Tischtenn-Oberliga

Ein (fast) perfektes Wochenende für die TuSG Ritterhude

Nach drei Niederlagen holte die TuSG Ritterhude durch das überraschende 7:7 beim Polizei SV GW Hildesheim den ersten Zähler, keine 24 Stunden später wurde dann sogar die Spvg. Oldendorf mit 8:5 niedergerungen.
28.10.2019, 11:49
Lesedauer: 4 Min
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Von JAN-HENRIK GANTZKOW
Ein (fast) perfektes Wochenende für die TuSG Ritterhude

Ragte aus einer starken Ritterhuder Mannschaft noch etwas heraus: Svenja Schmitt, die alle ihre fünf Einzel gewann.

Sandra Brockmann

Ritterhude. Die Tischtennis-Damen der TuSG Ritterhude haben in der Oberliga Nord-West ein nahezu perfektes Wochenende erlebt und sind endgültig in der neuen Spielklasse angekommen. Nach drei Niederlagen zum Auftakt holten die Aufsteigerinnen durch das überraschende 7:7 beim Polizei SV GW Hildesheim den ersten Zähler der neuen Spielzeit, keine 24 Stunden später wurde dann sogar die Spvg. Oldendorf mit 8:5 niedergerungen. „Wir sind einfach nur super glücklich. Das waren zwei tolle Spiele“, strahlte Spielführerin Katharina Wrieden im Anschluss an den unerwartet erfolgreichen Doppelspieltag.

Polizei SV GW Hildesheim – TuSG Ritterhude 7:7: Dank einer starken Teamleistung und einer überragenden Svenja Schmitt verdienten sich die Hammestädterinnen den ersten Punkt der Saison redlich – und schrammten sogar nur hauchdünn an der ganz großen Überraschung vorbei. Und dass, obwohl die Gäste nur schwer in die Partie fanden. So kassierten sie in den Doppeln zwei klare Dreisatzniederlagen, auch die ersten Einzel liefen alles andere als optimal: Elisa Oerding hatte trotz einer couragierten Vorstellung wenig Chancen gegen die starke Spitzenspielerin Elisa Füldner, Katharina Wrieden lag ebenfalls schnell mit 0:2 nach Sätzen zurück.

„Da dachten wir schon, dass sich unsere Befürchtungen bewahrheiten und es nichts zu holen gibt“, erklärte Wrieden im Anschluss. Doch plötzlich ging ein Ruck durch das Team, Wrieden drehte die Partie und siegte in einem hochspannenden fünften Satz tatsächlich noch mit 12:10. In der Folgezeit spielten sich die Ritterhuderinnen, die als klarer Außenseiter nichts zu verlieren hatten, förmlich in einen Rausch. Gerade Svenja Schmitt erwischte einen echten Sahnetag: Die Nummer drei der Gäste behielt nicht nur im unteren Paarkreuz zweimal die Oberhand, vielmehr gelang ihr gegen die turmhohe Favoritin Füldner ein echter Paukenschlag. Durch eine nahezu fehlerfreie Leistung siegte sie glatt in drei Sätzen.

„Angst vor dem Erfolg“

Da auch Schmitts Teamkolleginnen beherzt aufspielten, lag der Underdog plötzlich sogar deutlich in Front – nur noch ein Punkt fehlte aus den verbleibenden Spielen zum Gesamtsieg. Doch dieser Gedanke schien die TuSG-Damen eher zu hemmen: „Wie es im Sport dann aber so ist, hat sich plötzlich der Kopf gemeldet. Wir haben darüber nachgedacht, dass wir tatsächlich gewinnen können. Irgendwie hatten wir dann aber Angst vor dem Erfolg“, so Wrieden, die selbst die größte Chance auf den entscheidenden Punktgewinn verpasste, als sie gegen die an Nummer drei gesetzte Franziska Kemper in einem umkämpften Fünfsatzspiel unterlag.

Silke Kästingschäfer und Elisa Oerding mussten sich ebenfalls geschlagen geben, sodass am Ende ein 7:7 stand. Trotz des unglücklichen Endes konnte Spielführerin Wrieden das Ergebnis schon kurz nach dem letzten Ballwechsel richtig einordnen: „In den ersten fünf Minuten nach dem Spiel waren wir ein bisschen enttäuscht. Aber dann haben wir uns wirklich über den Punkt und das tolle Spiel von uns gefreut“.

