Beratung für Menschen mit Behinderung Hilfe im Behördendschungel

Menschen mit Behinderungen sollen am Leben in der Gesellschaft teilhaben. So wollen es die UN und inzwischen auch die Politik. Die Umsetzung wirft jedoch Fragen auf. In Ritterhude gibt es nun Hilfe.
10.04.2019, 16:01
Lesedauer: 2 Min
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Von Friedrich-Wilhelm Armbrust

Ritterhude. „Menschen mit Behinderung haben ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben und uneingeschränkte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.“ Auf diesen Satz der UN-Behindertenrechtskonvention verweist Karen von Grote im Ritterhuder Rathaus. Sie gehört zur Teilhabeberatung Aller-Weser-Wümme mit Sitz in Lilienthal. Gemeinsam mit Bürgermeisterin Susanne Geils informierte sie über dieses Angebot, das nun seine Hilfe auch in Ritterhude anbietet.

An jedem zweiten Dienstag im Monat will die Juristin und Sozialpädagogin von 16 bis 17.30 Uhr im Ritterhuder Rathaus Menschen mit Behinderung beraten. Auch Angehörige können dieses Angebot nutzen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, versichert sie. Wer das Beratungsangebot der Juristin in Anspruch nehmen möchte, muss dafür nichts zahlen. Wie sie selbst versichert, ist sie von den Trägern, die die Leistungen zahlen, unabhängig.

„Frau von Grote ist auf die Gemeinde zugekommen“, sagt Bürgermeisterin Susanne Geils. Sie habe dem Vorschlag „sofort“ zugestimmt. „Ich bin sehr froh, dass wir dieses Angebot nun auch haben.“ Es sei einfach wichtig, dass Hilfe- und Ratsuchenden diese Möglichkeit geboten werde, sagt die Bürgermeisterin. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert. Es läuft unter „Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) für Menschen mit Behinderungen".

Laut Karen von Grote wurde in den vergangenen Jahren ein grundlegender Wechsel in der Behindertenpolitik vollzogen. Dazu habe es grundlegende Gesetzesänderungen gegeben. „Damit gehen aber auch Verwirrung, Unklarheiten und Überforderung der Betroffenen einher“, so die Beraterin. Deshalb fördere das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine ergänzende unabhängige Teilhabeberatung. Bundesweit gibt es dafür über 500 Beratungsstellen für Menschen mit körperlich, geistigen oder seelischen Behinderungen. Eine davon ist die Teilhabeberatung Aller-Weser-Wümme, für die von Grote arbeitet.

Karen von Grote hat die Erfahrung gemacht, dass Fragen zu den Themen Schwerstbehinderung, Reha, Pflege und Eingliederungshilfe einen großen Bereich ausmachen: „Wir bieten Informationen über Leistungen, Zuständigkeiten und Verfahrensregelungen.“ Die Einrichtung leistet ihr zufolge Orientierungshilfe dazu, welche Teilhabeleistungen Menschen mit Behinderung zustehen und welche sie beantragen können.

Schon seit Oktober 2018 gibt es die Teilhabeberatung Aller-Weser-Wümme in Lilienthal. Das dortige Büro ist im Neuenkirchener Weg 83 untergebracht. Es ist dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr besetzt (Telefon: 0 42 98 / 92 73 81). „Im Fall des Falles kommen wir auch zu den Menschen raus“, sagt sie.

Als sogenannte Peer-Beraterin steht die Psychologin Christiane Stöckler der Juristin und Sozialpädagogin von Grote zur Seite. Sie ist seit einem Unfall im Jahr 2001 vom Hals querschnittsgelähmt. „Durch meine Behinderung kenne ich viele Probleme von Menschen mit Behinderung. Auch wenn die Beeinträchtigungen sehr unterschiedlich sind, sind die Erfahrungen, die man mit einer Behinderung in unserer Gesellschaft macht, meist sehr ähnlich“, lässt sie wissen. Auf dieser Basis ergebe sich schnell ein vertrauensvoller Kontakt.

Besonders wichtig ist laut Karen von Grote, dass das Beratungsangebot niederschwellig ist und genügend Zeit und Raum für den Einzelnen zur Verfügung steht. Dabei weist Karen von Grote darauf hin, dass sie selbst über 15 Jahre Berufserfahrung im Behindertenbereich verfüge.

Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es auch unter www.teilhabeberatung.de im Internet.

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