30
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SV Komet Pennigbüttel: Trainer Meyer tritt zurück
Von Tobias Dohr
SV Komet Pennigbüttel: Trainer Meyer tritt zurück

"Irgendwie war das alles nicht so stimmig": Marco Meyer hat in Pennigbüttel seinen Rücktritt verkündet.

Tobias Dohr

Pennigbüttel. Die Fußballsaison ist beim SV Komet Pennigbüttel mit einem riesigen Knall zu Ende gegangen. Der Bezirksligist muss sich einen neuen Trainer suchen. Bereits vor dem mit 1:0 gewonnen letzten Saisonspiel am Sonnabend gegen den SV Lilienthal-Falkenberg hatte Meyer seine Mannschaft darüber informiert, dass er seinen Posten nach der Saison – entgegen der ursprünglichen Planung – niederlegen wird.

Damit steht der Verein Anfang Juni ohne Trainer da, die Spartenleitung um Vorstand Olaf Windhorst traf diese Entscheidung bis ins Mark. „Der Zeitpunkt ist natürlich absolut katastrophal“, redet Windhorst gar nicht erst um den heißen Brei herum. Die Planung für die neue Saison liegt nun erst einmal auf Eis. Sollte der Verein bis zum Vorbereitungsstart keinen neuen Coach haben, wird Co-Trainer René Thiel erst einmal das Training leiten. Soweit die nüchternen Fakten, doch wie konnte es überhaupt soweit kommen? Immerhin hatte der Verein stets betont, mit Marco Meyer einen langfristigen Plan zu verfolgen, hatte den 47-Jährigen aus diesem Grund vor Jahresfrist extra mit einem Zweijahres-Vertrag ausgestattet.

Um seine Entscheidung zu erklären, muss Meyer die Uhr bis in den Januar zurückdrehen. Dort hatte zunächst Co-Trainer Norman Thies angekündigt, zum Saisonende aus beruflichen Gründen aufhören zu wollen. Für Marco Meyer ein erster Nackenschlag. Der nächste folgte in der – wieder einmal – überaus kräftezehrenden, weil kaum planbaren Wintervorbereitung. Die frustrierenden Wochen fanden ihren Höhepunkt in einer durchwachsenen Trainingsbeteiligung und vielen Verletzten. Mit der 0:1-Niederlage Anfang März bei Rot-Weiß Achim waren auch tabellarisch alle guten Vorsätze für die Rückrunde endgültig über den Haufen geworfen.

Mit Pascal Schnock, Felix Hampel, Joshua Zurek und Murat Cengiz fielen mehrere Leistungsträger dauerhaft verletzt aus. Marvin Eberhards ging im Laufe der Spielzeit studienbedingt nach Hamburg, der fußballerisch ebenso starke Vinzenz van Koll wechselte im Winter zum Blumenthaler SV. Anfang April, beim 3:2-Sieg beim TV Oyten, mussten die Lila-Weißen gänzlich ohne Auswechselspieler klarkommen. „Alles, was wir uns vorgenommen hatten, mussten wir komplett über den Haufen schmeißen. Es ging eigentlich wochenlang nur darum, einen Kader zusammenzukriegen. Das war extrem anstrengend“, berichtet Marco Meyer.

Dennoch wären diese Anstrengungen alleine kein Grund für den Coach gewesen, den Verein zu verlassen. Doch im Laufe der Wochen gesellte sich bei Meyer ein merkwürdiges Gefühl dazu, eines, dass ihn dazu veranlasste, mit ausgewählten Spielern viele Einzelgespräche zu führen. Nach einer gemeinsamen Teamsitzung beratschlagte sich die Mannschaft dann noch einmal ohne das Trainerteam – und kam am Ende zu der Entscheidung, mit Meyer auch in die neue Saison gehen zu wollen. Der Pennigbütteler Trainer setzte sich aber daraufhin trotzdem noch einmal mit dem Spielerrat zusammen. „Irgendwie war das alles nicht so stimmig, irgendwas passte nicht mehr“, so Meyer. Da er zudem in den kommenden Monaten aufgrund eines Hauskaufs privat extrem eingebunden sein wird, verstärkte sich das schlechte Gefühl noch, denn durch den noch immer fehlenden Co-Trainer wäre die Belastung eher größer geworden. Zwar wird mit Jan Kleen ein schmerzlich vermisster Kopf der Mannschaft zur neuen Saison wieder in den Kader zurückkehren, inwieweit der 30-Jährige aber auch als spielender Co-Trainer aktiv sein könnte, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen. So stehen die „Kometen“ nun vor einem Scherbenhaufen – zumindest vorübergehend.

Dennoch macht Olaf Windhorst, den der Rückzug nach eigener Aussage völlig unvorbereitet traf, Marco Meyer keine Vorwürfe. „Wir können Marcos Sichtweise komplett nachvollziehen. Und es ist auch ganz alleine Marcos Entscheidung, wir hätten in jedem Fall an ihm festgehalten“, sagt Windhorst, der mit Meyer inhaltlich komplett auf einer Wellenlänge liegt: Die Gespräche, die jetzt erst im Mai geführt wurden, hätten eigentlich im Februar stattfinden müssen. Auf der anderen Seite wären gewisse Themen bei einem sportlich anderen Verlauf der Rückrunde vermutlich gar nicht erst aufgetaucht. So oder so werden ein paar offene Fragen bleiben. Die nach dem neuen Trainer muss der Verein nun schnellstmöglich beantworten. Ein Name, der sofort auftauchte, ist natürlich der von Malte Jaskosch. Der ehemalige Erfolgscoach der „Kometen“, ist bekanntlich derzeit ohne Engagement und hat immer noch einen extrem guten Draht zur Mannschaft.

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