Nachwuchs unterm Dach Der Sommer der Mauersegler

Mit leichter Verspätung - wegen der Kälte - trudelten im Frühjahr die Mauersegler in Hambergen ein und bezogen ihre Nester. Es sollte der bisher beste Brut-Sommer für diese Flugakrobaten werden.
23.08.2018, 21:10
Lesedauer: 2 Min
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Der Sommer der Mauersegler
Von Brigitte Lange

Landkreis Osterholz. Der Sommer ist bereits verklungen. Seine Stimme über und zwischen den Dächern des Landkreises ist verstummt: Denn die Mauersegler sind zu ihren Winterquartieren gen Süden aufgebrochen und haben ihren schrillen srih-srih-Ruf, der vor allem an warmen Tagen die Luft erfüllte, mitgenommen. Erst im Mai werden beispielsweise die Hamberger und die Ritterhuder ihre Sommerboten wieder hören. Wenn nämlich die Mauersegler zum Brüten zu ihren Nestern und Nistkästen an den Häusern zurückkehren.

„Eine Faustregel besagt, die Mauersegler kommen am 8.5. und fliegen am 5.8.“, sagt Gerold Wieting. Das käme meist auch ungefähr hin, so das Mitglied der Nabu-Ortsgruppe Hambergen. In diesem Jahr seien die geschickten Flieger ein bisschen später eingetroffen. „Sie kamen schleppend an, weil es noch recht kalt war“, erinnert sich Wieting. Die Kälte bedeutet für die Vögel, dass in ihrem Sommerquartier noch keine Insekten zu fangen sind und sie keine Nahrung finden würden. Also warteten sie. „Mit den ersten warmen Winden trafen sie aber schließlich ein.“

Und das in großer Zahl. Zwar haben Gerold Wieting und seine Mitstreiter vom Naturschutzbund in Hambergen die Mauersegler, die kamen, nicht im einzelnen gezählt. Die Zahl der belegten Nester haben sie jedoch notiert. „Am alten Feuerwehrhaus waren es sechs Nistkästen, und am alten Rathaus brüteten ebenfalls sechs Paare“, sagt Wieting. Zwei von ihnen zogen in die Nistkästen im Turm. Ein weiteres Paar baute sein Nest in einer Nische im Dach. „Und alle Jungen sind groß geworden.“ Sie hätten keine Verluste gehabt. Am Ende des Sommers seien gut 40 Mauersegler – Altvögel und Jungvögel – zu ihrem Winterquartier in südliche Gefilde aufgebrochen. Wieting ist begeistert: „Wir sind sehr zufrieden und sehr glücklich. So viele Mauersegler hat keine Gemeinde im Landkreis gehabt.“

Bis zum nächsten Frühjahr wollen Gerold Wieting und die übrigen Mauersegler-Fans vom Hamberger Nabu weitere Nistkästen für die Flugkünstler anbringen. Zwei Adressen haben sie bereits ausgespäht und mit den Besitzern gesprochen. Durchaus attraktiv für die Mauersegler wären auch Nistkästen an der Kirche von Hambergen. Wieting könnte sich vorstellen, dort welche anzubringen. Aber das müsse der Kirchenausschuss wollen und genehmigen. „Möglich wäre ein erfolgreiches Brüten dort allerdings.“

Auch die Ritterhuder hatten das bisher erfolgreichste Mauersegler-Jahr, seit sie 2008 eine ganze Reihe von Nistkästen an der Riesschule montieren ließen. „Mit null Mauerseglern fingen wir damals an“, bemerkt das Ritterhuder Nabu-Mitglied Ortwin Vogel. „Dieses Jahr hat es dann richtig gebrummt.“

Früher, bevor die alten Gebäude an der Riesstraße saniert wurden, seien die Mauersegler noch in großen Schwärmen durch die Riesstraße geflogen, erinnert sich der Naturschützer. Dann, als die Häuser in Schuss gebracht worden waren, waren die Nistmöglichkeiten verschwunden. Mit ihnen verschwanden die Segler. Es wurde still im Luftraum über Alt-Ritterhude. „Dieses Jahr war es fast wieder so wie vor der Sanierung“, schwärmt Vogel. „Das ist ein super Erfolg.“

An einem Tag, so berichtet er, habe er vor den Kästen an der Schule insgesamt 22 Mauersegler gezählt. Ob das alles Brutpaare waren und wie viele davon einjährige Vögel waren, die noch nicht brüten, das konnte er allerdings nicht sagen. „Das ist schwierig zu bestimmen.“ Nun hoffen er und seine Kollegen aus Hambergen, dass die gefiederten Sommerboten im kommenden Frühjahr in großer Zahl zurückkehren.

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