„Gruß aus der Isolation“

Jan-Hendrik Bosse: „Krafttraining auf dem Bauernhof“

Wir lassen Sportler aus unserem Verbreitungsgebiet über das Leben in Zeiten von Kontaktsperren, Homeoffice und Hamsterkäufen berichten. Heute: Jan-Hendrik Bosse, 28 Jahre alt, Fußballtrainer der SG Platjenwerbe
12.05.2020, 10:15
Lesedauer: 2 Min
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Von Frank Mühlmann
Jan-Hendrik Bosse: „Krafttraining auf dem Bauernhof“

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Jan-Hendrik Bosse, 28 Jahre alt, Fußballtrainer der SG Platjenwerbe

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Herr Bosse, wie geht es Ihnen, und wie halten Sie sich derzeit fit?

Jan-Hendrik Bosse: Alles gut soweit, auch im Familienkreis sind alle gesund. Die Abwasserbranche, in der ich tätig bin, zählt zur kritischen Infrastruktur, sodass ich bislang normal durcharbeiten konnte. Normalerweise liegt ja mein Hauptaugenmerk auf der Mannschaft, jetzt aber habe ich mehr Zeit und fühle mich fitter. Denn ich laufe viel, und mein Vater besitzt einen Bauernhof in Stendorf, auf dessen großer Fläche ich Platz fürs Krafttraining vorfinde.

Wozu kommen Sie gerade, wofür ansonsten wenig Zeit bleibt?

Nebenberuflich studiere ich BWL und bin gerade bei meiner Bachelorarbeit in den ersten Zügen. Vor zwei Jahren habe ich mit meiner Freundin ein Haus gekauft, bei dem ich mich zurzeit Stück für Stück auf dem Dachboden vorarbeite. Ich bin ja noch jung und muss mich in solche Dinge erst mal „reinfuchsen“. Dafür sieht der Garten „picobello“ aus, auch wenn ich mit dem Vertikutieren eher spät dran bin. Die Familie ist bei mir ebenfalls ein großer Faktor, weshalb ich häufig meinen Vater besuche.

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Was vermissen Sie momentan am meisten?

Ich bin seit 16 Jahren Dauerkarteninhaber bei Werder, fahre zudem regelmäßig zu Auswärtsspielen und vermisse einfach die Stadionluft. Nun bleibe ich durch die Geisterspiele wohl auf sechs Karten hängen. Auch wenn ich der Meinung bin, dass die Profis dem Verein zuliebe noch auf mehr Gehalt verzichten sollten, habe ich mich als treuer Anhänger dazu entschieden, mein Geld zu spenden. Natürlich fehlt mir auch meine eigene Truppe, zumal wir ungelogen zu 90 Prozent echte Freunde sind. Mit denen zusammen würde ich gerne mal zum Bowling gehen oder in der Kneipe am Tischkicker um ein Bierchen spielen.

Was ist für Sie die wichtigste Erkenntnis aus dieser Zeit?

In dieser schnelllebigen Zeit ist es wirklich krass, wie jeder gerade entschleunigt und zu den „Basics“ zurückkehrt, also auch kleine Dinge mehr wertschätzt. Die Einschränkungen waren relevant, aber auf Dauer hätten viele Menschen das nicht mehr mitgemacht. Ich spüre, wie die kritischen Stimmen zunehmen, und gleichzeitig wundere ich mich, dass gerade Leute aus der Risikogruppe ohne Mundschutz beim Bäcker reinspazieren wollen.

Das Gespräch führte Frank Mühlmann

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