Kommentar zu den Badgers

Ein Osterholzer Flaggschiff funkt SOS

Der Sport im Landkreis Osterholz hat sein erstes Corona-Opfer zu beklagen. Und damit ist nicht nur die Schließung der Jugendabteilung bei den Ritterhude Badgers gemeint - findet Sportredakteur Dennis Schott.
10.06.2020, 11:29
Lesedauer: 2 Min
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Ein Osterholzer Flaggschiff funkt SOS
Von Dennis Schott
Ein Osterholzer Flaggschiff funkt SOS

Und nun? Wie geht es weiter mit den Ritterhude Badgers?

Tobias Dohr

Der Sport im Landkreis Osterholz hat sein erstes Corona-Opfer zu beklagen. Damit ist nicht nur die Schließung der Jugendabteilung bei den Ritterhude Badgers gemeint. Denn damit einhergehend ist die Zukunft des Herrenteams mehr denn je infrage gestellt. Ein Vergleich zur „echten“ Pandemie ist dabei nicht einmal unangebracht. Die Badgers waren bereits angeschlagen, ehe das Virus überhaupt ausgebrochen ist. Die Meldung eines Jugendteams stellt die Verantwortlichen schon seit Jahren vor eine enorme Herausforderung. Nicht zuletzt war der fehlende Unterbau der Grund dafür, weshalb dem Herrenteam noch vor dieser Saison die Regionalliga-Zugehörigkeit zunächst aberkannt werden sollte. Dies wussten die Verantwortlichen nach dem gewonnenen Gerichtsverfahren gegen den Verband zwar zu verhindern, die Probleme rissen danach aber nicht ab. Nun kam Corona ins Spiel.

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Die Auswirkungen der Pandemie machten sich zum ersten Mal bemerkbar, als sich die Badgers von ihrem eigentlich verpflichteten US-Import Shon Belton schnell wieder trennten. Danach kündigte Headcoach Benjamin Crljenkovic seinen Rücktritt an, eine Entscheidung, die auch auf internen Differenzen mit dem Vorstand beruhte. Die damit verbundene Frage ist auch: Erklären sich die Spieler mit ihrem Trainer solidarisch oder bleiben sie? Und ist der Aufwand für die Regionalliga bei fehlenden Einnahmen für den Verein überhaupt aufrecht zu halten?

Mit der Schließung der Jugendabteilung muss der Verein nun die nächste bittere Pille schlucken. Die Gefahr ist groß, dass dies die Abkehr vom leistungsorientierten Football in Ritterhude bedeutet. Ohne Jugendteam wäre der Verein im Herren-Bereich nur unterhalb der Regionalliga spielberechtigt. Wer hätte nach dem gewonnenen Rechtsstreit im Februar noch gedacht, dass es so weit kommen würde? Und vor allem so schnell. Sollten sich die Befürchtungen bewahrheiten, wäre dies in jedem Fall ein unheimlicher Verlust für den Sport im Landkreis Osterholz.

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Die „Dachse“ zählen unbestritten zu den Flaggschiffen der Region. Und es bleibt nur zu hoffen, dass die Verantwortlichen alles dafür tun werden, die Zukunft der Herren zu gewährleisten. Schaffen sie es nicht, müssten sie sich den Vorwurf gefallen lassen, die Arbeit von Jahren in nur drei Monaten kaputtgemacht zu haben.

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