Volleyball-Verbandsliga

VSK schafft doch noch den Klassenerhalt

Die Volleyballer des VSK Osterholz-Scharmbeck haben es tatsächlich geschafft und sich am letzten Spieltag der Verbandsligasaison doch noch den direkten Klassenerhalt gesichert.
20.03.2019, 13:38
Lesedauer: 3 Min
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VSK schafft doch noch den Klassenerhalt
Von Tobias Dohr
VSK schafft doch noch den Klassenerhalt

Grenzenloser Jubel herrschte bei den VSK-Volleyballern nach dem Verbandsliga-Spieltag bei der SG Ofenerdiek/Ofen (hier eine Archivaufnahme).

Tobias Dohr

Osterholz-Scharmbeck. Was für ein Drama, was für ein Happy End! Die Volleyballer des VSK Osterholz-Scharmbeck haben es tatsächlich geschafft und sich am letzten Spieltag der Verbandsligasaison doch noch den direkten Klassenerhalt gesichert. Das knappe aber hochverdiente 3:2 (25:16, 20:25, 25:13, 24:26, 15:13) über die SG Ofenerdiek/Ofen reichte aus, um den TuS Aschen-Strang noch auf den Relegationsplatz zu verdrängen.

Dieser letzte Spieltag lieferte dabei gleich eine Vielzahl von kuriosen Randnotizen. Da war zum einen die pikante Konstellation, dass die beiden direkten Konkurrenten in der finalen Spielrunde ausgerechnet nacheinander gegen denselben Gegner antreten mussten. Eigentlich hatten die Kreisstädter um VSK-Spielertrainer Recep Divanoglu den direkten Klassenerhalt gar nicht mehr in der eigenen Hand gehabt, doch nach der deutlichen 0:3-Niederlage von Aschen-Strang war klar: ein Sieg würde reichen.

Dann waren da die Comebacks von Sascha Tietjen und Christian Koch. Monatelang hatten die beiden Leistungsträger dem VSK verletzungsbedingt gefehlt. Ausgerechnet zum letzten und alles entscheidenden Saisonspiel waren sie nun wieder fit – und zeigten eindrucksvoll, warum sie so wichtig sind für Divanoglu und Co. Die kurioseste Geschichte lieferte aber der Spielertrainer gleich selbst. Denn der Name Divanoglu tauchte völlig überraschend zweimal auf dem Spielberichtsbogen auf. Neben der gewohnten Nummer 7 und dem Namen Recep Divanoglu tauchte darüber auch der Eintrag für die Nummer 1 auf: Timur Divanoglu.

Der 21-jährige Sohn des Spielertrainers war vor zwei Jahren eigentlich nach Oldenburg gewechselt, um dort Regionalliga zu spielen. Dann setzte ihn eine langwierige Erkrankung aber außer Gefecht. „Nun ist Timur seit ein paar Wochen wieder richtig fit, und da hab ich ihn dann einfach mal gefragt, ob er eigentlich noch irgendwo seinen Pass hat“, berichtete Recep Divanolgu. Der Filius hatte sich damals aber wieder ordnungsgemäß abgemeldet in Oldenburg – und deshalb machten die Divanoglus schnell Nägel mit Köpfen und beantragten eine Spielerlaubnis für das letzte Saisonspiel.

Und der Jungspund im Team des VSK zeigte dann gleich zu Beginn der Partie auch erst einmal, was in ihm steckt. Dem früheren, langjährigen VSK-Akteur Benjamin Büttelmann blockte Timur Divanoglu einen knallharten Angriffsball erst mal vor die Füße. Diese Aktion war gewissermaßen der Auftakt einer beeindruckenden Leistung der Gäste im ersten Durchgang. Über 12:6 und 18:10 fuhren die Kreisstädter einen souveränen Satzgewinn ein. „Wir haben dermaßen konzentriert agiert und stabil angenommen, das war schon klasse“, zeigte sich selbst Recep Divanoglu beeindruckt von Hanno Holschen, Marcus Balzer, Thorsten Heitmann und Co.

Doch angepeitscht von einer tollen Kulisse in der Halle stellten sich die Gastgeber im zweiten Satz besser auf den gegnerischen Block ein. Auf der anderen Seite hatte der VSK Probleme mit den gelegten Bällen von Ofenerdiek/Ofen. So ging der zweite Abschnitt mit 20:25 verloren. Doch davon zeigten sich die unter Druck stehenden Gäste keinesfalls beeindruckt. Im Gegenteil. Mit einer Aufschlagserie sorgte Hanno Holschen für eine frühe Führung, die vor allem dank des konstant stark agierenden VSK-Blocks kontinuierlich ausgebaut wurde.

Im vierten Durchgang entwickelte sich nun ein hochklassiger Schlagabtausch, der allerdings ein wenig unter dem strengen Regiment des Hauptschiedsrichters litt. „Da wurden dem Gegner und mir doch einige Bälle herausgepfiffen“, berichtete Divanoglu, „das hat im Zuspiel natürlich für ein wenig Unsicherheit gesorgt.“ Aus dem 20:23 machten die Gäste zwar noch mal ein 23:23, doch zwei Fehler bedeuteten den endgültigen Satzverlust. Und auch der Start in den Tiebreak misslang dann erst einmal völlig. Bei 0:4 nahm Recep Divanoglu eine Auszeit, bei 2:8 sahen die VSK-Volleyballer schon wie die sicheren Verlierer aus. Selbst bei 8:12 setzte kaum noch jemand auf die Gäste. Doch dann wendete sich das Blatt.

Mit vollem Risiko griffen Holschen und Balzer nun an, Thorsten Heitmann sorgte mit unangenehmen Flatteraufschlägen für Unruhe in der gegnerischen Annahme. Und dann war da ja auch noch Timur Divanoglu, der erneut beherzt im Block zugriff. 7:1 Punkte später war es geschafft – der Tiebreak war gewonnen, der Klassenerhalt perfekt. Und für Familie Divanoglu war dieser Tag noch etwas besonderer als ohnehin schon. „Dass wir den Klassenerhalt auf diese Art noch geschafft haben, ist schon wirklich großartig. Dass ich das aber mit meinem Sohn zusammen erleben durfte, ist natürlich einfach nur unglaublich“, so ein überglücklicher Recep Divanoglu.

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