American Football

Gericht gibt den Ritterhude Badgers recht

Das Hamburger Landgericht hat einer einstweiligen Verfügung der Ritterhude Badgers stattgegeben. Die hatten geklagt, weil sie der Verband in die Oberliga gruppieren wollte - trotz Regionalliga-Klassenerhalts.
02.02.2020, 08:13
Lesedauer: 2 Min
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Von JAN-HENRIK GANTZKOW
Gericht gibt den Ritterhude Badgers recht

Im Kampf um den Regionalligaverbleib haben die Ritterhude Badgers einen wichtigen Etappensieg eingefahren.

Tobias Dohr

Ritterhude. Blut, Schweiß und Tränen haben die Verantwortlichen der Ritterhude Badgers in den vergangenen Wochen vergossen, um den Lizenzentzug und Zwangsabstieg zu verhindern. All dieser Einsatz hat sich gelohnt: Das Landgericht Hamburg hat einer einstweiligen Verfügung der Hammestädter gegen den Verband stattgegeben. Die American Footballer spielen somit auch in der kommenden Spielzeit in der Regionalliga Nord.

„Diese Entscheidung ist ein sehr wichtiger Erfolg für uns und natürlich ein toller Etappensieg“, strahlte Badgers-Vorsitzender Holger Bürger nach dem keineswegs alltäglichen Beschluss. In diesem heißt es wörtlich, dass der angeklagte Spielverbund Nord „der 1. Herrenmannschaft des Antragstellers die Teilnahme am Ligaspielbetrieb der […] Regionalliga der Saison 2020 bis auf Weiteres zu gewähren“ hat. Dieser Wortlaut deutet allerdings schon darauf hin, dass der juristische Kampf in eine weitere Runde gehen könnte. „Wir gehen davon aus, dass die Gegenseite nun vor das Oberlandesgericht ziehen wird“, glaubt Bürger.

Aber auch er ist noch längst nicht am Ende seines Weges – zu viel liegt im Verband im Argen. Dass zeigte sich erst am vergangenen Sonnabend, als der Verband alle Vereine zur Ligaplanung einlud. Hauptthema war auch dort natürlich der Fall der Badgers. Das Verhalten einiger Funktionäre vor Ort war dann einmal mehr zumindest fragwürdig. Erneut wurde laut Bürger versucht, die Ritterhuder einzuschüchtern. Im Anschluss wurde es dann richtig abenteuerlich. So wurde den anwesenden Badgers-Verantwortlichen angeboten, dass sie in der Oberliga starten dürften, wenn sie die Klage fallen ließen. Andernfalls würde der Lizenzentzug rigoros durchgesetzt, die „Dachse“ müssten also in der untersten Spielklasse starten.

Doch auf diesen Deal gingen Bürger und Co. nicht ein, vielmehr wurden sie so in ihrem Bestreben bestärkt, gegen die Missstände im Verbandswesen vorzugehen. „Wir sind noch lange nicht am Ende. Natürlich kommt man an seine Grenzen, aber der Rückhalt und der Zuspruch, den wir von Vereinen aus ganz Norddeutschland erhalten, motiviert uns zum Weitermachen“, so Bürger, der neben dem akribischen Anwalt Lars Figura auch den „Beratern Bremen“ dankt, deren Unterstützung weit über die eines Sponsors hinausgeht. Auch wenn in wenigen Monaten der erste Kick-off in der neuen Saison erfolgen wird, wird der Kampf um mehr Gerechtigkeit also weitergehen. Die Benachteiligung von ländlichen Regionen und die undurchsichtige Lizenzvergabe sind dabei nur einige Aspekte, die den Ritterhudern am Herzen liegen. Der weitere Weg dürfte Auswirkungen auf den Footballsport in ganz Deutschland haben.

Mit all dem beschäftigt sich Benjamin Crljenkovic indes nur am Rande, obwohl der Headcoach der Badgers natürlich glücklich über den Ausgang des Verfahrens ist. Allerdings genießt er diesen aufgrund der unschönen Erfahrungen in der letzten Zeit nur mit Vorsicht. „Dass wir in der Regionalliga starten dürfen, ist nach der anstrengenden Zeit schon schön. Ich traue dem Braten aber noch nicht so ganz“, erklärt „Benno“. Dennoch haben er und sein Trainerstab nun erst einmal Planungssicherheit, jetzt geht ihre Arbeit aber erst so richtig los. „Wir haben durch diese Ungewissheit leider einige Spieler verloren, werden in naher Zukunft aber einige Neuzugänge präsentieren“, so Crljenkovic, der dabei auch auf Importspieler setzen wird.

Aber selbst wenn der Kader noch nicht endgültig fest steht, scheint eines aber schon jetzt klar zu sein: Sollten die American Footballer der Ritterhude Badgers in der kommenden Saison so viel Herzblut und Leidenschaft an den Tag legen, wie die Vereinsoffiziellen beim Kampf um die Lizenz, dann dürfte es eine sehr erfolgreiche Spielzeit werden. In der Regionalliga wohlgemerkt.

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