Razzia in der Hamme-Gemeinde Einsatz der Bundespolizei in Ritterhude

Die Bundespolizei ist am Mittwoch gegen Menschenschleuser, Schwarzarbeiter und Urkundenfälscher vorgegangen. Auch in Ritterhude hat es eine Razzia gegeben.
04.09.2019, 17:48
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Valek

Die Bundespolizei ist am Mittwoch in Bremen und Niedersachsen gegen Schwarzarbeit, Urkundenfälscher und Menschenschleuser vorgegangen. Dazu sind 23 Durchsuchungsbeschlüsse in Bremen vollstreckt worden. Auch in Ritterhude sowie in Nürnberg hat es je eine Razzia gegeben, wie die Bundespolizei über einen Sprecher mitteilt.

Weitere, detaillierte Angaben über den genauen Einsatzort möchte Frank Passade von der Staatsanwaltschaft Bremen nicht machen, wie er auf Nachfrage dem OSTERHOLZER KREISBLATT erläutert. Die Nacharbeiten seien noch nicht abgeschlossen. „Das dürfte noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, so Passade. Nach Recherche des OSTERHOLZER KREISBLATT hat die Ritterhuder Hausdurchsuchung in Stendorf stattgefunden.

Bei den Durchsuchungsaktionen ging es insgesamt und vorrangig um das Sichern von Beweismitteln, die Vermögensabschöpfung sowie die erkennungsdienstliche Überprüfung der eingeschleusten Personen, teilt die Bundespolizei mit. Am Einsatz waren 621 Beamte beteiligt.

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Bei den überprüften Objekten handelte es sich um Wohnungen und Arbeitsplätze der Beschuldigten sowie um Wohnungen oder Unterkünfte der angeworbenen Arbeitnehmer. Insgesamt seien dort 110 Personen angetroffen worden, wie die Polizei mitteilt. Neben den Identitätsfeststellungen wurden 34 Personen erkennungsdienstlich behandelt. Ebenso dauert die Auswertung der aufgefundenen Beweismittel wie Speichermedien und Handys sowie die weiteren Finanzermittlungen an. In einer Wohnung konnten zudem drei Schusswaffen als Zufallsfund sichergestellt werden.

Die Hauptbeschuldigten stehen im Verdacht, potenzielle Arbeitnehmer im Ausland (Albanien) angeworben und unerlaubt in Deutschland beschäftigt zu haben beziehungsweise mit gefälschten griechischen oder italienischen Ausweisdokumenten ausgestattet zu haben. Damit hätten sich diese Menschen unerlaubt in Deutschland aufgehalten, heißt es in der Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Die polizeilichen Maßnahmen konzentrierten sich gegen Männer im Alter zwischen 31 und 68 Jahren. Sie sind im Besitz einer deutschen, nordmazedonischen, albanischen oder türkischen Staatsangehörigkeit. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen haben die Beschuldigten arbeitsteilig Arbeitnehmer in Albanien angeworben, Arbeitsverträge zur Visumserschleichung fingiert, die Einreise/Wiedereinreise organisiert oder unterstützt. Weiterhin wurden gefälschte Ausweisdokumente beschafft oder hergestellt, Melde-/Scheinadressen zur Verfügung gestellt, Mietraum vermietet, Arbeitsplätze vermittelt und eine Betreuung (Anmelden bei Behörden, Kontoeröffnungen) während des Aufenthaltes in Deutschland sichergestellt.

Die Bundespolizei weist Arbeitgeber auf die Folgen bei einem Verstoß gegen das Beschäftigungsverbot hin. Verstöße dagegen und gegen und das Aufenthaltsgesetz könnten mit „empfindlichen Sanktionen“ belegt werden, warnt die Polizei. Auch privaten Auftraggebern von Schwarzarbeit drohten Geldbußen.

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