Kaninchen in Gefahr Kaninchenseuche im Landkreis

RHD-V2 ist der Name einer Viruserkrankung, die Kaninchen befällt und fast immer tödlich endet. In Ritterhude sind nun Fälle aufgetreten. Tierärzte warnen Kaninchenbesitzer.
03.04.2019, 16:00
Lesedauer: 1 Min
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Kaninchenseuche im Landkreis
Von Brigitte Lange

Ritterhude. Die Ritterhuder Tierärzte Ulrich Klein und Veronika Kaplan schlagen Alarm. In Kaninchen-Beständen im Bereich Vor Vierhausen sind innerhalb weniger Tage sieben Tiere gestorben. Und es könnte weitere Opfer geben: Die Kaninchen waren an RHD-V2 (Rabbit Haemorrhagic Disease, Variante 2) erkrankt. Nach Auftreten erster Symptome kann sie in zwölf bis 36 Stunden zum Tod führen, teilt Elke Reinking, Pressesprecherin des Friedrich-Löffler-Institutes (FLI), Bundesinstitut für Tiergesundheit, auf Nachfrage mit. Die Todesrate unter den an RHD-V2 erkrankten Tieren liege bei nahezu 100 Prozent.

„Besonders fies an V2 ist, dass auch Jungtiere, die noch keine 30 Tage zählen, erkranken können“, sagt Ulrich Klein. Reinking bestätigt: „Gegen die Variante haben sie offensichtlich keinen Nestlingsschutz von der Mutter bekommen.“ Eine Behandlung gibt es nicht, aber ein Impfmittel. Aber Kaninchen dürfen erst ab der vierten bis sechsten Lebenswoche geimpft werden. Und nur, wenn sie noch nicht erkrankt sind. „Der Impfschutz tritt dann aber sehr schnell ein“, bemerkt Elke Reinking.

Erreger ist ein hoch ansteckendes Virus, das über Kot und Speichel, über Futterplätze und Arbeitsgeräte und über blutsaugende Insekten wie Mücken übertragen wird. Da der Erreger in der Umwelt lange stabil und damit ansteckend bleibt, kann das Virus vom Menschen (Schuhe, Kleidung) eingeschleppt werden. Erkranken können aber nur Kaninchen und Feldhasen. Auf andere Tiere und den Menschen überträgt sich das Virus nicht. Erkrankte Tiere zeigen Symptome wie hohes Fieber, Fressunlust, wirken apathisch. Mitunter tritt Blut aus der Nase aus. Der Verlauf von V2 sei aber so rasend, dass es dazu meist nicht mehr komme. Auch wenn es keinen 100-prozentigen Impfschutz gibt, mache es Sinn, seine Tiere gegen RHD-V2 zu impfen, rät Klein. Kaninchenhalter sollten darüber mit ihren Tierärzten sprechen.

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