Blühstreifen-Aktion Insektenparadies für Platjenwerbe

Der Heimatverein Platjenwerbe hat am Wochenende Saatgut-Mischungen verteilt, mit denen sich Blühstreifen- und inseln für Bienen und andere Insekten anlegen lassen. Die Samentütchen wurden rege nachgefragt.
15.09.2019, 17:35
Lesedauer: 2 Min
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Von Christa Neckermann

Platjenwerbe. Rege ist er, der Heimatverein Platjenwerbe. Schon im Vorjahr haben sich die Mitglieder nicht nur für ein farbenfrohes Ortsbild eingesetzt, sondern zugleich für das Überleben der Insekten, insbesondere der Bienen. Seinerzeit haben die Vereinsmitglieder die Genehmigung erhalten, auf öffentlichen Flächen sogenannte Blühstreifen anzusäen. Das sieht nicht nur von Frühling bis Herbst schön bunt aus, es dient auch Insekten und Vögeln als natürliche Futterquelle.

Früher haben die Feldränder alle so bunt ausgesehen. Aus Kornblumen, Klatschmohn und anderen Wildblumen ließen sich beim Sonntagsspaziergang herrliche Sträuße pflücken, erinnern sichdie älteren Platjenwerber. Inzwischen haben anderes Saatgut, andere Mähgewohnheiten und einige Unkrautvernichtungsmittel der vielfältigen Flora Einhalt geboten; zulasten der heimischen Insekten.

Aufgeschreckt durch einen Film über das Bienensterben, hat der Platjenwerber Verein im Vorjahr überlegt, welche Konsequenzen für seinen Heimatort gezogen werden könnten. Gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung in Ritterhude wurde vereinbart, die Blühstreifen auf geeignetem Gelände anzulegen. Auch eine wachsende Zahl von Privatpersonen hat sich im vergangenen Jahr die kleinen Samentütchen mit Schmetterlings- und Wildbienensaum oder die „Verkehrsinselmischung“ besorgt und sie auf kleinen Flächen rund ums Haus ausgesät.

„Zu früh sollten die verblühten Blumen nicht gemäht werden. Auch wenn sie nicht mehr so hübsch aussehen, dienen sie immer noch den Vögeln und Insekten als Futterquelle“, betont Wiebken Jensen vom Heimatverein. Ihre Mitstreiterin Doris Jahns-Pregler, die mit Ehemann Hubertus Pregler an diesem Sonnabend vor der Bäckerei Bruns in Platjenwerbe wieder Samentütchen verteilt, ergänzt dazu, dass die Blumen sich selbst wieder aussäen und weiter verbreiten. „Nicht alles, was verblüht ist, muss auch rigoros abgemäht werden“, erinnert sie die Platjenwerber.

Der Herbst sei eine hervorragende Zeit, wieder kleine Blühoasen in der Umgebung anzulegen. Seit die drei Vereinsmitglieder um acht Uhr damit begonnen haben, ihre Samenmischungen an die Platjenwerber zu verteilen, ist erst eine Stunde vergangen und sie sind schon mehr als die Hälfte ihres Vorrats losgeworden. „Einige Leute sind einzig wegen der Samentütchen heute Morgen zur Dorfstraße gekommen“, freut sich Hubertus Pregler. „Da standen dann mal die Brötchen an zweiter Stelle!“ Rüdiger Marwitz hat beim Brötchenkauf ebenfalls nicht nur an sich und seine Familie gedacht. Auch die Insekten genießen im nächsten Frühling rund um das Haus der Familie Marwitz ein buntes Nahrungsangebot.

„Mein Wunsch wäre es eigentlich, Platjenwerbe in den nächsten Jahren überall mit Wiesenblumen geschmückt zu sehen – auf den öffentlichen Flächen ebenso, wie auf den jetzt noch grünen Wiesen in Privatbesitz“, verrät Wiebken Jensen. Rund ums Dorfgemeinschaftshaus, den Kindergarten und die Schule gibt sich der Heimatverein schon jetzt alle Mühe, mit gutem Beispiel voranzugehen. Nachmachen sei, so versichern die Mitglieder des Heimatvereins, ausdrücklich erwünscht.

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