Fußball-Bezirksliga Lüneburg

Löhnhorster Lehrgeld

Ungeschlagen in der Kreisliga, doch beim Auftakt in die Bezirksliga-Saison musste der SV Löhnhorst die erste Niederlage hinnehmen. Beim SV Pennigbüttel verlor der Aufsteiger mit 1:3.
06.09.2020, 21:03
Lesedauer: 3 Min
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Löhnhorster Lehrgeld
Von Tobias Dohr

Pennigbüttel. Ganze sieben Minuten hat es gedauert, da hatte der SV Löhnhorst zum ersten Mal zu spüren bekommen, was der Unterschied zwischen Kreis- und Bezirksliga ist. Und ausgerechnet der Oldie auf dem Platz hatte dem Aufsteiger gleich mal aufgezeigt, wie schnell kleine Fehler bestraft werden. Der 43 Jahre alte René Thiel hatte erkannt, dass Löhnhorsts Torwart Dennis Brede bei einem Freistoß viel zu weit vor dem Tor stand und von kurz hinter der Mittellinie den Ball direkt im Netz versenkt. Am Ende setzte sich der SV Komet Pennigbüttel mit 3:1 (2:0) durch, und Löhnhorsts Trainer Torsten Kentel wusste: „Wir haben heute Lehrgeld bezahlt.“

Vor allem auf die erste Halbzeit traf dieses Fazit zu. Dem aus Löhnhorster Sicht extrem ärgerlichen 0:1 folgten einige Szenen, in denen man der Kentel-Elf anmerkte, dass sie noch einen gewissen Weg vor sich hat bis zur Bezirksliga-Reife. Zwar bestachen die Gäste von der ersten Minute an mit einer ausgeprägten physischen Präsenz, doch besonders in der Anfangsphase kamen die Schwarz-Weißen immer wieder zu spät in die Zweikämpfe und hätten sich nicht beschweren dürfen, wenn es mehr Verwarnungen als nur die gegen Niklas Meißner gegeben hätte.

Die Hausherren hatten das Geschehen nach der frühen Führung gut im Griff und ließen defensiv lange Zeit so gut wie gar nichts zu. Auf der anderen Seite brachte eine der seltenen Ballstafetten durch das Zentrum das 2:0. Über Joshua Zurek und Rafael Monsees gelangte das Leder zu Magnus Siewert, der völlig freistehend abschloss (34.). Und nur vier Minuten später ließ sich die Löhnhorster Defensive erneut aus den Angeln heben. Siewert kreuzte geschickt im Sechzehner den Laufweg von Julian Rathsmann, den völlig berechtigten Strafstoß schoss Rafael Monsees jedoch an die Oberkante der Latte. Und beinahe hätten die Löhnhorster den Spielverlauf im direkten Gegenzug komplett auf den Kopf gestellt.

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Nach einer wunderschönen Flanke des enorm engagierten Chris Hybsz kam Jannik Dargel sechs Meter vor dem Pennigbütteler Kasten völlig frei zum Kopfball, doch Komet-Schlussmann Philip Böttjer vereitelte den Anschlusstreffer mit einer reaktionsschnellen Parade. Es war übrigens nach 40 Minuten die erste echte nennenswerte Chance der Löhnhorster. Und im Gegenzug hatten die Gäste dann sogar noch einmal Glück, dass eine Torvorbereitung des laufstarken Kamal Hosseini als Foulspiel gegen SVL-Keeper Brede gewertet wurde – obwohl man hier wohl eher hätte laufen lassen müssen.

So oder so – die „Kometen“ gingen mit einer sicheren und absolut verdienten 2:0-Pausenführung in die Kabinen und gestalteten auch die Viertelstunde nach Wiederanpfiff zur vollen Zufriedenheit ihres Coaches. Spätestens als Fabian Kauf dann in der 58. Minute nach Vorarbeit von Magnus Siewert auch noch das 3:0 nachlegte, war sich der Großteil der 90 Zuschauer sicher: Das Ding ist durch. Allerdings bewahrheitete sich nun die vor der Partie von Torsten Kentel getätigte Aussage, dass sein Team körperlich sicherlich keine Probleme in der Liga bekommen würde. Die Löhnhorster hielten weiterhin prächtig dagegen und dachten gar nicht daran, sich aufzugeben.

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Hinzu kam, dass die Pennigbütteler Auswechselungen keinen belebenden Effekt hatten. Im Gegenteil. Es kam nun spürbar Sand ins Getriebe der Hausherren. Besonders Felix Hampel, der nach rund 65 Minuten das Spielfeld verließ, wurde fortan schmerzlich als offensive Anspielstation im Zentrum der Lila-Weißen vermisst. So verlagerte sich das Spielgeschehen mehr und mehr in die hälfte der Gastgeber – und folgerichtig fiel dann auch der 1:3-Anschlusstreffer. Der eingewechselte Lukas Versen fasste sich rund 22 Meter vor dem Tor ein Herz und traf per Dropkick genau neben den linken Pfosten (72.). Doch dieser Treffer reichte nicht mehr, um dem Spiel noch einmal eine Wendung zu geben.

Zwar spielten die Pennigbütteler die Partie alles andere als souverän zu Ende, doch den Gästen fehlten einfach die nötigen spielerischen Mittel, um die Hintermannschaft der Lila-Weißen noch mal ernsthaft in Gefahr zu bringen. „Wir haben es in der zweiten Halbzeit zwar wirklich besser gemacht, aber die individuellen Fehler aus der ersten Hälfte wurden böse bestraft. Wir wissen jetzt, woran wir arbeiten müssen“, sagte Torsten Kentel, während sich sein Kollege Malte Jaskosch naturgemäß über den Auftaktsieg freute, aber auch wusste: „Wir haben nach dem 3:0 das Spielen komplett eingestellt, das ärgert mich natürlich schon.“

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