Unterstützung für Vereine

Gebrautes Glück

In der Pandemie brechen Vereinen die Einnahmen aus Veranstaltungen weg. Eine Kieler Brauerei hat nun einen Wettbewerb ausgerufen, um den Vereinen zu helfen, und Pro Pennigbüttel beteiligt sich.
04.05.2021, 05:10
Lesedauer: 2 Min
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Von Christa Neckermann
Gebrautes Glück

Reinhard Müller, Martina de Wolff und Heidi Wehmann (v.l.) setzen auf den Geschmack des Vereinsbieres, und hoffe auf Einnahmen aus dem Verkauf für ihren Verein.

CARMEN JASPERSEN

Pennigbüttel. Deutschland ist das Land der Vereine. Allein die 2000-Seelen-Ortschaft Pennigbüttel hat 14. Dort „vereint“ man sich zum Angeln, geht jagen oder feuert die örtlichen Aktiven rund um Sportstätten, wie den Fußballplatz, an. Und der Ausgang dieser Wettkämpfe werden dann oftmals bei einer Flasche Bier gefeiert oder betrauert.

Seit einem Jahr verhindert nun die Corona-Pandemie das gemütliche Miteinander der Pennigbütteler. Da traf es sich gut, dass Heidi Wehmann seit ihrer Verrentung mehr Zeit zum Zeitungslesen hat. Dabei stieß sie auf einen Aufruf der Lille-Brauerei in Kiel. Diese Brauerei ist dafür bekannt, regionale Biere in höchster Qualität zu brauen und setzt auf eine nachhaltige Entwicklung in der Bierlandschaft.

Wehmann erfuhr, dass es unter der Internetadresse www.ver1heim.de möglich war, für Vereine ein ganz eigenes Bieretikett zu kreieren und den Verein so mit jeweils 50 Cent pro verkaufter Flasche zu unterstützen. Dass der Flaschen-Inhalt - ein norddeutsches Helles mit blumig-mildem Bukett und schöner Honignote, die von einer gewissen Herbe fein abgebremst wird - schmeckt, davon konnten sich Heidi Wehmann, Martina de Wolff und Reinhard Müller inzwischen persönlich überzeugen.

Anstoßen auf seinen Verein

Was Heidi Wehmann bei dem Vereinsbier besonders ansprach war, dass sich alle Pennigbütteler nun wenigsten im sportlichen Geiste versammeln und bei einer gemeinsamen Biersorte vereint auf „Pro Pennigbüttel“ anstoßen können. Mitte März endete der Einsendeschluss. „Saisonstart“ war am 26. April. Bis zum 28. August können nun die Pennigbütteler zeigen, dass bei ihnen Hopfen und Malz nicht verloren ist.

108 Vereine aus dem norddeutschen Raum gehen bei dieser Aktion an den Start, der trotzdem kein echter Wettstreit ist. Denn am Ende gewinnen alle Vereine. Auf der Webseite können die Interessierten den Verkauf ihres Vereinsbiers fast live verfolgen und überprüfen, wie viel Geld zum Ende der Saison in ihre Kassen gespült wird.

Container wird grün

„Der Erlös aus dem Bierverkauf fließt in unser Container-Projekt“, sagt Martina de Wolff. Nachdem der Verein Pro Pennigbüttel im vorigen Jahr den Dorfplatz bauen konnte, steht jetzt noch die Verschönerung des als unschön empfundenen Containers aus. Einen Plan dafür gibt es bereits: „Der Container soll begrünt werden und den Anblick unseres Dorfplatzes weiter verschönern“, stellt Reinhard Müller, Schatzmeister des Vereins, das Vorhaben vor.

Verkauft wird das Lille-Bier im Getränkemarkt bei Famila in Buschhausen. In direkter Nachbarschaft zum Pennigbütteler Prosttrunk steht eine weitere Landkreis-Spezialität: Auch der VSK Osterholz hat über die Lille-Brauerei ein eigenes Vereinsbier kreiert. Bierfreunde wie auch Sportfans können ihren jeweiligen Lieblingsverein nun auf eine originelle und durchaus süffige Art unterstützen.

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