Brecht-Revue mit dem Kaffeehaus-Orchester

Haifisch-Zähne im Hamme-Forum

Das Bremer Kaffeehaus-Orchester und Peter Schenk bringen am 7. November Lieder und Gedichte von Bertolt Brecht auf die Bühne des Ritterhuder Hamme-Forums.
23.10.2020, 05:28
Lesedauer: 3 Min
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Von Friedrich-Wilhelm Armbrust
Haifisch-Zähne im Hamme-Forum

Regisseur Peter Schenk, Jazzsängerin Evelyn Dramel und Geiger Constantin Dorsch (von links) vom Bremer Kaffeehaus-Orchester bringen mit ihren Kollegen und weiteren Sängerinnen eine Brecht-Revue auf die Bühne des Hamme-Forums.

Friedrich Wilhelm Armbrust

Ritterhude. Für Peter Schenk sind die Texte von Bertolt Brecht (1898 - 1956) aktueller den je. Dazu zitiert er gerne aus den Flüchtlingsgesprächen des Autors. „Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen“, sage Brecht. Er komme nicht auf so eine einfache Weise zustande wie ein Mensch, so der Dramatiker, und der Pass werde auch anerkannt, wenn er gut sei. „Während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.“

„Brecht ist kein verstaubter Klassiker aus dem Bücherregal. Seine Lieder und Gedichte kommentieren noch immer brauchbar die Gegenwart“, ist Schenk überzeugt. Für Brecht, weiß er, sei die Stadt als Dickicht der Städte die ureigene Landschaft des Menschen. „Sie gleicht einem Labor voller Geschichten, in dem gelebt, geliebt und gekämpft wird.“

Unterhaltungsanspruch

Schenk ist Kulturreferent der Arbeitnehmerkammer Bremen. Gemeinsam mit dem fünfköpfigen Bremer Kaffeehaus-Orchester bringt der Brecht-Fan eine Brecht-Revue im Hamme-Forum auf die Bühne. Mit dabei sind zwei klassisch ausgebildete Sängerinnen, eine Jazzsängerin und ein Schlagzeuger. In Rahmen eines Pressegesprächs im Hamme-Forum stellte Schenk gemeinsam mit Constantin Dorsch vom Kaffeehaus-Orchester, Sängerin Evelyn Dramel und Forum-Chefin Regine Schäfer das Projekt der Arbeitnehmerkammer Bremen vor. „Das ist eine Revue. Wir wollen unterhalten“, betont der Kulturreferent.

Peter Schenk arbeitet schon lange mit dem Bremer Kaffehaus-Orchester zusammen. Die Idee zu einer Brecht-Revue sei im Zusammenhang mit der Aufführung der „Dreigroschenoper“ gekommen, so Schenk. Er habe dann die Texte und Songs ausgewählt. „Er hat sozusagen Regie und Intendanz übernommen“, ergänzt Dorsch. Das Kaffeehaus-Orchester selbst hat für die musikalische Gestaltung und Arrangements gesorgt. Das Orchester gibt es schon seit 30 Jahren. Besetzt ist es außer mit Geiger Dorsch mit Anselm Hauke am Kontrabass und Johannes Grundhoff am Klavier. Gero John spielt Violoncello und Klaus Fischer Flöte, Piccolo, Klarinette, Bassklarinette und Altsaxofn. Fischer ist auch für die Moderation zuständig.

„Unsere Brecht-Revue haben wir nach und nach entwickelt und immer wieder zur Gegenwart in Beziehung gesetzt. Texte wurden rausgeworfen, Musiken hinzukomponiert und neue Lieder eingebaut“, erklärt Peter Schenk. „Wir aktualisieren immer wieder.“ Die Musiker und Sängerinnen bieten umarrangierte Kompositionen von Paul Dessau, Hanns Eisler und Kurt Weill. Dorsch selbst arrangierte und hat auch Gedichte erstmalig neu vertont wie zum Beispiel das „Lied am schwarzen Samstag in der elften Stunde der Nacht vor Ostern“. Die Lieder würden auch „auf improvisatorischer Basis“ vorgetragen etwa mit einer „singenden Säge“ und einem „tanzenden Aal“. Nicht immer gebe es eine feste Vertonung. Mit dabei ist natürlich der Kurt-Weill-Song, die Moritat von Mackie Messer: „Und der Haifisch, der hat Zähne, und die trägt er im Gesicht“. Kurze Wortbeiträge gehören ebenfalls zum Programm – durchaus auch mal vorgetragen in hessischem, sächsischem oder hamburgischem Akzent. „Der Schwerpunkt liegt aber auf der Musik“, betont Schenk.

Vierertische möglich

Die Revue dauert zwei Stunden mit einer Pause. Sie ist ausgelegt für 100 Besucher. „Die können zu zweit, dritt oder zu viert auf Stühlen an niedrigen Bistrotischen Platz nehmen – bei entsprechender Distanz zu den Nebentischen“, sagt Regine Schäfer vom Hamme-Forum. Ihren Worten zufolge wird pro Stunde mehrfach durchgelüftet. Und: „Bis zum Sitzplatz muss Maske getragen werden.“

Die Revue kommt am Sonnabend, 7. November, ab 20 Uhr auf die Bühne. Der Eintritt beträgt zehn Euro, ermäßigt acht Euro mit Kammercard. Informationen gibt es auch unter der Telefonnummer 04292 /81 95 31. Anmeldungen werden unter der E-Mail-Adresse anmeldungen@hammeforum.de erbeten. Besucher sollten um des zügigen Einlasses willen schon Zuhause ein Papier mit den Kontaktdaten wie Name, Adresse und Telefonnummer ausfüllen, rät Regine Schäfer.

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