American Football

Ritterhude Badgers: Ein erster Schritt in Richtung Normalität

Football-Pflichtspiele wird man 2020 in Ritterhude, Bremerhaven oder Oldenburg aber wohl nicht sehen. Aber immerhin trainieren die Badgers wieder.
25.05.2020, 09:38
Lesedauer: 2 Min
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Von JAN-HENRIK GANTZKOW
Ritterhude Badgers: Ein erster Schritt in Richtung Normalität

So nah wie auf diesem Bild werden sich die American Footballer der Ritterhude Badgers weder im Training noch in der Saison kommen. Der Trainingsbetrieb ist eingeschränkt und der Spielbetrieb ausgesetzt.

Tobias Dohr

Ritterhude. Normalerweise wären die American Footballer der Ritterhude Badgers schon vor einigen Wochen in die neue Regionalligasaison gestartet, am kommenden Wochenende hätten die „Dachse“ ihre diesjährige Heimspielpremiere am Moormannskamp feiern sollen. Doch „normal“ ist momentan bekanntermaßen wenig, auf knallharte Tackles und spektakuläre Touchdowns wird man noch lange warten müssen. Denn die Corona-Krise bremst logischerweise auch die Vollkontaktsportler aus.

In einer Videokonferenz am Sonntag entschieden die Vereine der Regionalliga Nord nun, dass eine Saison in diesem Jahr nicht realisierbar ist – die offizielle Entscheidung steht zwar noch aus, Pflichtspiele wird man 2020 in Ritterhude, Bremerhaven oder Oldenburg aber wohl nicht sehen. „Die Vereine waren sich einig, dass es nicht umsetzbar ist. Momentan weiß man ja nicht, wie es in ein paar Monaten aussieht, eine kurzfristige Saisonplanung wäre dann aber auch nicht realisierbar. Nicht nur die Verpflichtung von wichtigen Exportspielern wäre unmöglich, auch könnte es bei einem Saisonstart im Herbst Probleme mit den Plätzen geben. Von daher ist diese Entscheidung absolut richtig“, erklärt der erste Badgers-Vorsitzende Holger Bürger. Im Optimalfall könnten stattdessen ab September einige Testspiele gegen lokale Teams ausgetragen werden, bevor es im kommenden Jahr wieder um Punkte gehen soll.

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Immerhin können die Badgers seit der vergangenen Woche wieder auf den Platz. An reguläres Training mit Kollisionen und Spielzügen ist aufgrund der strengen Hygienevorschriften zwar nicht zu denken, dennoch war die Freude bei allen Beteiligten groß. „Die Truppe lebt durch ihren Zusammenhalt und ihre Gemeinschaft, die Jungs waren also förmlich ausgehungert und haben dem Wiedersehen entgegengefiebert. Trotz der Rahmenbedingungen waren alle topmotiviert“, so Bürger.

Jugend und Herren trainieren dabei gemeinsam, bis zu 25 Akteure arbeiteten während der ersten Einheiten in erster Linie an der Athletik – und achteten dabei streng auf die Abstandsregeln und Hygienevorschriften.

Gerade für die Nachwuchsakteure war das gemeinsame Training eine wichtige wie schweißtreibende Erfahrung. „Es war einfach mal wieder toll, mit den Jungs auf dem Rasen zu stehen. Wir haben viel für den Oberkörper gemacht, aber auch die Beinarbeit trainiert. Das war zwar schon sehr anstrengend, hat aber auch viel Spaß gemacht“, strahlt Bürgers 15-jähriger Sohn und Jugendspieler Moritz trotz Muskelkater über den Wiedereinstieg.

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Für die Inhalte und deren Umsetzung zeichnet dabei in erster Linie Runningback Wolf-Ruben Ketteritzsch verantwortlich, der die vakante Headcoach-Position mit Hilfe einiger Mitspieler aktuell ausfüllt. Einen Nachfolger für den im April zurückgetretenen Benjamin Crljenkovic (wir berichteten) haben die Badgers aufgrund der ungewissen Zukunft bisher nicht verpflichtet, geeignete Kandidaten für eine Nachfolge habe der Verein aber bereits im Auge.

Erst mal freuen sich die Ritterhude Badgers aber darüber, dass sie überhaupt wieder trainieren dürfen. Der erste Schritt zurück zur Normalität ist damit getan.

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