„Unsere Vereine“: SV Komet Pennigbüttel

Aufguss mit Tradition

Ist Skat Sport? Und was ist mit Schach? Ist das Sport? Daran schieden sich schon immer die Geister. Beim SV Komet Pennigbüttel gibt es sogar eine noch speziellere „Abteilung“: Eine Sauna-Sparte.
26.11.2020, 09:00
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Aufguss mit Tradition
Von Dennis Schott
Aufguss mit Tradition

Karl Schoenemeier, ehemlaiger stellvertr. Vorsitzender des SV Komet Pennigbüttel, in der vereinseigenen Sauna

Dennis Schott

Ist Skat Sport? Und was ist mit Schach? Ist das Sport? Daran schieden sich schon immer die Geister. Die Frage, ob Skat und Schach als Sportarten zu betrachten sind, stellt sich beim SV „Komet“ Pennigbüttel allerdings nicht. Der Verein positioniert sich dafür auf einem anderen Feld. Er ist der Auffassung: Sauna ist Sport. Zumindest muss man dies annehmen, wenn man das Angebot der Lila-Weißen betrachtet. Dort taucht neben traditionellen Sportarten wie Fußball, Tennis und Tischtennis, Turnen und Volleyball, Badminton oder Gesundheitssport und sogar Samba tatsächlich auch Sauna auf. Beim SV „Komet“ ist es zudem sogar eine eigene Sparte.

Sauna als Sport, damit nehmen die Pennigbütteler ganz klar eine Alleinstellung im Landkreis Osterholz ein – wenn nicht sogar darüber hinaus. Viele Vereine dürften es jedenfalls nicht sein, die eine eigene Sauna-Sparte gegründet haben. Das denkt auch Karl Schoenemeier. Jeden Donnerstag geht der ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Vereins mit der Seniorengruppe saunieren. In seine Amtszeit fielen die Planungen eines – damals schon – neuen Saunabereichs. Der Anbau an das Vereinsheim 2005 wurde dabei hauptsächlich in Eigenleistung vorgenommen. Die Räume im Souterrain des Gebäudes wurden von den Sportlern selbst konzipiert und eingerichtet. Dort stehen jetzt eine moderne Sauna für bis zu zehn Personen, zwei Duschen und eine Toilette bereit. Nebenan ein Aufenthaltsraum zum Entspannen.

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Saunieren hat im Verein Tradition. Karl Schoenemeier ist bei der Suche nach den Anfängen und nach Durchstöbern mehrerer Quellen auf das Jahr 1981 gestoßen. Seinerzeit wurde die Gymnastikhalle an der Reithalle fertiggestellt, wodurch das Turnen im Verein einen wesentlichen Aufschwung erfuhr. Dazu muss man wissen: Die Turn-Abteilung musste viele Jahre zuvor um ihr Recht kämpfen. Die eher fußballorientierten Verantwortlichen standen dem Begehren, eine Turnsparte zu gründen, schon nach dem Ende des 2. Weltkriegs, als die Vereinsaktivitäten wieder aufgenommen wurden, distanziert gegenüber. Auch war kein geeigneter Raum vorhanden. Doch so einfach ließen sich die Turner nicht abschrecken, also wurde ein Jahr nach Kriegsende kurzerhand der große Saal der Gastwirtschaft Heilshorn zur Turnhalle umfunktioniert.

35 Jahre später lockte die neue Gymnastik-Halle immer mehr Mitglieder an, und einige Seniorenturner wünschten sich, nach dem Training in eine Sauna gehen zu können, um die Muskeln zu entspannen. Noch im selben Jahr wurde ein Raum, in dem eigentlich nur Geräte untergebracht werden sollten, mit Holz ausgekleidet und ein Saunaofen besorgt. Dusche und Toilette waren bereits vorhanden, womit die Saunanutzung im Verein beginnen konnte – vornehmlich durch eine kleine Gruppe von sieben Männern. Mehr Personen fasste die kleine Sauna damals nicht.

Diese erste Saunabesatzung hielt über Jahre wie Pech und Schwefel zusammen. Ein richtig eingeschworener Haufen sei das gewesen, bestätigt Karl Schoenemeier. Die Gruppe hatte in gewisser Weise das Sagen über die Sauna. Das ist heute – in der neuen, moderneren Sauna für bis zu zehn Personen – anders. Zumindest theoretisch. Denn im Prinzip steht der Saunabereich jedem Vereinsmitglied offen. Allerdings muss man sich anmelden. Derzeit nutzen vier Gruppen (drei Herren- und eine Frauengruppe) zu festen Zeiten regelmäßig die Sauna, berichtet Karl Schoenemeier. Auf die Schnelle nach dem Training in die Sauna huschen, ist also nicht möglich. Vor allem die Fußballer hätten sich dies gewünscht. Im – wahrsten Sinne des Wortes – Dunstkreis der Sauna liegt ihre Umkleide-Kabine. Ein ums andere Mal weht ihnen dann der Geruch des Aufgusses von nebenan um die Nase.

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