Reaktion auf Baumfällung Baumschutzsatzung in der Kritik

Nachdem in Lesumstotel fünf alte Eichen gefällt wurden, will die Gruppe aus Bürgerfraktion und FDP im Ritterhuder Rat die Baumschutzsatzung ändern.
29.01.2021, 05:48
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Baumschutzsatzung in der Kritik
Von Brigitte Lange

Ritterhude. Die Gruppe aus Bürgerfraktion und FDP im Rat der Gemeinde Ritterhude findet es an der Zeit, die aus den 1980er-Jahren stammende Baumschutzsatzung der Kommune zu aktualisieren. Einen entsprechenden Antrag hat sie in dieser Woche an die Verwaltung geschickt. Auslöser ist eine Baumfällaktion vor wenigen Tagen in Lesumstotel, bei der fünf rund 100 Jahre alte, gut 20 Meter hohe Eichen gefällt wurden (wir berichteten). Trotz besagter Baumschutzsatzung habe für die Gemeinde keine Möglichkeit gegeben, dies zu verhindern, teilte die Umweltbeauftragte der Gemeinde, Sabine Sameluck, der Redaktion mit. Zum Zeitpunkt, da die Satzung in Kraft trat, gehörten die Bäume – anders als heute – zu einer landwirtschaftlichen Fläche. Und solche Flächen, genau wie forstwirtschaftliche Flächen, waren damals gezielt aus dem Schutz der Satzung rausgenommen worden. Dies, so erklären Bürgerfraktion und FDP nun, müsse geändert werden. „Wir beantragen, in der Satzung über den Schutz des Baumbestandes im Paragraf 2 – 'Räumlicher Geltungsbereich' im Satz 1 den gesamten Wortlaut: 'mit Ausnahme ….', ersatzlos zu streichen“, schreiben Waldemar Orthmann (FDP) und Jürgen Ahlers (Bürgerfraktion).

„Wir sind vor Ort gewesen und haben uns das Grundstück angesehen“, berichtet Orthmann auf Nachfrage. Alte Eichen seien für den Ortsteil Lesumstotel charakteristisch, sie würden das Ortsbild prägen. „Solche Bäume kann man nicht einfach entfernen.“ Um so etwas in Zukunft zu verhindern, wollen sie, dass die Baumschutzsatzung für das gesamte Gemeindegebiet gilt. Ausnahmslos. Denn dann müssten Eigentümer für jeden Baum, der alt genug ist, um unter die Satzung zu fallen, einen Antrag auf Fällung stellen. Und das würde bedeuten, dass die Verwaltung betroffene Bäume vorab begutachten müsse. Auf diese Weise werde gleichzeitig sichergestellt, dass das Bundesnaturschutzgesetz eingehalten werde.

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