Fußball-Landesliga Lüneburg

Holprige Abschiedstournee für die TuSG Ritterhude

Ein positiver Ausreißer gegen Spitzenreiter Celle, aber danach wieder in den alten Trott verfallen: Der designierte Absteiger Ritterhude scheint zu selten die Fehler konstant abstellen zu können.
03.05.2019, 17:16
Lesedauer: 2 Min
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Holprige Abschiedstournee für die TuSG Ritterhude
Von Dennis Schott
Holprige Abschiedstournee für die TuSG Ritterhude

Er bleibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei der TuSG Ritterhude. Aber noch hat Ritterhude-Coach Torsten Just seine endgültige Zusage nicht gegeben.

Hans-Henning Hasselberg

Ritterhude. Diese Diskrepanz ist schwer zu erklären. Gegen den MTV Eintracht Celle, den souveränen Spitzenreiter der Fußball-Landesliga Lüneburg, lieferte die TuSG Ritterhude am vergangenen Wochenende beim 3:3-Unentschieden eine vor allem in kämpferischer Hinsicht tadellose Leistung ab, um nur drei Tage später beim klaren 0:4 gegen den Rotenburger SV komplett zu enttäuschen.

Trainer Torsten Just ist bei der Ursachenforschung nicht wirklich weit gekommen. „Warum das so ist? Gute Frage. Eigentlich ist das unerklärlich“, meint Ritterhudes Coach auf Nachfrage. Eines ist aber sicher: Geschmeckt hat ihm der jüngste Auftritt nicht. Überhaupt nicht, um genau zu sein.

Denn jetzt müssten alle denken, was die Ritterhuder gegen Celle gezeigt haben, war nur eine Eintagsfliege, meint Torsten Just. Oder schlimmer: „Jetzt denken alle, dass uns Celle auf die leichte Schulter genommen hat“, fügt der TuSG-Coach hinzu. Bei weiterer Überlegung führt Torsten Just diesen Aspekt schließlich doch als mögliche Ursache für die beiden komplett unterschiedlichen Leistungen ins Feld. „Vielleicht war das der Grund“, sagt er, um danach anzuschließen: „Gegen Rotenburg waren wir auch nicht alle ganz fit.“

Das ist eine mögliche Erklärung. Mehr nicht. Und erst recht soll es keine Entschuldigung sein. Wie jeder designierte Absteiger will sich auch die TuSG Ritterhude vernünftig aus der Landesliga verabschieden – sofern das Team diesem Anspruch bei erst sieben eingefahrenen Zählern, die bis zum Saisonende ja noch bestehen bleiben könnten, überhaupt noch gerecht werden kann. Torsten Just denkt indes schon weiter. Das schließt das aktuelle Vorhaben zwar nicht aus, aber der Ritterhuder Trainer will die verbleibenden Partien in dieser Saison vor allem im Hinblick auf die kommende Spielzeit nutzen. „Wichtig ist, dass wir uns für die nächste Saison etwas erarbeiten“, erklärt der Trainer. Das beinhalte auch, dass man die Ergebnisse in den finalen fünf Begegnungen „positiv gestalten“ möchte – und so, quasi beiläufig, besagten „vernünftigen Abschied“ bewerkstellige. Ein Unterfangen, dass eingedenk der sehr ernüchternden Saison allerdings schwierig genug war und nach wie vor schwierig genug zu sein scheint. Siehe Rotenburg. Fest steht, dass Torsten Just mit der jüngsten Entwicklung nicht komplett zufrieden ist und seine endgültige Zusage, ob er denn auch in der kommenden Spielzeit an der Seitenlinie stehen wird, immer noch nicht gegeben hat. Seine Zukunft bei der TuSG Ritterhude umschreibt der Trainer aber nach wie vor mit „sehr wahrscheinlich“.

Es gibt dabei vor allem zwei Punkte, die noch eines finalen Klärungsbedarfs bedürfen. Zum einen betrifft das die Trainingsmöglichkeiten im Verein, zum anderen den Kader, auch wenn dort fast alle Spieler ihre Zusage für die nächste Saison gegeben haben. So wird nur Luka Apmann das Team wohl wieder verlassen und ist bei drei weiteren Spielern noch nicht geklärt, wie stark sie künftig beruflich eingespannt sein werden. Der Rest bleibt, was der Trainer grundsätzlich begrüßt. Aber: „Wenn wir sportlich erfolgreich sein wollen, müssen wir auf einigen Positionen etwas tun“, sagt Torsten Just. Heißt im Umkehrschluss: Verstärkungen müssen her.

Denn so viel ist klar: Die kommende Spielzeit wird für die TuSG Ritterhude wieder eine ganz andere werden. Nach zwei Jahren in der Landesliga wird die Mannschaft wieder ganz anders wahrgenommen werden und als der Gejagte auftreten. „Das ist ja ganz normal, dass derjenige, der aus der Landesliga absteigt, erst einmal Favorit ist“, wagt Torsten Just einen Blick voraus. Er will darauf vorbereitet sein und diesem Anspruch diesmal gerecht werden.

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