Tennis-Verbandsliga Herren 30

Der skurrile Spieltag des TC Ostzerholz-Scharmbeck

Dennis Damberg musste nicht lange um den heißen Brei herumreden: „Das war ein absolut skurriles Punktspiel“, fasste der Mannschaftsführer der Herren 30 des TC Osterholz-Scharmbeck zusammen.
03.11.2020, 08:33
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Der skurrile Spieltag des TC Ostzerholz-Scharmbeck
Von Tobias Dohr
Der skurrile Spieltag des TC Ostzerholz-Scharmbeck

Tennis-Punktspiele in diesen Zeiten? Ein zweifelhaftes Vergnügen...

Sven Hoppe

Osterholz-Scharmbeck. Dennis Damberg musste nicht lange um den heißen Brei herumreden: „Das war ein absolut skurriles Punktspiel“, fasste der Mannschaftsführer der Herren 30 des TC Osterholz-Scharmbeck zusammen. Denn während praktisch in ganz Niedersachsen der Tennis-Spielbetrieb vorzeitig eingestellt worden war, mussten die Kreisstädter ihr erstes Verbandsliga-Punktspiel gegen den TV Rot-Gold Sögel tatsächlich noch austragen.

„Wir wollten das Spiel eigentlich in den Januar verlegen, aber das hat nicht geklappt“, so Damberg. Da bei Sögel zwei Akteure ab Januar auch noch bei den Herren mitspielen, war die Spielverlegung für die Gäste aus der Samtgemeinde Sögel im Landkreis Emsland, man könnte sagen: nicht die erste Option. Und da die neue Verordnung in Sachen Amateursport erst ab diesem Montag griff (siehe unten stehender Text), saßen die TCO-Spieler letztlich am kürzeren Hebel. „Wir hatten da nach der alten Verfügungslage tatsächlich keinen rechtlichen Hebel, wo wir ansetzen konnten, um das Spiel von unserer Seite zur Absage zu bringen“, bestätigt Dennis Damberg.

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Da die Osterholz-Scharmbecker die Punkte aber auch nicht kampflos herschenken wollten, mussten sie in den sauren Apfel beißen und das Punktspiel ausrichten. Natürlich unter strengsten Hygieneauflagen. „Wir haben die Teambesprechungen alle in der Halle gemacht und sind uns in den Vorräumen nur mit Mundschutz gegenübergetreten“, sagt Damberg. „Das war schon alles ziemlich merkwürdig, zumal es auch die eigenen Teamkameraden betraf.“ Pikante Randnotiz dabei: Die Gäste kamen aus einem Landkreis mit einer der höchsten Sieben-Tages-Inzidenzen in ganz Niedersachsen. Denn in Sögel befindet sich ein Schlachthof, in dem es eine Vielzahl an Corona-Fällen gegeben hatte.

Ohne die Nummer eins

Neben all diesen unschönen Begleitumständen gab es am Ende auch sportlich nichts zu erben für die TCO-Herren. Mit dem erkrankten Patrick Kück fehlte zu allem Überfluss auch noch die Nummer eins der Kreisstädter, was die Sache zusätzlich erschwerte.

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Dennis Damberg mühte sich in Kücks Abwesenheit im Spitzeneinzel nach Kräften, musste die Überlegenheit seines acht Jahre jüngeren Konkurrenten Arne Kulkmann aber am Ende neidlos anerkennen. Für das Highlight aus TCO-Sicht sorgte Tobias Kahrs an Position zwei, der sich gegen den vier Leistungsklassen stärker eingestuften Philip Schewe in drei Sätzen durchsetzte. Nach dem 4:4 im Matchtiebreak zog Kahrs das Tempo an und machte den Sack mit sechs Punkten in Folge zu.

Zu mehr reichte es an diesem merkwürdigen Sonntag allerdings nicht mehr – was angesichts der Umstände aber auch höchstens eine kleine Randnotiz war. Das nächste Spiel der TCO-Herren ist nun erst für den 13. Dezember angesetzt. Wenn es denn überhaupt stattfinden kann.

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Zur Sache

Tennis auch im November erlaubt

Diese Nachricht dürfte vielen Tennissportlern das Halloween-Wochenende gerettet haben. Denn eigentlich hatten sich die allermeisten schon auf den neuerlichen sportlichen Lockdown eingestellt. Doch dann kam die entsprechende Info vom Tennisverband: Tennis wird von der Politik als Individualsportart eingestuft und somit dürfen die Aktiven auch im November der gelben Filzkugel nachjagen – nicht nur draußen, sondern auch in der Halle.

In der entsprechenden Mitteilung an seine Vereine hat der Tennisverband Niedersachsen-Bremen (TNB) klargestellt: „Es ist, unter Einhaltung aller Vorgaben des Hygieneschutzes, erlaubt, Tennis zu spielen. Es darf draußen und in der Halle gespielt werden. Doppel ist nur erlaubt, wenn die Spieler aus höchstens zwei Hausständen kommen.“ Auch das Training wird weiterhin erlaubt sein, allerdings nur als Einzelunterricht. Eine Personenbegrenzung in der Halle gibt es nicht.

Und sogar der Punktspielbetrieb ist weiterhin möglich, wie das TNB-Präsidium einstimmig beschlossen hat: Alle Spiele aus dem Zeitraum 2. bis 30. November werden nach hinten verschoben. Allerdings gibt es auch hier eine Ausnahme: „Wenn sich zwei Teams einigen, spielen zu wollen, kann die Begegnung stattfinden und wird gewertet." Auf Doppel wird dabei allerdings verzichtet.

Weitere Informationen

TC Osterholz-Scharmbeck - TV Rot-Gold Sögel 1:5

Damberg - Kulkmann 2:6, 0:6; Kahrs - Schewe 3:6, 6:1, 10:4; Aldag - Jansen 0:6, 2:6; Tetens - Knipper 0:6, 1:6; Damberg/Kahrs - Kulkmann/Schewe 4:6, 4:6; Aldag/Tetens - Jansen/Knipper 2:6, 2:6 TD

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