Jugendliche diskutieren mit Politikern

Von Europa und seiner Zukunft

Wohin steuert Europa? Darüber diskutierten im Kulturhaus Hinterm Horn in Osterholz-Scharmbeck auf Einladung des Vereins „NaturKultur“ 50 Jugendliche mit Politikern.
13.11.2018, 13:26
Lesedauer: 2 Min
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Von Friedrich-Wilhelm Armbrust
Von Europa und seiner Zukunft

SPD-Europakandidat Jörg Kockert, Garlstedts Ortsvorsteherin Marie Jordan, Bürgermeister Torsten Rohde und CDU-Europakandidat Marcus Oberstedt (v. l.) stellten sich den Fragen von Darko Mitevski, Präsident des Vereines "NaturKultur" (2. v. l.) und 50 Jugendlichen.

Friedrich-Wilhelm Armbrust

Osterholz-Scharmbeck. Wohin steuert Europa und wie kann oder wird seine Zukunft aussehen? Darüber diskutierten im Kulturhaus Hinterm Horn 50 Jugendliche unter anderem mit Bürgermeister Torsten Rohde und Jörg Kockert. SPD-Mann Kockert ist der Wunschkandidat des SPD-Bezirks Nord-Niedersachsen für die Europa-Wahl. Mit im Boot waren zudem Marie Jordan als Ortsvorsteherin von Garlstedt und Vertreterin der CDU und Marcus Oberstedt als Kreisvorsitzender der Europa-Union Deutschland. Auch Oberstedt will bei der Europa-Wahl kandidieren.

Auf dem Podium saß ferner Darko Mitevski, Präsident des Vereines „NaturKultur“. Dieser Verein hatte zur Diskussion eingeladen. Die Moderation lag in den Händen von Slobodan Djurovic. Die Jugendlichen zwischen 18 und 25 Jahren stammten aus Griechenland, Ungarn, Litauen, Spanien, Deutschland, Tschechien und Italien. Sie nahmen alle an einer zehntägigen internationalen Jugendbegegnung teil. Entsprechend international ging es auch sprachlich zu: Die Diskussion wurde in Englisch geführt.

Drei Minuten Zeit hatte jeder der fünf Podiumsteilnehmer, um auf die Fragen von Djurovic zu antworten. Eine davon war, wie Europa auf die Herausforderung des Brexit reagieren sollte. Die Engländer seien sehr „speziell“, so Rohde. Sie brächten der EU sehr viel Skepsis entgegen und wüssten die Vorzüge einer Mitgliedschaft nicht zu schätzen. Der Austritt sei ein großer Fehler, urteilte der Bürgermeister. Dem schlossen sich die anderen Teilnehmer weitgehend an.

Angesprochen wurden die fünf dann auf das Problem des wachsenden Nationalismus in Zusammenhang mit den Flüchtlingsströmen. „Nationalismus, das möchte ich nicht wieder“, sagte Kockert. In der EU sei man frei, und in der EU sollten die Flüchtlinge eine Zukunft finden, so der SPD-Politiker.

Generell legten alle eine klares Bekenntnis zu Europa und seiner Zukunft ab. „Wir gehören zusammen“, so Jordan. „Wir müssen mit einer Stimme sprechen, gerade gegenüber Ländern wie den USA und China“, ist die Auffassung von Bürgermeister Rohde.

Danach schloss sich eine Aussprache zwischen den jungen Menschen und den Politikern an. Dabei bezog Oberstedt Stellung zu der Frage nach Sanktionen gegenüber Russland. Die halte er für angemessen. Russland hätte sich die Krim nicht einverleiben dürfen, sagte Oberstedt. Trotzdem müsse mit Russland verhandelt werden. „Die Fronten dürfen sich nicht weiter verhärten.“ Aus geschichtlicher Sicht sei es nie gut gewesen, wenn Europa und Russland sich nicht miteiander verstanden hätten, so der CDU-Mann.

Jordan ging noch einmal auf die Flüchtlingsproblematik im Zusammenhang mit einer abnehmenden Akzeptanz gegenüber den traditionelle Parteien wie CDU und SPD ein. Um wieder zu alter Stärke zurückzukehren, sei es notwendig, Politik besser zu erklären und das in einer sachlichen Art und Weise. Die Flüchtlingsproblematik hätte besser kommuniziert werden müssen, räumte Marie Jordan ein.

Der Verein „NaturKultur“ organisiert seit 2011 internationale Jugendprojekte. Im Mittelpunkt stehen dabei der Austausch über aktuelle Themen wie Frieden, Menschenrechte und Umwelt. Man wolle dazu beitragen, die Welt zu einem gerechten und friedvollen Ort zu machen, so Präsident Mitevski.

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