American Football Regionalliga

Ärgerliche Heimpremiere für die Ritterhude Badgers

Sie hatten sich so viel vorgenommen für das Heimspiel gegen Wolfsburg. Doch am Ende mussten die American Footballer der Ritterhude Badgers eine 20:29-Niederlage einstecken.
06.05.2019, 11:06
Lesedauer: 3 Min
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Von Jan-Henrik Gantzkow
Ärgerliche Heimpremiere für die Ritterhude Badgers

Kein Durchkommen mehr: Christian Heinke (am Ball) verlor die Heimpremiere mit den Ritterhude Badgers gegen Wolfsburg mit 20:29.

Tobias Dohr

Ritterhude. Die American Footballer der Ritterhude Badgers müssen in der Regionalliga Nord weiter auf ihr erstes Erfolgserlebnis warten: Eine knappe Woche nach der Auftaktpleite in Hamburg ging auch die Heimpremiere der „Dachse“ verloren. Trotz toller Unterstützung von über 500 Zuschauern am Moormannskamp musste sich das Team von Headcoach Benjamin Crljenkovic den Wolfsburg Blue Wings am Sonntag letztlich mit 20:29 geschlagen geben. Besonders bitter war die Pleite gegen den starken Aufsteiger, da ein Sieg durchaus möglich gewesen wäre.

„Das ist eine ärgerliche Niederlage, die wirklich wehtut. Wir hatten einige Chancen, haben diese aber nicht konsequent genutzt“, ärgerte sich Crjenkovic im Anschluss an die Niederlage, auf die zu Beginn des Spiels nicht wirklich viel hingedeutet hatte. Denn die Badgers waren von ihrem Trainerstab hervorragend auf die physisch starken Wolfsburger eingestellt worden und zeigten gerade in der Defensive eine starke Leistung. Die ersten beiden Drives der Gäste wurden so schnell gestoppt, sogar einen Puntversuch konnte die hochmotivierte Ritterhuder Defensivabteilung mit viel Einsatz blocken.

Kurz danach nahm dann auch die Offensive so langsam Fahrt auf. Mit gutem Laufspiel wurde das Feld überquert und Running Back Wolf-Ruben Ketteritzsch trug das Leder letztlich zur vielumjubelten Führung in die Endzone. Da Kicker Darrian Naujoks den anschließenden PAT sicher verwandelte, hieß es 7:0 für die Gastgeber. Vielleicht waren sich die Hammestädter nach diesem tollen Start aber zu sicher, denn urplötzlich kamen die Blue Wings besser in die Partie. Auch weil ihr Passspiel immer besser funktionierte. So kamen die Gäste nach einer langen Angriffsserie zu Beginn des zweiten Durchgangs ihrerseits zum ersten Touchdown und gingen durch eine erfolgreiche Two-Point-Conversion sogar mit 8:7 in Front.

In der Folgezeit gelang es der Ritterhuder Offensive zwar immer wieder den Ball zu bewegen, durch eigene Strafen oder kleine Fehler brachten sie sich aber oftmals selbst in die Bredouille. Effektiver präsentierten sich dagegen die Wolfsburger, die ihren Vorsprung durch einen 5-Yard-Run auf 15:7 ausbauten. Kurz vor Ende der Halbzeit hätten die Hausherren nach einem langen Drive dann noch einmal verkürzen können, ein mögliches Field-Goal wurde aber durch die abgelaufene Zeit verhindert.

Auch der Start in die zweite Hälfte missglückte, da sich Wolfsburg quer über das Feld arbeitete und nach einem Pass in die Endzone erneut jubeln durfte. Davon ließen sich die Badgers, die einmal mehr über die gesamte Spieldauer Herz und Moral bewiesen, jedoch keineswegs beirren. Stattdessen antworteten sie wenige Minuten später mit ihrem zweiten Touchdown: Erneut war es dabei Wolf-Ruben Ketteritzsch, der den Ball über die Linie der gegnerischen Endzone brachte. Es stand nur noch 14:22, und als die Defensive den Ball im Anschluss schnell wieder eroberte, war die Hoffnung auf ein Comeback endgültig zurück. Erst recht, nachdem Quarterback Chasen Gemepeler, der während des Spiels einen heftigen Schlag kassiert hatte, eine schöne Angriffsserie persönlich krönte und aus drei Yards zum 20:22 in die Endzone rannte. Natürlich gingen die Badgers danach auf zwei Punkte, um das Spiel damit auszugleichen. Die Chance war auch da, Gemepelers Pass geriet aber letztlich zu kurz und konnte somit nicht gefangen werden.

Nur einen Spielzug später folgte dann der nächste Nackenschlag, als die Gäste aufzeigten, wie schnell das Momentum im American Football wechseln kann: Die Wolfsburger trugen in diesem Moment den Kickoff über das komplette Spielfeld zurück und punkteten erneut. Das ging viel zu leicht für die Gäste. Zwar ließen sich die Schwarz-Gelben auch nach diesem Gegenschlag nicht hängen, ihr stetiges Bemühen wurde aber nicht mehr belohnt.

Somit stehen die Ritterhude Badgers nach zwei Spielen ohne Punkte da, was bei „Benno“ Crljenkovic für selbstkritische Töne sorgte: „Ich werde mich immer vor mein Team stellen. Wir müssen sie in die beste Position bringen, um Spiele zu gewinnen. Das ist uns bisher nicht gelungen, daher steigt natürlich der Druck“, so der Ritterhuder Übungsleiter nach dem missglückten Start. Angesichts der guten Ansätze, die das neuformierte Team auch im zweiten Spiel zeigte, sollte dieser (nach Punkten) verkorkste Beginn aber in den nächsten Wochen noch ausgebügelt werden können.

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