TuSG Ritterhude – Spvg. Oldendorf 8:5: Und diese Freude sollte sogar noch größer werden. Denn der starke Auftritt vom Vortag gab im Heimspiel gegen Oldendorf mächtig Aufwind. Wrieden und Oerding gelang dabei sogar endlich einmal ein Doppelerfolg. Im Anschluss entwickelte sich eine hochspannende Partie mit vielen intensiven Duellen. Von Vorteil war dabei, dass die Gäste ersatzgeschwächt angereist waren und mit der gerade einmal elfjährigen Amy Judge antraten. Das Nachwuchstalent machte seine Sache zwar hervorragend und spielte munter mit, dennoch konnten die TuSG-Damen die mangelnde Erfahrung der jungen Akteurin in allen Spielen zu Siegen nutzen. Wie schon am Vortag war vor allem auf Svenja Schmitt Verlass, die sich durch zwei souveräne Einzelsiege über eine optimale Ausbeute am Wochenende freuen durfte. Wichtig war außerdem, dass Elisa Oerding im Duell mit Maren Henke die Nerven behielt. Nach einem packenden Kampf setzte sie sich letztlich mit 11:5 im finalen Satz durch. Beim Stande von 7:5 lag es so wieder an Katharina Wrieden, den Sack zuzumachen.

Wie in Hildesheim machte es die routinierte TuSG-Spielerin zwar unnötig spannend, dieses Mal behielt sie aber die Nerven. Im fünften Durchgang ließ Wrieden nichts mehr anbrennen und fegte Lea Baule mit 11:1 von der Platte. Somit war der erste Saisonsieg in der Tasche und die kräftezehrende Doppelaufgabe fand einen perfekten Abschluss. Zudem konnte der Anschluss an die Nichtabstiegsplätze hergestellt werden – in der Ritterhuder Rieshalle darf nach diesem Wochenende zumindest vom Klassenerhalt geträumt werden.

Weitere Informationen

Polizei SV GW Hildesheim – TuSG Ritterhude 7:7: Füldner/Kemper – Schmitt/Kästingschäfer 3:0 (11:5, 11:6, 11:9); Schrieber/Oelker – Wrieden/Oerding 3:0 (15:13, 11:3, 11:8); Füldner – Oerding 3:1 (11:9, 8:11, 11:8, 11:6); Schrieber – Wrieden 2:3 (11:3 , 11:6, 8:11, 9:11, 10:12); Kemper – Kästingschäfer 3:1 (8:11, 12:10, 11:5, 11:2); Oelker – Schmitt 2:3 (8:11, 11:4, 13:11, 6:11, 8:11); Füldner – Wrieden 2:3 (11:9, 3:11, 11:3, 8:11, 4:11); Schrieber – Oerding 0:3 (8:11, 4:11, 9:11); Kemper – Schmitt 1:3 (9:11, 11:5, 9:11, 7:11); Oelker – Kästingschäfer 0:3 (10:12, 8:11, 9:11); Kemper – Wrieden 3:2 (7:11, 11:9, 12:10, 7:11, 12:10); Füldner – Schmitt 0:3 (7:11, 7:11, 9:11); Schrieber – Kästingschäfer 3:1 (5:11, 11:9, 11:8, 11:7); Oelker – Oerding 3:1 (11:9, 11:6, 8:11, 11:8)

TuSG Ritterhude – Spvg. Oldendorf 8:5: Schneider/Schmitt – Henke/Baule 2:3 (8:11, 11:6, 8:11, 11:6, 1:11); Wrieden/Oerding – Henschen/Judge 3:0 (11:5, 11:8, 11:9); Wriden – Henke 3:2 (2:11, 12:10, 6:11, 11:6, 11:5); Oerding – Henschen 2:3 (11:8, 9:11, 11:3, 8:11, 11:13); Schneider – Judge 3:0 (11:5, 11:8, 12:10); Schmitt – Baule 3:0 (11:5, 11:6, 11:3); Wrieden – Henschen 1:3 (11:8, 6:11, 9:11, 7:11); Oerding – Henke 3:2 (11:5, 13:15, 7:11, 11:5, 11:5); Schneider – Baule 2:3 (11:9, 5:11, 6:11, 11:7, 8:11); Schmitt – Judge 3:0 (11:7, 11:5, 12:10); Schneider – Henschen 0:3 (6:11, 8:11, 5:11); Wrieden – Baule 3:2 (11:3, 8:11, 11:8, 9:11, 11:1); Oerding – Judge (11:6, 12:10, 11:9) JHG

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