Interview mit Jan-Hendrik Bosse

„So kann man sich einfach nicht einspielen“

Jan-Hendrik Bosse (29) ist der Youngster unter den Fußballtrainern in der Kreisliga Osterholz. Der Übungsleiter der SG Platjenwerbe bezieht im Interview Stellung zur Situation bei seinem Verein.
16.11.2020, 09:02
Lesedauer: 2 Min
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Von Reiner Tienken
„So kann man sich einfach nicht einspielen“

Hofft auf das Comeback einiger Spieler: Platjenwerbes Jan-Hendrik Bosse.

Tobias Dohr

Herr Bosse, was hat Sie dazu bewogen, im besten Fußball-Alter bereits den anspruchsvollen Job im Herrenbereich bei der SG Platjenwerbe zu übernehmen?

Jan-Hendrik Bosse: Die vielen Neuzugänge aus der damaligen U19-Landesliga vom ASV Ihlpohl hatten schlichtweg mehr spielerische Qualität und vor allem mehr Tempo als ich, an dem es mir leider immer etwas mangelte. Jan Haarde und Maik Fiegert haben mich dann im Winter 2017/2018 gefragt, ob ich nicht das Trainerteam ergänzen möchte. Nachdem Jan und einige Leistungsträger im Sommer 2019 abgewandert waren, kam das Angebot seitens des Vereins. Wohlwissend, dass es anfangs vorrangig darum ging, eine wettkampffähige Mannschaft zusammenzustellen.

Der Verein musste in der Sommerpause 2020 seinen Stammtorwart Tim Schumacher zum TSV Eiche Neu St. Jürgen ziehen lassen. Wie stellt sich seitdem der Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten da?

Malte Kathage ist als klare Nummer eins in die Saison gestartet und zahlt das Vertrauen bisher auch absolut zurück. Dominik Libawski, unser damaliger Aufstiegstorwart, studiert eigentlich in Stuttgart, hat jetzt allerdings Corona-bedingt vorwiegend Online-Vorlesungen und steht somit erfreulicherweise häufiger als geplant zur Verfügung. Im Sommer 2021 stößt er dann wieder voll zur Mannschaft.

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Die Wunschformation steht bei der SG Platjenwerbe Spieltag für Spieltag praktisch nur auf dem Papier. Nervt es auf die Dauer, wenn Sie immer wieder Schlüsselspieler zu ersetzen haben?

Ja, ziemlich. Wir hatten zwischenzeitlich bis zu 13 Ausfälle zu beklagen, so kann man sich einfach nicht einspielen. Nach akzeptabler Vorbereitung, mit einem schon einigermaßen gut funktionierendem System, mussten wir ab dem zweiten Spieltag schon auf diversen Positionen umbauen und auch das System wechseln. Ich zolle meinen Jungs großen Respekt, da sich einige auf Positionen wiederfanden, die sie zuvor noch nie gespielt hatten.

Mit André Niedzulka steht ein Akteur im Spieleraufgebot, der mit seinen Fähigkeiten jedem Gegner in der Kreisliga Osterholz Probleme bereiten kann. Was macht den Hoffnungsträger so stark?

André verfügt über ein ungeheures Tempo und einen guten Abschluss, weshalb er auch in Bremen schon einige Jahre höherklassig gespielt und auch getroffen hat. Leider hat er sich im Vorbereitungsspiel in Löhnhorst verletzt und konnte erst vor Kurzem sein Saisondebüt geben. Da er Schichtarbeit hat, kann er nicht immer zur Verfügung stehen. Ich hoffe aber, dass in 2021 einige Einsätze dazukommen.

Worauf legen Sie als Trainer besonderen Wert und was erwarten Sie bis zum Saisonende 20/21 noch von Ihrer Mannschaft?

Eine hohe Trainingsbeteiligung ist mir sehr wichtig, dazu zählt auch ein hoher Einsatzwille und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, die noch viel lernen muss, aber auch möchte. Durch den Teil-Lockdown werden jetzt einige Spieler wieder fit, was uns entgegenkommt. Ob, wann und in welcher Form die Saison dann zu Ende gespielt wird, steht aber hinsichtlich der aktuellen Zahlen wohl in den Sternen.

Das Gespräch führte Reiner Tienken.

Info

Zur Person

Jan-Hendrik Bosse (29)

ist der Youngster unter den Fußballtrainern in der Kreisliga Osterholz. Der Übungsleiter trat im Sommer 2019 bei der SG Platjenwerbe die Nachfolge von Maik Fiegert an. Bosse bezieht im Interview Stellung zur Situation bei dem Verein, der im Ritterhuder Moormannskamp­stadion seine Heimspiele absolviert.

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