Bewährungsstrafe für 39-Jährige Dem Ex beim Drogenschmuggel geholfen

Das Landgericht Verden hat eine 39-jährige Frau zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Ihr war zur Last gelegt worden, ihrem Ex-Lebensgefährten beim Drogenschmuggel geholfen zu haben.
18.03.2019, 15:59
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Angelika Siepmann

Osterholz-Scharmbeck / Verden. Weil sie ihren Mann, von dem sie längst getrennt lebt, im Herbst 2014 bei der Beschaffung von Cannabis aus den Niederlanden unterstützt hat, ist eine 39-jährige Frau jetzt zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ihre 31-jährige Mitangeklagte hat das Landgericht Verden dagegen freigesprochen. Die Ex-Lebensgefährten der beiden Frauen sollen die Anfang 2015 aufgeflogenen Drogengeschäfte vornehmlich von Ritterhude aus gesteuert haben.

Nach viertägiger Hauptverhandlung sah es die vierte Große Strafkammer als erwiesen an, dass die 39-Jährige in zwei Fällen Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge geleistet hat. Im Abstand von wenigen Tagen hatte sie seinerzeit ihren Mann bei zwei „Schmuggelfahrten“ in ihrem eigenen Pkw begleitet. Dies sollte der „Absicherung“ des Rauschgift-Imports aus dem Nachbarland dienen.

Bei der ersten Tour, bei der rund neun Kilogramm Cannabis ungehindert über die Grenze gelangten, hatte sie sich tatsächlich auf die reine Eskorte beschränken können. Mehr gefordert war die Frau bei der zweiten aktenkundigen Einfuhrfahrt. Da ihr Angetrauter befürchtete, ins Visier von Drogenfahndern geraten zu sein, wurden bei einem Stopp fünf Kilo Cannabis in ihren Pkw umgeladen. Mit dem vielen frischen „Gras“ im sogenannten Straßenverkaufswert von etwa 56 000 Euro soll der Mann vor allem in Bremen gewinnbringend gedealt haben. Der 42-Jährige, der als Drahtzieher des damaligen Drogenhandels gilt, konnte sich einem Strafprozess bislang entziehen.

Er hatte eigentlich mit auf der Anklagebank sitzen sollen. Doch schon vor Eröffnung der Hauptverhandlung Mitte Februar hatte sich sein Fernbleiben abgezeichnet. Einem amtsärztlichen Attest des Landkreises Osterholz war zu entnehmen, dass bei dem Mann wegen einer „schweren depressiven Episode“ Verhandlungsunfähigkeit bestehen könnte. Wo er sich derzeit befindet, wissen offenbar weder die Frau noch die gemeinsame Tochter, die im Prozess als Zeugin gehört wurde. Dem Vernehmen nach könnte er mittlerweile vorwiegend in seiner osteuropäischen Heimat leben.

Mit der zweijährigen Bewährungsstrafe für die 39-Jährige entsprach die Kammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Ihr wurde zu Gute gehalten, unterm Strich nur „untergeordnete“ Tatbeiträge geleistet und sich geständig gezeigt zu haben. Die Kammer nahm ihr ab, dass sie „auf Anweisung“ des Mannes und mehr oder weniger widerwillig mitgewirkt habe. Auch sie war Mitte Januar 2015 vorläufig festgenommen worden, der Haftbefehl war aber noch am selben Tag außer Vollzug gesetzt worden.

Bis September des Jahres musste sich die nicht vorbestrafte Frau täglich bei der Polizei in Osterholz melden. Danach war die Meldeauflage reduziert worden. Sie bestand bis Mitte 2016. Das Gericht setzte Einzelstrafen von 14 sowie 20 Monaten an und verhängte eine Gesamtstrafe, die noch zur Bewährung ausgesetzt werden konnte. Wegen rechtsstaatswidriger Verfahrensverzögerung gelten vier Monate als bereits vollstreckt. Der Angeklagten wurde außerdem die Zahlung von 2400 Euro auferlegt.

Mit dem Freispruch für die 31-Jährige folgte die Kammer ebenfalls der Staatsanwaltschaft. Die Ex-Ehefrau eines – schon rechtskräftig verurteilten – Komplizen des mutmaßlichen Haupttäters hatte einen Wagen angemietet, der bei einer weiteren Importtour verwendet wurde – sie endete bei Oldenburg mit der Festnahme der beiden Männer. Gut elf Kilo Cannabis kamen so nicht mehr in den Handel.

Der jungen Frau konnte nicht mit der nötigen Sicherheit nachgewiesen werden, dass sie wusste, wozu der Miet-Pkw dienen sollte. ­

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+