„Unsere Vereine“: ASV Ihlpohl

Raus aus dem „schwarzen Loch“

Der überraschende Tod des Vereinsvorsitzenden Gernot Jesgarzewski hat den ASV Ihlpohl im vergangenen Herbst in Schockzustand versetzt - schließlich gab es keinen offiziellen Stellvertreter.
28.04.2021, 09:37
Lesedauer: 2 Min
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Von Frank Mühlmann
Raus aus dem „schwarzen Loch“

Andreas Benthake

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Wochenlang stand der ASV Ihlpohl unter Schockstarre. Nach dem überraschenden Tod seines Vereinsvorsitzenden Gernot Jesgarzewski im September vergangenen Jahres war der Verein nicht nur emotional tief betroffen, sondern auch für einen längeren Zeitraum quasi handlungsunfähig. Denn der ASV hatte es seit 2013 versäumt, Jesgarzewski, der insgesamt 35 Jahre die Geschicke des Vereins gelenkt hatte, einen Stellvertreter zur Seite zu stellen.

„Es war ein sehr ungutes Gefühl, keine Verträge unterschreiben und nicht mit der Bank verhandeln zu können“, beschreibt Diane Zabel das anfängliche Szenario. Die Kassenwartin wühlte sich mehrere Wochen hauptsächlich zusammen mit Andreas Benthake durch diverse Ordner. Denn Gernot Jesgarzewski hatte sich zwar stets aus sportlichen Dingen weitestgehend herausgehalten und dem restlichen Vorstand diesbezüglich freie Hand gelassen, sich jedoch unter anderem um komplizierte rechtliche Angelegenheiten, das Vereinsregister oder das Beantragen von Zuschüssen gekümmert – und vor allem auch diverse Kontakte rund um den Verein gepflegt.

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Ende Oktober 2020 wurde Andreas Benthake dann auf der eiligst einberufenen Jahreshauptversammlung zum neuen Vorsitzenden gewählt. Den ohnehin geplanten Wechsel von Jesgarzewski zu Benthake hätte es eigentlich schon Monate zuvor im Mai geben sollen, doch die Versammlung fiel damals der Corona-Pandemie zum Opfer. So ließ es das Schicksal nicht zu, dass Benthake von seinem Vorgänger noch umfangreich eingearbeitet werden konnte. Die alles andere als alltägliche Corona-Zeit erschwerte Benthakes Start zusätzlich. „Man kann sich vorstellen, dass Andreas bis heute vor allem Krisenmanagement leisten muss. Das macht er allerdings hervorragend“, findet Rainer Dause, Leiter der Fußballabteilung. Auch Diane Zabel meint, aus dem „schwarzen Loch“ zu Beginn mittlerweile schon wieder sehr gut herausgefunden zu haben.

Benthake hat sich künftig vor allem auf die Fahne geschrieben, die alte, bildlich gesehen, verstaubte Vereinssatzung von 1972 „auf links zu drehen“ und entsprechend zu modernisieren. Außerdem möchte er die Jugend im ASV nicht nur durch möglichst neue Übungsleiter weiter fördern, sondern ihr auch ein Sprachrohr im Vorstand verschaffen. „Bisher hatten wir einen erwachsenen Jugendwart, der die Interessen der Kinder und Jugendlichen vertrat. Meine Idee ist vielmehr, beispielsweise einen 16-Jährigen zu finden, der am besten weiß, was die Jugend beschäftigt und auch auf sie ausgerichtete, neue Angebote erarbeiten kann“, erzählt Benthake.

Im Vereinsheim des ASV ist währenddessen in den vergangenen Monaten bereits ein Umbruch vollzogen worden. Der dortige Partyraum wurde inzwischen zu einem Mehrzweckraum umfunktioniert. Dort können zukünftig sowohl Versammlungen abgehalten werden als auch Erste-Hilfe- oder Yogakurse stattfinden. Eine neue Spiegelwand für Tanzgruppen und drei professionelle Dartsboards werten die Räumlichkeiten zusätzlich auf.

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