Thema: Altpapiercontainer Papier-Ärger in Ritterhude

Vor längerer Zeit ist der Altpapiercontainer vom Parkplatz der heutigen Kaufland-Filiale in Ihlpohl entfernt worden. Der Bedarf ist jedoch da. Und so befassten sich Politik und Verwaltung jetzt mit dem Thema.
25.05.2022, 17:38
Lesedauer: 2 Min
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Papier-Ärger in Ritterhude
Von Brigitte Lange

Ritterhude. Ein Wort kann vieles ändern, wie die Debatte über die Aufstellung eines neuen Altpapiercontainers in Ritterhude zeigt. Die Bürgerfraktion hatte jüngst einen entsprechenden Antrag in den zuständigen Fachausschuss eingebracht. Begründung: Sie seien von Bürgern angesprochen worden, denen ein solcher Container in der Gemeinde fehlt, erklärte Markus Lehmann.

Die Altpapiercontainer, die bei Kaufland standen, als der Markt noch unter dem Namen Real firmierte, sind lange fort. Doch der Bedarf ist mit ihnen nicht verschwunden. Und bevor das Papier in der Landschaft lande, solle eine kostenlose Entsorgungsmöglichkeit geschaffen werden, argumentierte Lehmann. Ein Argument, das die Grünen unterstützen.

Gemeinde nur Bittstellerin

Weniger glücklich mit diesem Antrag war die zuständige Sachgebietsleiterin Genia Flock: "Die Gemeinde selbst kann das Altpapier nicht entsorgen; wir können nur die Möglichkeit dafür schaffen." Heißt: Die Gemeinde kann der Abfall-Service-Osterholz (Aso) GmbH, der die Container gehören, einen Standort vorschlagen. Ob die Aso diesen dann auch annimmt, ist allein deren Entscheidung. "Wir haben der Aso bereits Stellplätze angeboten, aber die wollten sie nicht", bestätigte Bürgermeister Jürgen Kuck.

Noch komplizierter wird es, wenn das ins Visier genommene Gelände nicht der Kommune gehört. Dann muss nicht nur die Aso für diesen Standort gewonnen werden. Auch der Grundstückseigentümer muss überzeugt werden. Keiner von beiden könne zu einer Kooperation gezwungen werden.

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Diese Überzeugungsarbeit werde aber dadurch nicht gerade erleichtert, dass es oftmals Folgeprobleme mit den Containern gebe: "Müll zieht immer Müll an", sagte Flock und meinte die Kartons mit Altpapier, die sich mitunter neben den Altpapiercontainern auftürmen. Ganz zu schweigen von anderem Müll, der bei Altpapier- und anderen Wertstoff-Containern abgeladen werde. Genau das sei letztlich auch der Grund gewesen, warum die Altpapiercontainer am bisherigen Standort in Ihlpohl abgeschafft wurden, so Flock.

Aus all diesen Gründen konnten Flock und Kuck nicht zusagen, ob der Standort, den sie für einen neuen Container-Standort eigentlich favorisieren, auch verwirklicht werden kann: auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums an der Riesstraße. Und selbst wenn Eigentümer und Aso diese Option annehmen sollten: Die Erweiterung des Parkplatzes werde wahrscheinlich erst Ende 2023 fertig sein, beantwortete Bauamtsleiter Michael Keßler eine Frage aus dem Gremium. 

Kopfschütteln bei Verwaltung

Trotz all dieser Hinweise sorgte das Ausschussvotum am Ende bei der Verwaltung für Kopfschütteln. Denn obwohl sie selbst gar keinen Container aufstellen kann, empfahl das Gremium der Verwaltung, genau das zu tun - bei vier Enthaltungen, zwei Nein- und mit drei Ja-Stimmen.

Der anschließend – nicht-öffentlich – tagende Verwaltungsausschuss kassierte diese Empfehlung wieder ein und überarbeitete sie. Die neue Fassung ging dann in den Rat. Und der hob geschlossen die Hand für den Antrag. Der Unterschied: ein Wort. Denn der Beschluss beauftragt die Verwaltung, zu prüfen, ob in der Gemeinde ein neuer Altpapiercontainer aufgestellt werden kann. Nicht mehr und nicht weniger.

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